Tierischer Neubürger
Asiatische Hornisse breitet sich aus – wer sie sieht, sollte sie melden
Die Asiatische Hornisse erobert Deutschland. Sie ist für den Menschen nicht sehr gefährlich, bedroht aber die Honigbienen. Daher ist es wichtig, sie zu erkennen und zu melden.
Sie kam vermutlich aus China über Umwege nach Belgien, Frankreich oder den Hamburger Hafen zu uns: Die Asiatische Hornisse, die als invasive Art gilt und gezielt bekämpft wird, wurde unter anderem schon in Hessen, Nordrhein-Westfalen sowie im Juni 2023 erneut in Baden-Württemberg gesichtet. Und die Meldungen häufen sich. Sie ist nicht mit der Asiatischen Riesenhornisse, auch als „Honigbienenkillerin“ bekannt, zu verwechseln. Nichtsdestotrotz wird sie unseren heimischen Bienen gefährlich. Wer das Insekt sieht, sollte es daher melden und dafür ist es wichtig, es überhaupt zu erkennen.
Wie sieht die Asiatische Hornisse aus?
Die Asiatische Hornisse gehört zur Familie der Faltenwespen und die Arbeiterinnen sind etwa gleich groß wie unsere heimische Europäische Hornisse (Vespa crabro): Sie haben eine Größe von etwa 2,4 Zentimetern (das entspricht dem Durchmesser eines 50-Cent-Stücks), die Königin ist bis zu drei Zentimeter groß und somit einen Zentimeter kleiner als die heimische Hornissen-Königin. Die Asiatische Hornisse ist schwarz, hat gelbe Beine und einen breiten orangefarbenen Streifen am Hinterleib sowie eine schmale gelbe Binde am ersten Segment. Auch ihr Kopf ist schwarz, mit einer orangefarbenen Stirn.
Die Europäische Hornisse ähnelt wiederum eine großen, eher rotbraunen Wespe mit dunkleren Beinen. Die Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia) hingegen hat einen breiten, orangefarbenen Kopf und wird bis zu 4,5 Zentimeter groß – kommt aber in Deutschland gar nicht vor.
Ist die Asiatische Hornisse gefährlich?
Für den Menschen bzw. Nicht-Allergiker ist die Asiatische Hornisse nicht gefährlich, ihr Stich ist mit dem einer normalen Wespe oder Honigbiene zu vergleichen. Aber im Vergleich zur Europäischen Hornisse, die inzwischen als bedrohte Art gilt, breitet sie sich sehr schnell aus. Sie baut etwa zwölfmal so viele Nester mit einer bis zu dreifachen Kopfstärke wie die heimische Hornisse und vergrößert ihren Lebensraum so im Jahr um 60 bis 80 Kilometer.
Die Europäischen Union hat die Asiatische Hornisse als eine gebietsfremde Art mit hohem invasiven Potenzial eingestuft. Die Art muss somit überwacht werden, damit sie den Artbestand der heimischen Bienen oder anderer Insekten nicht bedroht – laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) deckt die Asiatische Hornisse bis zu 80 Prozent ihres Beutebedarfs aus Honigbienen. Imkerverbände berichten schon von dem Verlust ganzer Völker.
Freund oder Feind? Schädliche und harmlose Raupen im heimischen Garten




Bitte melden: Die Asiatische Hornisse ist meldepflichtig
Wer die Asiatische Hornisse sichtet, sollte dies mit Foto oder Video an die örtliche Naturschutzbehörde oder an das ehrenamtliche Projekt Velutina weitergeben, denn die Hornisse und ihr Nest sind meldepflichtig. Den Nestern sollte man wiederum nicht zu nahe kommen, denn darauf reagieren die Tiere empfindlich. Wenn die Hornissen im Auge behalten werden, lässt sich die Ausbreitung der Art von Anfang an verfolgen. Wer sich nicht sicher ist, ob es sich wirklich um die Asiatische Hornisse handelt, der kann sich über die NABU-App Naturgucker mit zusätzlichem Bildmaterial informieren.
Rubriklistenbild: © Wirestock/Imago
