Viele Farben
Welcher Vogel brütet denn da? Bestimmen Sie die Eier, die Sie finden
Sie haben ein kleines Vogelei im Garten gefunden? Wir verraten Ihnen in dieser Bildstrecke, wie Sie die Eier erkennen und welches Nest zu welchem Vogel gehört.
Haben Sie beim Heckenschnitt oder bei der Gartenarbeit ein Vogelnest mit Eiern entdeckt? Ein solcher Fund ist immer ein kleines Wunder und eine wunderbare Gelegenheit, die heimische Vogelwelt aus nächster Nähe zu beobachten. Doch welches Gelege gehört zu welchem Vogel? Die Vielfalt an Farben, Formen und Größen der Vogeleier ist erstaunlich und gibt bereits erste Hinweise auf die Vogelart.
Wann ist in Deutschland Brutzeit?
Die Brutzeit der meisten Gartenvögel erstreckt sich von März bis September, wobei einige Arten wie die Amsel auch schon früher beginnen können. Während dieser Zeit ist besondere Rücksichtnahme im Garten geboten.
Vogeleier erkennen: Eine kleine Farbenlehre
Die Wissenschaft der Vogeleierkunde, die Oologie, zeigt, dass die Erscheinung der Eier keineswegs zufällig ist. Die Farbe der Eier dient in erster Linie der Tarnung vor Fressfeinden. So haben Vögel, die in offenen Nestern am Boden brüten, oft gesprenkelte oder erdfarbene Eier, um sie perfekt an die Umgebung anzupassen. Vögel, die in Höhlen brüten, legen hingegen oft weiße Eier, da diese im Dunkeln für die brütenden Vögel besser sichtbar sind.
Nicht nur die Eier, auch die Nester selbst sind Meisterwerke der Anpassung. Man unterscheidet grob zwischen Höhlenbrütern wie der Meise, die ihre Gelege in sicheren Baumhöhlen oder Nistkästen verstecken, und Freibrütern wie der Amsel, die ihre offenen Nester geschickt in Astgabeln platzieren. Eine besondere Herausforderung meistern die Bodenbrüter, zu denen das Rotkehlchen zählt, die ihre Nester direkt auf dem Erdboden anlegen und dabei ganz auf die Tarnwirkung der Vegetation vertrauen.
Vogeleier im Garten gefunden: Was ist zu tun?
Wenn Sie ein Vogelnest mit einem Gelege im Garten entdecken, ist es am wichtigsten, Abstand zu halten und die Vögel nicht zu stören. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, Nester zu beschädigen oder zu entfernen. Auch das Anfassen der Eier sollte unterlassen werden, da die Elterntiere das Gelege sonst möglicherweise aufgeben. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) weist darauf hin, dass die Störung der Brut zu einem Verlust der gesamten Brut führen kann.
Praxis-Tipp: Nest gefunden?
Wenn Sie ein Nest an einer ungünstigen Stelle finden, zum Beispiel in einem Blumenkasten auf dem Balkon, versuchen Sie, den Bereich so gut es geht zu meiden und verschieben Sie die Bepflanzung auf die Zeit nach der Brut. Die meisten Vögel brüten nur wenige Wochen, und die Jungen verlassen das Nest dann schnell.
Beobachten Sie das Nest aus sicherer Entfernung mit einem Fernglas. So können Sie die faszinierende Entwicklung vom Ei zum flüggen Jungvogel miterleben, ohne die Tiere zu stören.
Häufige Fragen zum Thema (FAQ)
Was soll ich tun, wenn ich ein Vogelnest im Garten finde? Halten Sie unbedingt Abstand und stören Sie die Vögel nicht. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, Nester zu beschädigen oder zu entfernen. Auch das Anfassen der Eier sollten Sie vermeiden, da die Elterntiere das Gelege sonst möglicherweise aufgeben. Beobachten Sie das Nest am besten aus sicherer Entfernung mit einem Fernglas.
Wie erkenne ich ein Kuckucksei im Nest? Der Kuckuck ist ein Brutparasit und legt seine Eier in die Nester kleinerer Singvögel. Die Eier sind meist farblich an die der Wirtseltern angepasst, sodass sie kaum auffallen. Ein Weibchen kann pro Saison zwischen neun und 25 Eier in fremde Nester schmuggeln. Manchmal weicht die Färbung jedoch deutlich ab, was zur Entdeckung führen kann.
Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago









