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Energiesperre

Türkei-Hammer: Erdogan dreht Industrie den Strom ab - für mindestens drei Tage

Recep Tayyip Erdogan spricht bei einem Gipfel im Dezember 2021 in Istanbul.
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Recep Tayyip Erdogans Regierung verhängt vorübergehend eine Energiesperre für Unternehmen im Land.

Unternehmen in der Türkei müssen demnächst zeitweilig ohne Energie auskommen. Auch deutsche Firmen sind betroffen.

München - Firmen in der Türkei* tappen im Dunkeln. Demnächst soll vorübergehend kein Strom mehr fließen, Erdgas auch nicht. So will es Präsident Recep Tayyip Erdogan*. Die türkische Regierung hat angekündigt, für mindestens drei Tage die Versorgung zu kappen. Das berichtet das Handelsblatt.

Wer die Lieferpause umgehe, dem drohten strafrechtliche Sanktionen, zitiert die Zeitung den türkischen Netzversorger Teias. „Ich weiß nicht, ob ich in dieser Woche überhaupt meine Arbeiter in die Fabrik schicken soll“, sagte demnach ein Betroffener. „Es herrscht Panik“, heißt es aus der Branche.

Energiesperre in der Türkei: Auch deutsche Firmen betroffen

Aber nicht nur Firmen des Landes seien betroffen. Auch Siemens, Bosch oder Bayer haben in der Türkei wichtige Standorte. „Die deutschen Unternehmen blicken mit großer Sorge auf die angekündigten Stromabschaltungen“, sagte AHK-Türkei-Geschäftsführer Thilo Pahl der Zeitung.

Die Lieferketten-Probleme verschärfe das alles. „Zudem können industrielle Anlagen nicht einfach an- und ausgeschaltet werden, ohne dass technisch sensible Systeme wie zum Beispiel Hochöfen Schäden nehmen“, so Pahl.

Erdogan-Regierung kämpft mit Engpass bei Energieversorung

Was ist der Hintergrund des ungewöhnlichen Energie-Stopps? Schließlich dürfte er die wirtschaftlich angespannte Lage in der Türkei noch verschärfen. Es sind Lieferengpässe. Gut drei Viertel seines Gasbedarfs muss das Land aktuell importieren, vornehmlich aus Russland* und Iran*. Aus letzterem gut 16 Prozent, heißt es in dem Bericht.

Im Iran hätten ungewöhnlich kalte Temperaturen zuletzt aber den Gasverbrauch heimischer Kunden hochschnellen lassen, weshalb nun der Export gedrosselt wird. Hinzu gekommen sei ein Sabotageakt an einer Pipeline, der den Fluss vor etwa zehn Tagen unterbrach.

Was Russland, den zweiten großen Gaslieferanten der Türkei , angeht, warnt das Handelsblatt in seinem Bericht: Präsident Wladimir Putin könnte ebenfalls die Lieferungen drosseln, und zwar für den Fall, dass er den Druck auf die Erdogan-Regierung erhöhen wolle, sich aus dem Ukraine-Konflikt herauszuhalten. (frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA 

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