„Bedrohung erheblich gestiegen“
Ölpreis-Schock nach Iran-Attacken: Reiche warnt vor Preissteigerungen
Der Nahostkonflikt treibt die Ölpreise auf den höchsten Stand seit Monaten. Nach Angriffen auf Tanker und der angekündigten Sperrung der Straße von Hormus. Reedereien reagieren bereits mit Umleitungen.
Der Konflikt im Nahen Osten treibt die Ölpreise auf den höchsten Stand seit Monaten. Nach Angriffen iranischer Revolutionsgarden auf Tanker im Golf und in der Straße von Hormus stiegen die Notierungen am Montag um mehr als sieben Prozent. „Mit den Vergeltungsmaßnahmen, die sich nun zu Angriffen auf Öltanker in der Straße von Hormus entwickeln, ist die Bedrohung für die Ölversorgung erheblich gestiegen“, warnte ANZ-Analyst Daniel Hynes in einer Marktanalyse.
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Ölpreis-Explosion nach Chamenei-Tod: Höchster Stand seit Monaten
Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich in der Spitze auf 82,37 Dollar – den höchsten Wert seit Januar 2025. Der Preis für US-Leichtöl WTI kletterte zeitweise auf 75,33 Dollar, was den höchsten Stand seit Juni 2025 markiert. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, sie hätten drei Tanker aus den USA und Großbritannien mit Raketen beschossen. Gleichzeitig verkündete Teheran die Sperrung der Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus.
Die Attacken forderten bereits ein Todesopfer. Nach Angaben des Schiffsdienstleisters V. Ships Asia wurde der Öltanker „MKD VYOM“ vor der Küste Omans beschossen, wobei ein Besatzungsmitglied ums Leben kam. Insgesamt wurden Reedereikreisen und Behördenvertretern zufolge mindestens drei Tanker beschädigt. Die Auswirkungen auf den Seehandel sind unmittelbar spürbar: Die dänische Reederei Maersk kündigte an, ihre Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas umzuleiten. Schiffsdaten belegen, dass mehr als 200 Fahrzeuge, darunter zahlreiche Öl- und Gastanker, am Sonntag vor der Meerenge ankerten
Iran sperrt Hormus-Straße: Über 200 Schiffe warten vor Meerenge – Maersk leitet um
.Das japanische Handelshaus Itochu berichtete bereits von „einigen Auswirkungen“ auf seine Lieferungen von Rohöl und Ölprodukten aus der Golfregion. Marktexperten der Citigroup rechnen damit, dass der Brent-Preis in dieser Woche zwischen 80 und 90 Dollar pro Barrel pendeln wird. Zwar hatte das Ölkartell Opec+ am Sonntag eine geringfügige Erhöhung der Fördermenge beschlossen. Die Nutzung zusätzlicher Kapazitäten sei jedoch „stark eingeschränkt, wenn wichtige Wasserstraßen unpassierbar gemacht werden“, erklärte RBC-Capital-Analystin Helima Croft.
Die Internationale Energieagentur (IEA) teilte mit, sie beobachte die Entwicklung genau, um im Notfall strategische Ölreserven freigeben zu können. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mahnte unterdessen zur Besonnenheit. Bezogen auf Flüssiggas würden „keine signifikanten Mengen“ über die Straße von Hormus nach Deutschland importiert, betonte die CDU-Politikerin in der ARD. Deutschland beziehe Gas hauptsächlich über Pipelines aus Norwegen und Belgien sowie Flüssiggas überwiegend aus den USA und Kanada. Dennoch schloss Reiche Preissteigerungen für Deutschland nicht aus: „Es kann zu Preissteigerungen kommen.“
Auslöser der jüngsten Eskalation ist der Tod des obersten geistlichen Führers des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, am Samstag. Israel hatte daraufhin am Sonntag eine neue Angriffswelle auf Teheran gestartet, worauf der Iran mit weiteren Raketenangriffen reagierte. (Verwendete Quelle: Reuters)
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