Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Paukenschlag auf der Ostalb

Deutscher Maschinenbauer will rund ein Zehntel der Stellen streichen – bis zu 2.500 Mitarbeiter betroffen

Ein traditionsreicher Maschinenbauer in Familienhand prüft die Anpassung von Kapazitäten. Das könnte bis zu 2.500 Mitarbeiter betreffen.

Stuttgart – Der Maschinen- und Anlagenbauer Voith mit Sitz in Heidenheim an der Brenz (Baden-Württemberg) steht vor der Herausforderung, möglicherweise mehr als ein Zehntel seiner Belegschaft abzubauen. Der Technologiekonzern aus dem Osten des Bundeslandes hat angekündigt, seine Organisationsstrukturen und die Belegschaft im Zuge einer strategischen Neuausrichtung zu überprüfen. „Im Rahmen der Anpassungen wird eine Reduzierung von bis zu 2.500 Stellen erwartet“, so die Mitteilung.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Deutschland spielt in diesen Überlegungen eine zentrale Rolle. Trotz der technologischen Stärke und Innovationskraft des Standorts gibt es strukturelle Herausforderungen. Besonders hohe Energie- und Arbeitskosten, komplexe regulatorische Anforderungen und ein erheblicher bürokratischer Aufwand wurden als Probleme genannt. Im vergangenen Jahr hatte Voith angekündigt, die Produktion im Bereich Hydro ins Ausland zu verlagern. Eine Einigung konnte nicht alle Arbeitsplätze retten.

Stellenabbau bei Voith: Noch keine Entscheidungen zu Standorten und Bereichen

Bisher gibt es keine konkreten Entscheidungen zu bestimmten Standorten oder Bereichen. In den kommenden Wochen sollen verschiedene Optionen geprüft und gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern diskutiert werden. Der geplante Stellenabbau beschreibt „einen globalen Rahmen und stellt keine Aussage über bestimmte Standorte, Bereiche oder Funktionen dar“. Voith ist ein bedeutender Akteur im exportorientierten Maschinen- und Anlagenbau des Südwestens. Neben dem Stammsitz betreibt der Konzern weitere Werke in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Weltweit beschäftigt Voith rund 22.000 Mitarbeiter in über 60 Ländern.

Name Voith GmbH & Co. KGaA
Gründung 1867
Hauptsitz Heidenheim an der Brenz, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter 22.479 (Geschäftsjahr 2022/2023)
Umsatz 5,51 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2022/2023)

Das 1867 gegründete Unternehmen liefert Maschinen, Anlagen und technische Systeme für verschiedene Industriezweige. Voith produziert unter anderem Turbinen, Generatoren und digitale Steuerungstechnik für Wasserkraftwerke. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Papiermaschinen und Anlagen zur Altpapieraufbereitung. Zudem ist Voith im Bereich der Antriebs- und Industrietechnik tätig, einschließlich Getrieben und Kupplungen für Züge, Schiffe und industrielle Anwendungen.

Der Konzern, der in den Bereichen Hydro, Paper und Turbo tätig ist, verzeichnete zuletzt aufgrund der Konjunkturflaute Verluste. Im Geschäftsjahr 2023/24 fiel das Konzernergebnis auf minus 247 Millionen Euro, während im Vorjahr noch ein Gewinn von 73 Millionen Euro erzielt wurde. Der Umsatz sank auf 5,23 Milliarden Euro.

Beim Anlagen- und Maschinenbauer könnten im Zuge einer Kapazitätsanpassung bis zu 2.500 Arbeitsplätze wegfallen. (Archivfoto)

Konzernchef macht deutlich: „Voith steht vor großen Herausforderungen“

Die Ergebnisse für das im September abgelaufene Geschäftsjahr 2024/25 sind noch nicht veröffentlicht. Vor einem Jahr hatte Voith noch mit einer Verbesserung bei Umsatz und Gewinn gerechnet. „Voith steht vor großen Herausforderungen“, erklärte Konzernchef Dirk Hoke angesichts des steigenden Wettbewerbsdrucks. „Voith steht vor großen Herausforderungen auf dem Weltmarkt, weshalb wir eine umfangreiche strategische Analyse unseres Geschäfts vorgenommen haben“, fügte er hinzu. Um langfristig erfolgreich zu sein, müsse Voith über ausreichende Investitionsmittel verfügen und die Organisation effizient gestalten.

Hoke betonte: „Die Organisation stärken, Innovation beschleunigen und Wachstumschancen nutzen – das müssen wir jetzt gemeinsam angehen, nicht zuletzt, um den Standort Deutschland zu sichern“. Die Anpassungen zielen darauf ab, Prozesse zu vereinfachen, Entscheidungswege zu verkürzen und gezielt in zukunftsträchtige Bereiche zu investieren. Dazu zählen das profitable Service- und Digitalgeschäft, globale Wachstumsregionen sowie neue Technologien. (jul/dpa)

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa

Kommentare