Pendlerpauschale steigt
Tabelle zeigt: So hoch ist die Steuerentlastung für Pendler durch den Merz-Plan
Die Merz-Regierung will die Pendlerpauschale erhöhen. Die Steuerentlastung soll schon ab 1. Januar steigen. Eine Berechnung zeigt, wie stark Pendler profitieren.
Berlin – Die neue Koalition aus Union und SPD plant gleich mehrere Entlastungen für Steuerzahler, etwa bei der Einkommensteuer. Konkrete Angaben finden sich im Koalitionsvertrag kaum. Eine Ausnahme ist dabei die Pendlerpauschale. Wer zur Arbeit pendelt, soll stärker entlastet werden.
Merz-Regierung will Pendler stärker bei der Steuer entlasten – Höhe bekannt
„Wir werden die Pendlerpauschale zum 01.01.2026 auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer dauerhaft erhöhen“, heißt es im Koalitionsvertrag. Bisher können Pendler für die ersten 20 Kilometer des Arbeitsweges jeweils 30 Cent, für jeden weiteren Kilometer 38 Cent in der Steuererklärung geltend machen. Die werdende Regierung unter Friedrich Merz (CDU) vereinheitlicht die Förderung damit für den gesamten Arbeitsweg.
Wie hoch die steuerliche Entlastung für Pendler letztendlich ist, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab. Die Pendlerpauschale zählt zu den Werbungskosten. Damit ist entscheidend, wie hoch diese insgesamt sind. Denn das Finanzamt berücksichtigt von sich aus bereits eine Werbungskostenpauschale von derzeit 1230 Euro. Wer nur einen kurzen Arbeitsweg und sonst keine Werbungskosten habe, der habe auch von der Pendlerpauschale nichts, berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS).
Bund der Steuerzahler ermittelt Szenarien: Wer profitiert von der neuen Pendlerpauschale?
Nach der Erhöhung 2026 überschreitet die Pendlerpauschale diesen Wert – bei 220 Arbeitstagen im Büro, was einer Vollzeitbeschäftigung mit 30 Urlaubstagen entspricht – bei einem Arbeitsweg von 14,7 Kilometern. Bisher seien mindestens 18,9 Kilometer nötig, erklärte die FAS. Wenn andere Werbungskosten vorliegen, ist die Hürde niedriger.
Welche Pendler konkret von den Plänen der neuen schwarzroten Koalition profitieren, hat der Bund der Steuerzahler für die FAS in verschiedenen Szenarien ermittelt. Dabei sind die Experten von einem kinderlosen Alleinlebenden ausgegangen, der ohnehin aufgrund des höheren Grundsteuersatzes am meisten von der Entlastung profitiere. Pendler mit Kindern müssten etwa die Freibeträge vom Bruttoeinkommen abziehen. Das reduziere die Steuerersparnis durch die Pendlerpauschale. Zudem geht die Auswertung davon aus, dass die Werbungskostenpauschale bereits voll ausgeschöpft ist, so dass die Pauschale bereits ab dem ersten Kilometer greife.
Übersicht: Wie hoch ist die Steuerentlastung durch die Pendlerpauschale 2026?
Grundsätzlich gilt wie bisher: Die Pendlerpauschale entlastet vor allem Menschen mit einem höheren Einkommen. Wer nicht volle acht Stunden am Tag arbeite und nur 20.000 Euro im Jahr verdiene, werde – je nach Länge des Arbeitswegs – um bis zu 65 Euro entlastet. Im Jahr. Bei einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro seien laut dem Bund der Steuerzahler bis zu 166 Euro Steuerersparnis möglich, wenn die Pendelstrecke 20 Kilometer betrage. Darüber hinaus bleibt die sie gleich.
| Jahresbruttoeinkommen (Vollzeit) | 10 Kilometer | 20 Kilometer | 30 Kilometer |
|---|---|---|---|
| 20.000 Euro | 33 Euro | 65 Euro | 65 Euro |
| 50.000 Euro | 56 Euro | 111 Euro | 111 Euro |
| 100.000 Euro | 83 Euro | 166 Euro | 166 Euro |
| Quelle: Bund d. Steuerzahler |
Homeoffice-Tage reduzieren die Entlastung durch die Pendlerpauschale
Die Entlastung greift nur für die Tage, an welchen die Pendler auch tatsächlich im Büro gearbeitet haben. Arbeitstage im Homeoffice respektive Remotearbeit müssen abgezogen werden. Wer nur die Hälfte seiner Arbeitszeit im Büro arbeitet, bekommt nur die halbe Ersparnis.
| Jahresbruttoeinkommen (Vollzeit) | 10 Kilometer | 20 Kilometer | 30 Kilometer |
|---|---|---|---|
| 20.000 Euro | 16 Euro | 33 Euro | 33 Euro |
| 50.000 Euro | 28 Euro | 56 Euro | 56 Euro |
| 100.000 Euro | 41 Euro | 83 Euro | 83 Euro |
| Quelle: Bund d. Steuerzahler |
Dabei wird auch die Frage neu gestellt, ob sich die Arbeit zuhause steuerlich mehr lohnt. Wer weniger als 20 Kilometer Pendelstrecke habe, profitierte bisher von sechs Euro Homeoffice-Pauschale am Tag mehr als durch die gefahrenen Kilometer. Diese Grenze sinkt laut der Analyse auf 15,8 Kilometer.
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Erhöhung der Pendlerpauschale könnte Anstieg des CO₂-Preises kompensieren
Die Erhöhung der Pendlerpauschale könnte damit laut FAS den Anstieg des CO₂-Preises auf Benzin und Diesel im kommenden Jahr größtenteils kompensieren. Laut ADAC-Berechnungen liege dieser aktuell bei etwa 15,7 Cent pro Liter Benzin und 17,3 Cent pro Liter Diesel. 2026 könnten im Extremfalls um 2,9 Cent für Benzin und 3,2 Cent für Diesel steigen. Durch die höhere steuerliche Entlastung würden Pendler, die einen Verbrenner fahren, nur etwa 0,2 Cent pro Kilometer teurer.
Von der Pendlerpauschale profitieren jedoch nicht nur Autofahrer. Für die Steuerentlastung ist nicht relevant, ob der Arbeitsweg mit dem Auto, der Bahn oder auch dem Fahrrad zurückgelegt wird.
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