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Münchner Merkur vor Ort

Wegen Trump und China: Wadephul wirbt um Indonesien – vielleicht zu spät

Deutschland sucht neue Märkte, weil Exporte nach China einbrechen und Trump unberechenbar bleibt. Der deutsche Außenminister wirbt um Indonesien.

Jakarta – Mit einem Golfcart wird Außenminister Johann Wadephul auf seinem Besuch in Jakarta durch die brandneuen Fabrikhallen von Daimler Truck Indonesia gefahren. Zur Linken und Rechten bauen Arbeiter Autos zusammen. Das Werk ist erst im Juni eröffnet worden. Auf 130.000 Quadratmeter schrauben 200 Mitarbeiter monatlich 200 Fahrzeuge zusammen. Daimler Truck investierte hier insgesamt 27 Millionen Euro.

„Solche Investitionen helfen der indonesischen Wirtschaft, weiter zu wachsen, und unseren Unternehmen, wie hier Daimler Truck, sich global weiter aufzustellen. Wenn die Lieferketten sich um den halben Globus spannen, werden neue Zollschranken schnell zum großen Hindernis“, sagte Wadephul, kurz bevor die Neuigkeit über eine weitere Zollwende der USA bekannt wurde.

Wegen Trumps Zollkrieg: Deutschland und die EU brauchen dringend neue Märkte

Die US-Zölle auf Autoimporte aus Deutschland und anderen EU-Staaten sollen rückwirkend zum 1. August auf 15 Prozent gesenkt werden. Gute Nachrichten in schwierigen Zeiten. US-Präsident Donald Trump ist in Wirtschaftsfragen quasi unberechenbar geworden und nutzt Zölle quasi als Waffe. Und die deutschen Warenexporte nach China sind dramatisch eingebrochen, lagen 2024 nur noch bei 90 Milliarden Euro mit einem Rückgang von 7,6 Prozent.

Anne-Christine Merholz, Mitglied der Chefredaktion von Ippen.Media, im Gespräch mit Außenminister Johann Wadephul.

Deutschland und die EU brauchen also dringend neue Partner und Märkte. Deshalb der Besuch des deutschen Außenministers. „Diese aufstrebende Wirtschaftsmacht ist ein Zukunftsplayer für uns. Indonesien ist ein Schlüsselpartner, mit dem wir als Bundesrepublik Deutschland noch stärker zusammenarbeiten wollen“, so Wadephul.

Deutschland und die EU könnten in Indonesien das Rennen gegen China verlieren

Bisher war Indonesien allerdings kaum im Fokus. Hürden beim Marktzugang, wie es sie überall auf der Welt gibt, sollen jetzt also abgebaut werden. Wichtige Schritte werden schon gemacht: Nach über einem Jahrzehnt intensiver Verhandlungen einigten sich die EU und Indonesien am 13. Juli 2025 auf ein umfassendes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, das bis September 2025 formell abgeschlossen werden soll. Außenminister Wadephul hofft auf die rasche Verabschiedung dieses Abkommens. Das ist auch dringend nötig. In Indonesien droht, dass Deutschland und die EU, wie an vielen Orten in Asien, das Rennen gegen die Chinesen verlieren. Mit ihnen gibt es schon längst ein Freihandelsabkommen.

Deutsche und europäische Maschinenbauer haben zum Beispiel hier dramatische Verluste zu verzeichnen. Von mehr als 50 Prozent sind die Marktanteile in Indonesien auf nur noch um die fünf Prozent gefallen. Deutsche Unternehmen ziehen sich aus anderen Branchen schon zurück. Es heißt, es lohne sich nicht mehr, weil die Chinesen bereits massiv im Markt sind und nach ihren eigenen Regeln spielen.

Dabei brauchen die EU und Deutschland den Indopazifischen Raum mit Indonesien dringend. Das Land hat 280 Millionen Einwohner und der Wohlstand steigt. Deutschland, so Wadephul, müsse sich „strategisch neu ausrichten, diversifizieren und derartige Märkte viel mehr suchen als in der Vergangenheit. Das sind große Chancen, das macht unsere Wirtschaft unabhängiger und stellt uns breiter auf.“

Rubriklistenbild: © Thomas Imo/Imago

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