Viele Farben

Welcher Vogel brütet denn da? Bestimmen Sie die Eier, die Sie finden

Amselnest mit Eiern
1 von 10
Die Amsel brütet von März bis August. Ihre Eier sind an der blaugrünen Grundfarbe mit den dichten, bräunlichen Sprenkeln zu erkennen. Mit einer Größe von etwa 2,9 Zentimetern, also etwas größer als eine Süßkirsche, sind sie in den meist in Hecken oder Sträuchern gebauten Nestern gut getarnt.
Buchfink (Fringilla coelebs), Nest mit Eiern und schlüpfendes Küken
2 von 10
Der Buchfink, einer unserer häufigsten Wald- und Gartenvögel, hat seine Brutzeit von April bis Juli. Seine Eier sind mit etwa 1,9 Zentimetern relativ klein und zeigen eine große Vielfalt in der Färbung, die von blassblau bis zu rötlich-braun reichen kann. Charakteristisch sind die dunklen, fast schwarzen Flecken und Kritzel am stumpfen Ende des Eis.
Singdrossel (Turdus philomelos), Gelege im Nest
3 von 10
Die Singdrossel ist bekannt für ihren lauten, melodischen Gesang und brütet von März bis August. Ihre drei bis fünf Eier sind an ihrer unverwechselbaren, leuchtend türkisen Farbe mit wenigen, feinen schwarzen Punkten leicht zu erkennen. Das napfförmige Nest wird oft in Hecken oder dichtem Gebüsch angelegt.
Nest einer Kohlmeise (Parus major) mit nicht ausgebrüteten Eiern
4 von 10
Die Kohlmeise, die größte unserer Meisenarten, hat ihre Brutzeit von Ende März bis in den Juni hinein. Als Höhlenbrüter legt sie ihre acht bis 12 Eier in Baumhöhlen oder Nistkästen. Die Eier sind auf weißem Grund mit rötlich-braunen Flecken gezeichnet und etwa 1,8 Zentimeter groß.
Ein Vogelnest der Mönchsgrasmücke mit fünf gesprenkelten Eiern, eingebettet in grüne Blätter
5 von 10
Die Mönchsgrasmücke hat ihre Brutzeit von Mai bis Juli. Die Eier sind in ihrer Färbung sehr variabel und können auf hellem Grund eine rötliche oder bräunliche Sprenkelung und feine Haarlinien aufweisen. Ihr napfförmiges Nest baut sie meist gut versteckt in niedrigen Büschen und Hecken.
Haussperlingsnest mit einzelnem Ei, fotografiert auf grünem Gras
6 von 10
Der Haussperling oder Spatz brütet von März bis August und zieht in dieser Zeit oft mehrere Bruten groß. Seine rund 2,2 Zentimeter großen Eier variieren in der Grundfarbe von weißlich über rötlich bis gräulich und sind mit bräunlichen und grauen Flecken übersät. Als geselliger Vogel baut er sein Nest oft in und an Gebäuden.
Zerbrochenes Starenei auf Handfläche
7 von 10
Der Star ist für seine imitierenden Gesänge bekannt und brütet von März bis Juni. Seine Eier sind an ihrer einheitlichen, leuchtend hellblauen bis blaugrünen Färbung ohne jegliche Flecken zu erkennen. Mit einer Größe von etwa 3 Zentimetern sind sie in den Bruthöhlen, die der Star gerne in alten Bäumen oder Nistkästen anlegt, gut sichtbar.
Eier der Ringeltaube (Columba palumbus)
8 von 10
Als unsere größte heimische Taubenart hat die Ringeltaube eine ausgedehnte Brutzeit von März bis in den September. Ihr Gelege, das meist aus nur zwei reinweißen Eiern besteht, legt sie in ein eher spärliches Nest aus Reisig, das sich oft hoch oben in Bäumen befindet. Die Eier ähneln Hühnereiern und sind mit etwa 4,1 Zentimetern so groß wie eine kleine Walnuss.
Rotkehlchen (Erithacus rubecula), Nest mit Eiern
9 von 10
Die Eier des Rotkehlchens findet man von April bis Juli. Sie sind weißlich bis cremefarben mit rostroten Flecken und etwa 2 Zentimeter groß. Diese Färbung sorgt für eine perfekte Tarnung im dichten Unterholz. Das Nest wird gut versteckt in Bodennähe gebaut.
Kuckucksei im Nest der Heckenbraunelle
10 von 10
Der Kuckuck ist ein Brutparasit und legt seine Eier von April bis Juli in die Nester kleinerer Singvögel. Ein Weibchen kann in einer Saison zwischen 9 und 25 Eier legen. Meist sind die Eier farblich an das der Wirtseltern angepasst. So bleiben die untergeschobenen Eier unbemerkt und werden von den ahnungslosen Stiefeltern ausgebrütet. In diesem Fall im Nest der Heckenbraunelle ist die Abweichung jedoch groß und somit auch die Gefahr, aus dem Nest geschubst zu werden.

