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Generationenbund bietet Hilfe zur Selbsthilfe

Mehr Angebote für Freilassinger Senioren – Treffpunkt „ja“, eigener Quartiersmanager „nein“

Das monatliche Seniorencafé im Rathaussaal ist bereits ein festes Angebot für die ältere Generation, bei dem viele Akteure zusammenhelfen. Mit dem nun beschlossenen Seniorentreff sollen Angebote für Senioren weiter ausgebaut werden.
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Das monatliche Seniorencafé im Rathaussaal ist bereits ein festes Angebot für die ältere Generation, bei dem viele Akteure zusammenhelfen. Mit dem nun beschlossenen Seniorentreff sollen Angebote für Senioren weiter ausgebaut werden.

Ein neuer Treffpunkt für Senioren soll in Freilassing entstehen. Der Stadtrat zeigt sich begeistert, lehnt aber einen Quartiersmanager ab. Die SPD sieht das anders.

Freilassing – Nach dem bestehenden Seniorenbüro in der Lindenstraße soll es in der Stadt nun auch einen „Seniorentreffpunkt“ geben, in dem der landkreisweite Verein „Generationenbund“ zum Beispiel Pflegefrühstücke, gemeinsame Mittagessen, Karten- und Bastelrunden und verschiedene Gesundheitsvorträge anbieten will. Der Stadtrat beschloss am Dienstag einstimmig, den Treffpunkt mit 8000 Euro pro Jahr zu unterstützen. Einen eigenen Quartiersmanager für Senioren lehnten die Stadträte allerdings mehrheitlich ab, nur die beiden SPD-Vertreter waren dafür.

Die Bevölkerung altert bekanntlich, auch in Freilassing sind rund ein Drittel der Bürger über 60 Jahre. Neben dem Seniorenbüro und einem monatlich stattfindenden Seniorencafé im Rathaus soll es nun also auch in Freilassing einen festen Seniorentreffpunkt geben. „Ältere Menschen sind oft einsam und leiden darunter“, weiß Günther Wolf, Geschäftsführer des Generationenbundes. „Senioren sollen sich im Treffpunkt zwanglos treffen und austauschen, einfach gemeinsam Zeit verbringen können.“

Die Stadträte begrüßten das Projekt. Lukas Maushammer von den Grünen fragte nach, wo denn dieser Treffpunkt sein werde und ob die Stadt sich an möglichen Umbaukosten beteiligen müsse. Wolf erklärte, dass der Verein alleiniger Rechtsträger sein wird, zum möglichen Standort könne er noch keine Auskunft geben. Grünen-Stadtrat Wolfgang Hartmann hatte dann auch gleich einen praktischen Tipp für Wolf: „Nutzen Sie die anwesende Presse, wenn der Verein zum Beispiel weitere Helfer braucht.“ Dies scheint aber nicht der Fall zu sein, „wir haben derzeit ausreichend Mitglieder für die Nachbarschaftshilfe, Reinigungsdienste haben wir mit Festangestellten abgedeckt“, so Wolf.

Nein zum Senioren-Manager – aber Hilfe zur Selbsthilfe

So begeistert die Stadträte vom Seniorentreffpunkt waren, so ablehnend standen sie dem zweiten Angebot des Generationenbundes gegenüber, der Einrichtung eines Quartiersmanagers nur für Senioren. Eine 20-Stunden-Stelle würde mit 20.000 Euro pro Jahr staatlich gefördert. Nur Susanne Aigner von der SPD war Feuer und Flamme, „wir machen viel für Senioren in Freilassing, aber es ist wenig koordiniert, daher braucht es neben dem neuen Treffpunkt auch einen eigenen Quartiersmanager“. Dem Seniorenreferenten des Stadtrates, Dietmar Eder von den Freien Wählern, ging das zu schnell, „mit zwei Projekten gleichzeitig sind wir möglicherweise am Limit. Wir sollten erst einmal ein Projekt gut und kompetent umsetzen, und wenn es dann weitere Unterstützung braucht, können wir immer noch einen Quartiersmanager beschließen“. Dieser Meinung schloss sich die Mehrheit im Stadtrat an, nur die beiden SPD-Vertreter waren gegen den „Erst-mal-Warten“-Beschluss.

Der Verein „Generationenbund“ bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Seit zehn Jahren gibt es ihn im mittleren und nördlichen Landkreis. „Wir bieten unkomplizierte Hilfe für ältere und hilfsbedürftige Menschen“, so Vereinsvorstand Günther Wolf, „und das zu sozial verträglichen Konditionen“. Der Verein hat aktuell 1364 Mitglieder, davon 264 in Freilassing, 148 in Ainring und knapp über 400 in Bad Reichenhall. Rund 250 der Mitglieder sind aktiv, das heißt, sie haben 2024 rund 18.000 Hilfsstunden geleistet, in Freilassing alleine knapp 4000 Stunden, in diesem Jahr bereits über 1200 Stunden. Was sind die typischen Leistungen des Vereines? „Wir begleiten zum Arzt oder zum Einkauf, erledigen Arbeiten im Haus oder der Wohnung und entlasten zum Beispiel auch pflegende Angehörige“, skizziert Wolf die häufigsten Leistungen der Helfer. „Für Reinigungsarbeiten haben wir mittlerweile auch einige Festangestellte“.

„Sozial verträgliche Kosten“ heißt, eine Stunde Nachbarschaftshilfe wird mit 10 Euro berechnet, der Helfer bekommt 8 Euro. Der Reinigungsdienst kostet 12 Euro, davon 10 Euro an den Helfer. Wenn eine festangestellte Hilfe kommt, dann kostet eine Stunde 27 Euro. (hud)

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