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Drei bis vier Wochen

So lange kann Trump den Iran-Krieg noch führen, bevor der Ölpreis ihn einholt

Tanker brennen, Ölpreise explodieren: Der Iran-Krieg trifft Trump politisch ins Mark – kurz vor den Midterms tickt die Uhr für den US-Präsidenten.

Die Eskalation im Iran-Krieg geht weiter. Am Mittwoch hat das Mullah-Regime in der Golfregion erneut Tanker angegriffen. Ein „unbekanntes Geschoss“ etwa schlug in ein Frachtschiff in der Straße von Hormus ein und setzte den Tanker teilweise in Brand, wie die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt meldet. Der Druck auf die Ölmärkte ist groß. Als Antwort auf die steigenden Ölpreise gab die Bundesregierung in Koordination mit der Internationalen Energie-Agentur (IEA) einen Teil der deutschen Ölreserven frei.

Mit steigenden Ölpreisen wächst auch der Druck auf die Trump-Administration. Noch ist die Straße von Hormus (Bild) beinahe komplett gesperrt.

Doch die Freigabe von Ölreserven wird wohl nur kurzfristig entspannend auf die Märkte wirken. Sollte der Iran-Krieg lange andauern und die Meerenge längerfristig blockiert sein, gehen Analysten von einem steigenden Ölpreis auf bis zu 150 Dollar pro Barrel aus. Die Regierung in Washington hat sich auf steigende Ölpreise eingestellt und könnte diese bis zu vier Wochen lang verkraften, ohne großen politischen Schaden zu nehmen, wie eine Quelle im Umfeld des Weißen Hauses gegenüber Politico sagte. Ein gefährliches Spiel für US-Präsident Donald Trump, ein gutes halbes Jahr vor den wichtigen Midterm-Wahlen.

Trump unter Druck im Iran-Krieg: Ölpreis durchbricht zeitweise 120 Dollar das Barrel

Am Wochenende schien die Preisspirale nach oben nicht mehr zu stoppen, als das Barrel Öl die 120-Dollar-Marke erreichte. Der rasante Preisanstieg machte sich nicht nur an den deutschen Tankstellen bemerkbar. Der Durchschnittspreis für Benzin an den US-Zapfhähnen stieg innerhalb einer Woche um 51 Cent pro Gallone an. Die Gegenmaßnahmen der US-Regierung, den Preisanstieg im Zaum zu halten, zeigten kaum Wirkung.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Energieminister Chris Wright, Finanzminister Scott Bessent und Innenminister Doug Burgum übernahmen die Federführung bei der Entwicklung neuer Optionen – unterstützt vom „National Energy Dominance Council“ des Weißen Hauses, wie CNN berichtet. In öffentlichen Auftritten bemühten sich Wright und andere Regierungsvertreter, die Lage zu beschwichtigen, und machten Ölhändler für irrationale Preistreiberei verantwortlich.

Die Uhr tickt für Donald Trump: Steigende Ölpreise schaden dem US-Präsidenten politisch

Erst am Dienstag entspannte sich der Ölmarkt etwas, als das Barrel Öl auf knapp 80 Dollar fiel. Für die US-Regierung kam das zur rechten Zeit: In der Trump-Regierung kehrte Zuversicht zurück. Personen aus dem Umfeld des Weißen Hauses zeigen sich überzeugt, dass die Preisausschläge beherrschbar bleiben. Man habe drei bis vier Wochen Zeit, die Ziele im Iran zu erreichen, bevor die Ölpreise zum dauerhaften politischen Problem werden könnten.

Ein ehemaliger Trump-Regierungsbeamter betonte gegenüber Politico, die Administration benötige eine „konsistente, mehrwöchige Einschätzung“ der Ölpreise, ehe sie ihren Kurs anpasse. „Diese vorübergehenden kleinen Schwankungen sind nicht das, worauf sie ihre Politik stützen werden“, sagte er. Eine Änderung der Militärstrategie infolge der Preisspitzen sei zu keinem Zeitpunkt ernsthaft erwogen worden – das bestätigten mehrere Personen aus Regierungskreisen übereinstimmend.

Ölpreis-Explosion erwischt die Trump-Regierung kalt – „Wahnsinn“

Dennoch hatte der sprunghafte Anstieg am Sonntag die US-Regierung kalt erwischt. „In den schlimmsten Momenten am Sonntagabend war es Wahnsinn“, sagte eine vierte Person aus dem Umfeld des Weißen Hauses, laut Politico. „Das hat mich und die Administration auf jeden Fall überrascht.“ Am Montag bemühten sich Regierungsvertreter, verunsicherte Händler zu beruhigen und besorgte Republikaner zu beschwichtigen, die den Iran-Krieg als Widerspruch zur Bezahlbarkeitsbotschaft der Republikaner im Midterm-Wahlkampf sehen.

Irans Militärführung droht weiterhin damit, kein Schiff durch die Straße von Hormus passieren zu lassen. Der Militärsprecher des zentralen Hauptquartiers, Chatam Al-Anbija, stellte klar: „Wir werden niemals zulassen, dass auch nur ein Liter Öl zugunsten der USA, der Zionisten und ihrer Partner durch die Straße von Hormus transportiert wird.“ Der Militärsprecher drohte weiter: „Eure lebenswichtigen Zentren und Stützpunkte werden einer nach dem anderen in dem Feuer brennen, das ihr entfacht habt. Und sie werden wieder und wieder brennen.“

An die USA gerichtet sagte der Militärsprecher: „Ihr solltet wissen, dass ihr den Öl- und Energiepreis nicht künstlich niedrig halten könnt. (...) Rechnet mit einem Preis von 200 Dollar pro Barrel, denn der Ölpreis hängt von der Sicherheit der Region ab – und ihr seid die Quelle dieser Unsicherheit.“ (Quellen: dpa/AFP/Politico/CNN) (sischr)

Rubriklistenbild: © Foto von ROBERTO SCHMIDT / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP; Screenshot via Vesselfinder

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