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Umfrage

Union und AfD gleichauf: Ökonomen sprechen von einem „Kompletten Desaster“

Die Union büßt in den Umfragen ein, die AfD hingegen gewinnt dazu: Eine Situation, die Ökonomen mit Besorgnis betrachten. Der Arbeitnehmerflügel der CDU schlägt ebenfalls Alarm.

Berlin – Führende Ökonomen äußern sich besorgt darüber, dass sich Abstand der AfD zu den Unionsparteien laut einigen Wahlumfragen verkleinert und dass die AfD die stärkste Partei in Deutschland werden könnte. Sie fürchten, dass die Koalitionsgespräche in die falsche Richtung laufen, weil kaum von Reformen die Rede ist.

Ökonom: „Der klare Kompass fehlt“

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, führte die Situation laut Handelsblatt auf nicht eingehaltene Wahlkampfversprechen zurück. Es mangele Union und SPD „an Mut und einem klaren Kompass“. Die großen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung hätten Erwartungen geweckt, die nun aus Sicht vieler Wählerinnen und Wähler enttäuscht würden.

Der Ökonom Jan Schnellenbach warnte: „Wir laufen in ein komplettes Desaster hinein, wenn gegen den Willen der Mehrheit weiter SPD/Grün-Politik gemacht wird.“ Er bemängelte etwa das Fehlen „nachhaltiger Lösungen“ in der Sozialpolitik. Stattdessen werde einfach mehr Geld ins System gebuttert, schrieb er auf X.

AfD rückt immer näher und CDU und CSU heran

Die Aussagen nehmen Bezug auf die jüngsten Umfragen. Danach rückt die AfD immer näher und CDU und CSU heran. Laut dem ntv-Trendbarometer des Meinungsforschungsinstituts Forsa liegt die AfD derzeit bei 24 Prozent, während die Union einen Prozentpunkt abgibt und auf 25 Prozent kommt. In anderen Umfragen schrumpfte der Abstand ebenfalls. Auch das Vertrauen in CDU-Chef und voraussichtlichen Bundeskanzler Friedrich Merz sinkt. In der Forsa-Umfrage bezeichnen ihn 28 Prozent der Bundesbürger als vertrauenswürdig. 70 Prozent tun dies nicht – eine Zunahme von zehn Punkten gegenüber Dezember 2024.

Union sieht den Befund der Meinungsforscher unterschiedlich

In der Union werden die Befunde der Meinungsforscher unterschiedlich bewertet. Die Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Gitta Connemann, sprach laut Handelsblatt von einer Momentaufnahme. Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, sagte der Wirtschaftszeitung: „Die aktuelle Entwicklung ist mindestens hochproblematisch und gefährlich.“ Politik-Experten raten allerdings zu Gelassenheit. Sie wollen den Rückgang der Umfragewerte nicht überbewerten. Im Wahlkampf würden mitunter Versprechen gemacht, die weder sinnvoll noch umsetzbar seien. Das gehöre nun einmal zum Politikgeschäft.

Rubriklistenbild: © IMAGO/dts Nachrichtenagentur

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