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Deutliche Trends absehbar

Neue Daten: In diesen Ländern verbringen die Deutschen ihre Rente

Die Anzahl der deutschen Rentner, die ihre Zahlungen ins Ausland überwiesen bekommen, steigt. Dabei bleiben viele ganz in der Nähe Deutschlands.

Berlin – Nach dem Ende der beruflichen Karriere zieht es viele Deutsche ins Ausland. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat nach eigenen Angaben laut den Daten vom 31. Dezember 2022 insgesamt 230.868 Renten an deutsche Versicherte in anderen Staaten überwiesen.

Ganz vorne liegt dabei Österreich mit 27.630 Renten vor der Schweiz mit 26.028. Ebenfalls auf fünfstellige Werte kommen Spanien mit 22.094, die USA mit 21.051, Frankreich mit 17.397 und die Niederlande mit 10.103.

Entspannung unter blauem Himmel: Viele deutsche Rentner werden außerhalb von Deutschland heimisch.

Rente im Ausland: DRV verzeichnet rund 1,71 Millionen Zahlungen außerhalb Deutschlands

Zusammen mit den rund 1,48 Millionen ausländischen Versicherten, die Renten von der DRV beziehen, kommen so etwa 1,71 Millionen Zahlungen außerhalb Deutschlands zusammen – das sind sieben Prozent aller Rentenzahlungen. Dabei gehen rund 1,23 Millionen Zahlungen in die Mitgliedsstaaten der EU, was einen Anteil von knapp 72 Prozent der Auslandsrenten bedeutet. Heißt auch: 4,7 Prozent aller Rentenzahlungen der DRV fließen in andere EU-Länder.

Hinsichtlich der an ausländische Staatsangehörige überwiesenen Auslandsrenten liegt Italien mit 353.668 deutlich vorn. Auch Spanien erreicht mit 182.849 einen sechsstelligen Wert.

Binnen 20 Jahren stieg die Anzahl der ins Ausland gezahlten Renten um mehr als 400.000 an. Christian Amsinck, alternierender Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund, erklärte im Juni 2023: „Der Anstieg beruht zu einem großen Teil auf der Zuwanderung von Arbeitnehmern vor allem aus Italien, Spanien, Griechenland, dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei in den 1960er und 1970er Jahren und der damit verbundenen Zahlung von Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland.“ Nun seien viele von ihnen in die Heimat zurückgekehrt und würden sich ihre hierzulande erworbene Rente dorthin überweisen lassen.

Lebensabend im Ausland: Österreich ist unter deutschen Rentnern besonders beliebt.

Deutsche Rentner gehen ins Ausland: Zahlungen nach Österreich und in die Schweiz steigen an

Die zunehmende Globalisierung schlägt sich auch in einer anderen Zahl nieder, die die DRV präsentiert: Demnach haben in Deutschland zuletzt 2,46 Millionen Menschen aus anderen EU-Staaten Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt. Das ist eine Steigerung um das 2,5-Fache binnen zehn Jahren.

Ähnlich sieht es bei der Entwicklung der Rentenzahlungen an deutsche Versicherte im Ausland aus. Die Zeit (Artikel hinter einer Bezahlschranke) liefert hier unter Berufung auf die DRV mit Stand vom Jahr 2022 leicht höhere Werte. Demnach legte Österreich seit der Jahrtausendwende von 14.714 auf 29.649 kontinuierlich zu. Bei der Schweiz stieg die Zahl zwischen 2000 und 2010 rasant an, von 12.513 auf 23.772, seither ging es auf 27.663 nach oben.

Für Spanien ergibt sich ebenfalls ein sattes Plus, aus einst 9178 Zahlungen wurden 23.277. Anders sieht es in zwei nordamerikanischen Ländern aus. Die USA erreichten den höchsten Wert im Jahr im Jahr 2009 mit 25.607 und waren 2022 noch bei 22.001. Kanada verzeichnete 2007 noch 11.474 Zahlungen, 15 Jahre später nur noch 8.400.

Senioren und das liebe Geld: In manchen Ländern müssen für das tägliche Leben weniger Münzen in die Hand genommen werden.

Wohin zieht es deutsche Rentner? Zahlungen in fernere Länder nehmen ab

Die Beliebtheit von Österreich und der Schweiz wird in dem Artikel mit der Nähe zu Deutschland erklärt. So sind gerade Deutsche aus den Grenzregionen wie Bayern und Baden-Württemberg auch mit Bürgern aus den Nachbarländern verheiratet oder leben ohnehin schon in dem Land. In die Ferne würden dagegen weniger deutsche Rentner schweifen. Neben den USA und Kanada gingen die Zahlen auch in Australien, Südafrika, Argentinien oder Israel zurück.

Deutliche prozentuale Zunahmen der Rentenzahlungen an deutsche Versicherte sind vor allem in osteuropäische Staaten festzustellen, wenn auch auf niedrigem Niveau. Russland legte zwischen 2000 und 2022 von einst 31 auf 1086 zu – ein Plus von 3403 Prozent. Bulgarien liegt mit 2395 Prozent Zuwachs dahinter, hier wurden aus einst 55 Zahlungen zuletzt 1372.

Ähnlich rasant entwickelten sich die Werte in Rumänien, Thailand, Ungarn oder Polen. Hintergrund sind laut Zeit die niedrigen Lebenshaltungskosten in diesen Ländern. In Bulgarien würden Menschen mit einer durchschnittlichen deutschen Rente als wohlhabend gelten. Es gibt jedoch beim Auswandern im Ruhestand einiges zu beachten.

Die Zeitung betont auch, dass die Anzahl der im Ausland ansässigen Rentner etwas niedriger sein dürfte als die Anzahl der Zahlungen. Denn es ist auch möglich, dass eine Person verschiedene Rententypen gleichzeitig bezieht. (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sven Simon

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