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Finanzpolitik
USA im Shutdown: Trumps Finanzminister Bessent passiert peinlicher Rechenfehler
Finanzminister Scott Bessent korrigiert seine Shutdown-Kostenschätzung drastisch nach unten. Ein peinlicher Rechenfehler in kritischer Zeit.
Washington, D.C. – Die Vereinigten Staaten befinden sich seit dem 1. Oktober 2025 im 15. Tag eines Regierungs-Shutdowns, der das Land in eine der schwersten Haushaltskrisen der jüngeren Geschichte stürzt. Während Hunderttausende Bundesangestellte ohne Gehalt arbeiten müssen und wichtige Behörden ihre Arbeit einstellen, eskaliert der Streit zwischen Republikanern und Demokraten über die Finanzierung der Regierung.
Im Zentrum des Konflikts stehen die demokratischen Forderungen nach einer Verlängerung der Affordable Care Act-Steuererleichterungen, die die republikanische Mehrheit ablehnt. Doch ausgerechnet in dieser kritischen Situation leistet sich Finanzminister Scott Bessent einen spektakulären Rechenfehler bei der Bewertung der wirtschaftlichen Schäden.
USA im Shutdown: Massive Korrektur der Shutdown-Kosten durch Finanzministerium
US-Finanzminister Scott Bessent hat sich bei der Berechnung der wirtschaftlichen Kosten des anhaltenden Regierungs-Shutdowns um astronomische 180 Milliarden Dollar verrechnet. Wie ein Beamter des US-Finanzministeriums laut Reutersam späten Mittwochabend, dem 15. Oktober 2925, mitteilte, kostet der zweiwöchige Shutdown die US-Wirtschaft bis zu 15 Milliarden Dollar pro Woche – nicht pro Tag, wie Bessent zuvor bei zwei verschiedenen Veranstaltungen behauptet hatte.
Die drastische Korrektur offenbart ein bemerkenswertes Versagen in der Kommunikation der Trump-Administration während einer der kritischsten Haushaltskrisen der jüngeren US-Geschichte. Bessent hatte seine falsche Schätzung sowohl bei einer Pressekonferenz als auch bei einer CNBC-Veranstaltung am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds verwendet.
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Politischer Druck mit falschen Zahlen aufgebaut: Shutdown geht an die „Substanz“ der US-Wirtschaft
Der Finanzminister nutzte seine übertriebenen Kostenschätzungen gezielt, um politischen Druck auf die Demokraten auszuüben. „Wir glauben, dass der Shutdown die US-Wirtschaft bis zu 15 Milliarden Dollar pro Tag kosten könnte“, sagte Bessent laut Reuters und forderte die Demokraten auf, „Helden zu sein“ und sich den Republikanern anzuschließen, um den Haushaltsstreit zu beenden. Die Verwendung falscher Wirtschaftsdaten in politischen Verhandlungen wirft allerdings Fragen über die Glaubwürdigkeit der Regierung Trump auf. Besonders brisant: Bessent wiederholte seine fehlerhafte Berechnung bei mehreren hochrangigen Terminen, ohne dass seine eigene Behörde ihn korrigierte.
Trotz der korrigierten Zahlen warnte Bessent eindringlich vor den Folgen des anhaltenden Shutdowns. Der Stillstand gehe nun an die „Substanz“ der US-Wirtschaft, erklärte er bei der Pressekonferenz. „Das Einzige, was uns hier bremst, ist dieser Government Shutdown“, betonte der Finanzminister laut Tagesspiegel.
Bessent sieht die USA in einer historischen Wachstumsphase und verglich die aktuelle Situation mit dem Eisenbahnboom des späten 19. Jahrhunderts und dem Internet-Boom der 1990er Jahre. „Ich denke, wir können uns in einer Periode wie am Ende des 19. Jahrhunderts befinden, als die Eisenbahnen aufkamen, oder wie in den 1990er Jahren, als wir den Internet- und Bürotechnik-Boom erlebten“, so Bessent.
Donald Trump und sein Finanzminister Scott Bessent: Während Trump den Shutdown für politische Vergeltung nutzt, verschätzt sich Bessent bei den Wirtschaftskosten um 180 Milliarden US-Dollar.
Demokraten und Republikaner in festgefahrener Blockade – US-Gericht stoppt Entlassungen
Der Shutdown könnte laut Kalshi-Prognosen zu einem der längsten in der US-Geschichte werden. House Speaker Mike Johnson warnte, dass das Land „auf einen der längsten Shutdowns in der amerikanischen Geschichte zusteuert“. Der Streit dreht sich hauptsächlich um die Forderung der Demokraten nach einer Verlängerung der Steuererleichterungen im Rahmen des Affordable Care Act, die Ende des Jahres auslaufen. Laut Forbeshaben die Republikaner diese Forderungen als „lächerlich“ bezeichnet. Senate Minority Leader Chuck Schumer warf den Republikanern vor, „nicht ernsthaft mit den Demokraten zusammenarbeiten“ zu wollen, um die Gesundheitskrise zu lösen.
Während herkömmliche Shutdowns normalerweise nur temporäre unbezahlte Beurlaubungen vorsehen, nutzt die Trump-Administration die Krise für permanente Entlassungen im Staatsdienst. Haushaltsamtschef Russell Vought verkündete auf X: „Der Personalabbau hat begonnen“. Laut BBC sollten ab Freitag, dem 17. Oktober, schätzungsweise 4.600 Angestellte sogenannte Reduction in Force (RIF)-Mitteilungen erhalten – ein Verfahren für dauerhafte Kündigungen. Besonders betroffen wäre das Finanzministerium gewesen, mit über einem Viertel der Kürzungen, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialbereich mit 1.100 bis 1.200 Entlassungen.
Das US-Gericht stoppte aber am Donnerstag, dem 16. Oktober, alle weiteren Entlassungen. Trump hatte angekündigt, gezielt „demokratische Behörden“ zu streichen, die er als „politischen Betrug“ bezeichnete. Zwei Gewerkschaften, die AFGE und AFL-CIO, reagierten umgehend mit einer Klage gegen die Entlassungswelle, da normalerweise der Kongress bei derartigen Beschlüssen mitentscheidet.
Massive Auswirkungen auf Bundesbehörden und Wirtschaft
Das Haushaltsbüro des Kongresses schätzt zudem, dass täglich 750.000 Arbeiter beurlaubt werden könnten, mit Kompensationskosten von 400 Millionen US-Dollar. Besonders betroffen sind laut Informationen des New York Times die Umweltschutzbehörde mit 89 Prozent Beurlaubungen, das Bildungsministerium (87 Prozent) und das Handelsministerium (81 Prozent).
Die Trump-Administration nutzt den Shutdown auch für politische Vergeltungsmaßnahmen. US-Präsident Trump kündigte an, dass „wir Kürzungen vornehmen werden, die dauerhaft sind, und wir werden nur Demokraten-Programme kürzen“. Das Office of Management and Budget (OMB, deutsch etwa Amt für Verwaltung und Haushaltswesen) stoppte bereits acht Milliarden Dollar für Biden-Ära-Energieprojekte in demokratisch geführten Staaten. (ls)