Bayerisches Wirtschaftsministerium
Für „Kultwinter“ und „Zammkema“: Traunstein und Teisendorf erhalten Stadtmarketingpreis
Mit „Kultwinter im Park -Smart City Analytics in der Praxis“ und „Zammkema“ haben Traunstein und Teisendorf den bayerischen Stadtmarketingpreis erhalten. Während das Traunsteiner Projekt als „Aktion mit Zahlen und Köpfchen“ bezeichnet wurde, würdigte die Jury die innovative Etablierung dieses neuen Bürger-Treffpunkts in Teisendorf mit einfachsten Mitteln. Entsprechend groß war die Freude bei den Kommunen. Doch was genau überzeugt die Jurymitglieder?
Teisendorf/Traunstein/München - Im Rahmen einer Preisverleihung im Bayerischen Wirtschaftsministerium wurden die diesjährigen Preisträger des Stadtmarketingpreises in vier Größenkategorien ausgezeichnet. Zu den glücklichen Gewinnern gehören gleich zwei Kommunen aus der Region: Traunstein hat den Preis in der Kategorie 20.000 bis 50.000 Einwohner erhalten, Teisendorf in der Kategorie bis zu 12.000 Einwohner. Beide haben sich in ihrer Kategorie gegen jeweils sechzehn weitere Teilnehmer durchgesetzt und können sich über ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro freuen.
- Der Stadtmarketingpreis Bayern ist ein kommunaler Wettbewerb des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, mit dem Innovationen und Engagement im Bereich City- und Stadtmarketing in den bayerischen Kommunen gefördert werden. Er wurde im Ludwig Erhard Saal des Wirtschaftsministeriums von Staatssekretär Tobias Gotthardt in München überreicht.
Staatssekretär Gotthard betonte, es sei wichtig, dass es in den bayerischen Kommunen weitergehe und lebendige Zentren erhalten bleiben. Der Preis wolle diese unterstützen. Die eingereichten Projekte wurden von einer Fachjury, bestehend aus dreizehn Experten des City- und Stadtmarketings, des Handels, der Sparkasse sowie der Wirtschaftsförderung, begutachtet. Neun davon haben über die Preisvergabe entschieden.
Messung der Passantenfrequenz
Aus Traunstein wurde das Projekt „Kultwinter im Park -Smart City Analytics in der Praxis“ ausgezeichnet. Im Mittelpunkt des im Januar 2024 erstmals durchgeführten Projektes stand eine 450 Quadratmeter große künstlich geschaffene Eislauffläche inklusiv Schlittschuhverleih im winterlichen Stadtpark. Außen herum wurde ein Winterdorf aufgebaut, das eine offene Bühne für regionale Bands, Künstler und Künstlerinnen, kulturelle Veranstaltungen und ein kulinarisches Angebot bereithielt.
Durch digitale Messung der Passantenfrequenz und einem genauen Vorher-Nachher-Vergleich der Jahre 2023 und 2024 - einmal mit und einmal ohne „Kultwinter“ - wurde festgestellt, dass im Vergleich zum Vorjahr in der Innenstadt während des fünf Wochen andauernden Eventzeitraums 59 Prozent mehr Besucher waren. Solche genauen Zahlen sind wichtig, um unter anderem Investoren anzuwerben oder zu überprüfen, ob Veranstaltungen oder Werbeaktionen den gewünschten Effekt haben. „Eine Aktion mit Zahlen und Köpfchen“, nannte der Moderator der Preisverleihung das Projekt, das bayernweit Schule machen könnte.
„Der Preis, über den wir uns sehr freuen, gibt uns recht, dass der neue innovative Weg der Passantenfrequenzmessung zukunftsweisend ist und uns bei der Stadtentwicklung helfen kann“, meinte der Oberbürgermeister von Traunstein, Christian Hümmer. Und Hans-Peter Weiß, Geschäftsführer Stadtmarketing, ergänzte „Der ,Kultwinter‘ als neues Veranstaltungsprojekt war uns eine Herzensangelegenheit. Wir freuen uns, dass so viele Menschen gekommen sind“. Den „Kultwinter“ wird es auch im Januar 2025 wieder geben.
Stark befahrene Straße wird zum gemütlichen Treffpunkt
Zum „Zammkema“ in Teisendorf wurde von Juni bis September an sieben Donnerstagen von 17 bis 22 Uhr die sonst stark befahrene Marktstraße gesperrt und darauf eine Art Biergarten errichtet. Ansässige Gastronomiebetriebe sorgten für Verköstigung, es gab ein Kinderprogramm sowie Auftritte lokaler Musikgruppen und der örtlichen Musikschule. Dieser Rahmen bietet den Bürgern und Bürgerinnen die Möglichkeit, ungezwungen zusammenzukommen und ein paar gemütliche Stunden zu verbringen. Die historische Marktstraße wird so auf eine neue Weise erlebt: nicht mehr als eine Einkaufsstraße, sondern als ein Aufenthaltsort.
Die eingesetzten Mittel vom Wirtschaftskreis Teisendorf (WKT) belaufen sich aus mehreren Gründen auf einen niedrigen dreistelligen Betrag pro Veranstaltung. Viele Helfer packen ehrenamtlich mit an, Musiker treten zum Teil kostenlos auf, Unternehmen sponsern die Events und dann fallen die Genehmigung und Bereitstellung der Straßensperren noch unbürokratisch aus. Die Jury hob die innovative Etablierung dieses neuen Bürger-Treffpunkts mit einfachsten Mitteln, die zeitliche Zurückeroberung des Straßenraums für das Publikum und die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls in der Marktgemeinde positiv hervor. Als großer Pluspunkt wurden die wechselnden Angebote für Kinder gewertet.
„Wir haben zwar gehofft, dass wir gewinnen, aber als es dann tatsächlich eintrat, konnten wir es kaum fassen“, meinte eine sichtlich gerührte WKT-Vorsitzende Heidi Schubeck bei der Preisverleihung. „Wir freuen uns natürlich sehr über den Preis. Er gehört den Ideengebern vom Wirtschaftskreis, den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die zum ,Zammkemma‘ kommen, und natürlich unserer schönen Marktstraße, die das passende Ambiente dazu bietet“, so Bürgermeister Thomas Gasser. Die Teisendorfer freuen sich schon jetzt auf das „Winter-Zammkema“ auf dem Marktplatz, das zwischen Nikolaus und dem Dreikönigstag mehrmals stattfinden wird. (kon)