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Empörte Reaktionen

Frust über Aus für AOK-Geschäftsstelle in Berchtesgaden - „Beiträge steigen, Service wird weniger“?

Ein rotes, mehrstöckiges Haus, vor dem Autos stehen. An der Fassade steht „AOK“.
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Was passiert mit dem Gebäude im Sunklergäßchen nach der Schließung?

Nach Jahrzehnten ist Schluss: Die AOK-Geschäftsstelle in Berchtesgaden schließt zum 30. Juni dauerhaft ihre Türen. Michael Maier, Chef der Direktion Bad Reichenhall, verteidigt den Schritt. Doch viele Bürger sehen darin vor allem eines: einen weiteren Rückzug wichtiger Infrastruktur aus dem ländlichen Raum.

Berchtesgaden - Die Reaktionen auf Facebook sind deutlich. „Die Beiträge steigen, aber der Service wird weniger“, schreibt eine Nutzerin. „Eine Beratungsstelle vor Ort mit kundigen Ansprechpartnern wäre wichtig.“ Allerdings: Dies sei wohl ein unternehmerisch notwendiger Schritt, um den Verwaltungsapparat zu verschlanken, damit die Kosten nicht noch weiter steigen, so die Einschätzung.

Ein anderer Kommentar bringt die Frustration vieler auf den Punkt: „Berchtesgaden verkommt zunehmend zum Disneyland für Touristen“ – alles werde nur noch für Besucher getan, kaum mehr für Einheimische. Besonders kritisch wird gesehen, dass mit der Schließung auch älteren Menschen der Zugang erschwert wird. „Die 84-jährige Dame mit Rollator aus der Gern wird sich über ein persönliches Gespräch um 9 Uhr in Bad Reichenhall freuen“, so ein Nutzer sarkastisch. Ein Beitrag, der vielfach geliked und geteilt wird.

Nur noch an eineinhalb Tagen pro Woche geöffnet

Direktor Michael Maier kann den Unmut zwar nachvollziehen, bittet aber um Verständnis: „Die Geschäftsstelle in Berchtesgaden war zuletzt nur noch an eineinhalb Tagen pro Woche geöffnet.“ Entsprechend waren dort auch nur zwei Teilzeitkräfte tätig. Der Großteil der Mitarbeitenden sei bereits an anderen Standorten oder in bayernweiten Einheiten im Einsatz, sagt er.

Hinter der Schließung stecke „kein Rückzug aus der Region“, sondern ein bewusster Umbau der Strukturen, erklärt Maier: „Wir möchten unseren Versicherten eine qualitativ hochwertige Versorgung mit vielen Zusatzleistungen und kundennahem Service bieten.“ Dazu gehöre auch, dass Beiträge verantwortungsvoll verwendet werden. „Durch die Zusammenlegung werden unter anderem notwendige Sanierungskosten vermieden“, sagt Maier. Was mit dem AOK-Haus in Berchtesgaden geschehen wird, dazu gibt es bislang noch keine Informationen.

„Beratungsangebot wird spürbar ausgebaut“

Künftig sollen die beiden Standorte in Bad Reichenhall und Freilassing den regionalen Bedarf abdecken – mit erweiterten Servicezeiten und flexibler Terminvergabe. „In Bad Reichenhall und Freilassing wird das persönliche Beratungsangebot spürbar ausgebaut: Geplant sind zusätzliche Termine ohne Wartezeiten sowie eine flexible Terminvergabe“, betont Maier.

Auch digitale Angebote sollen helfen, den Wegfall der Filiale zu kompensieren. Bereits jetzt könnten Versicherte über ein Onlineportal Termine buchen, Anträge stellen, Krankmeldungen einreichen oder Dokumente hochladen. Künftig werde das Angebot um eine Chatfunktion und eine Videoberatung erweitert, sagt der AOK-Direktor. Ziel sei es, die häufigsten Anliegen vollständig digital abbilden zu können – sicher und rund um die Uhr verfügbar.

AOK will im Berchtesgadener Land präsent bleiben

Maier betont, trotz der Schließung weiterhin stark im Berchtesgadener Land präsent zu bleiben. „Wir sind die einzige Krankenkasse mit regionaler Verankerung in der Fläche“, so Maier. Dazu zähle nicht nur der persönliche Kontakt in Bad Reichenhall und Freilassing, sondern auch ein Engagement in Schulen, Kitas und Unternehmen vor Ort. Man fördere etwa Projekte zur Gesundheitsprävention in Grundschulen in Berchtesgaden, Ramsau und Marktschellenberg. Die Kundenberater seien zudem auch weiterhin mobil unterwegs. Andere Krankenkassen unterhielten im Landkreis keine eigenen Geschäftsstellen.

Mehrere Kommentare auf Facebook schlagen vor, zumindest eine wöchentliche Sprechstunde im Rathaus Berchtesgaden einzurichten – als symbolisches Zeichen für Bürgernähe. Dass die Schließung der Berchtesgadener Geschäftsstelle Teil einer größeren Konsolidierung ist, dementiert die AOK. „Es handelt sich um eine gezielte Einzelmaßnahme“, stellt Maier klar. (kp)

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