Sie haben ein kleines Vogelei im Garten gefunden? Wir verraten Ihnen in dieser Bildstrecke, wie Sie die Eier erkennen und welches Nest zu welchem Vogel gehört.

Haben Sie beim Heckenschnitt oder bei der Gartenarbeit ein Vogelnest mit Eiern entdeckt? Ein solcher Fund ist immer ein kleines Wunder und eine wunderbare Gelegenheit, die heimische Vogelwelt aus nächster Nähe zu beobachten. Doch welches Gelege gehört zu welchem Vogel? Die Vielfalt an Farben, Formen und Größen der Vogeleier ist erstaunlich und gibt bereits erste Hinweise auf die Vogelart.

Wann ist in Deutschland Brutzeit?

Die Brutzeit der meisten Gartenvögel erstreckt sich von März bis September, wobei einige Arten wie die Amsel auch schon früher beginnen können. Während dieser Zeit ist besondere Rücksichtnahme im Garten geboten.

Vogeleier erkennen: Eine kleine Farbenlehre

Die Wissenschaft der Vogeleierkunde, die Oologie, zeigt, dass die Erscheinung der Eier keineswegs zufällig ist. Die Farbe der Eier dient in erster Linie der Tarnung vor Fressfeinden. So haben Vögel, die in offenen Nestern am Boden brüten, oft gesprenkelte oder erdfarbene Eier, um sie perfekt an die Umgebung anzupassen. Vögel, die in Höhlen brüten, legen hingegen oft weiße Eier, da diese im Dunkeln für die brütenden Vögel besser sichtbar sind.

Nicht nur die Eier, auch die Nester selbst sind Meisterwerke der Anpassung. Man unterscheidet grob zwischen Höhlenbrütern wie der Meise, die ihre Gelege in sicheren Baumhöhlen oder Nistkästen verstecken, und Freibrütern wie der Amsel, die ihre offenen Nester geschickt in Astgabeln platzieren. Eine besondere Herausforderung meistern die Bodenbrüter, zu denen das Rotkehlchen zählt, die ihre Nester direkt auf dem Erdboden anlegen und dabei ganz auf die Tarnwirkung der Vegetation vertrauen.

Vogeleier im Garten gefunden: Was ist zu tun?

Wenn Sie ein Vogelnest mit einem Gelege im Garten entdecken, ist es am wichtigsten, Abstand zu halten und die Vögel nicht zu stören. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, Nester zu beschädigen oder zu entfernen. Auch das Anfassen der Eier sollte unterlassen werden, da die Elterntiere das Gelege sonst möglicherweise aufgeben. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) weist darauf hin, dass die Störung der Brut zu einem Verlust der gesamten Brut führen kann.

Praxis-Tipp: Nest gefunden?

Wenn Sie ein Nest an einer ungünstigen Stelle finden, zum Beispiel in einem Blumenkasten auf dem Balkon, versuchen Sie, den Bereich so gut es geht zu meiden und verschieben Sie die Bepflanzung auf die Zeit nach der Brut. Die meisten Vögel brüten nur wenige Wochen, und die Jungen verlassen das Nest dann schnell.

Beobachten Sie das Nest aus sicherer Entfernung mit einem Fernglas. So können Sie die faszinierende Entwicklung vom Ei zum flüggen Jungvogel miterleben, ohne die Tiere zu stören.

Häufige Fragen zum Thema (FAQ)

Was soll ich tun, wenn ich ein Vogelnest im Garten finde? Halten Sie unbedingt Abstand und stören Sie die Vögel nicht. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, Nester zu beschädigen oder zu entfernen. Auch das Anfassen der Eier sollten Sie vermeiden, da die Elterntiere das Gelege sonst möglicherweise aufgeben. Beobachten Sie das Nest am besten aus sicherer Entfernung mit einem Fernglas.

Wie erkenne ich ein Kuckucksei im Nest? Der Kuckuck ist ein Brutparasit und legt seine Eier in die Nester kleinerer Singvögel. Die Eier sind meist farblich an die der Wirtseltern angepasst, sodass sie kaum auffallen. Ein Weibchen kann pro Saison zwischen neun und 25 Eier in fremde Nester schmuggeln. Manchmal weicht die Färbung jedoch deutlich ab, was zur Entdeckung führen kann.

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

Kommentare