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Pharmakonzern

Neue Hoffnung bei Bayer? Pharmakonzern plant US-Expansion trotz letzten Rückschlägen

Milliarden-Klagen und Studien-Aus des Hoffnungsträgers - Bayer hatte zuletzt mit Rückschlägen zu kämpfen. Der Konzern will in den USA trotzdem expandieren.

San Francisco - Für Bayer lief es zuletzt schlecht. Das Patent für den Kassenschlager - dem Gerinnungshemmer Xarelto - läuft aus. Ende November musste die Erforschung eines potenziellen Nachfolgers - Asundexian - eingestellt werden. Der Leverkusener Konzern traute Asundexian ein Spitzenumsatzpotenzial von mehr als fünf Milliarden Euro zu, mehr als jedem anderen seiner Medikamente. Nach dem Ende der Studie fiel die Aktie um 20 Prozent. Trotz dieses Rückschlages für Bayers größten Medikamenten-Hoffnungsträger setzt der Konzern jetzt seine Expansion in den USA fort.

Der experimentelle Gerinnungshemmer könne doch noch ein Erfolg werden, wenn die zweite Studie zur Vorbeugung von Schlaganfällen positiv ausfalle, sagte der Pharmachef des Arzneimittelherstellers, Stefan Oelrich, am Montag (8. Januar) auf einer Konferenz der Pharmabranche in San Francisco. Es gibt auch noch andere Medikamente, die dem Konzern Hoffnung machen. In den USA gebe es große Chancen für das Herz-Kreislauf- und Menopause-Medikaments des Unternehmens namens Elinzanetant.

Bayer-Logo: Das Unternehmen will in den USA expandieren.

Bayer expandiert in den USA

Das Medikament soll Wechseljahresbeschwerden lindern. In zwei Studien konnte es die Zahl der Hitzewallungen und Schlafstörungen bei den Patientinnen reduzieren, berichtet die Wirtschaftswoche (WiWo). Das hormonfreie Mittel könne 2025 auf den Markt kommen. Pharma-Chef Oelrich erwartet einen Spitzenumsatz von mehr als einer Milliarde Euro.

Die Vermarktung der Medikamente in den USA wolle Bayer nach wie vor selbst übernehmen. In der Vergangenheit setzte der Leverkusener Konzern auf Partnerschaften mit US-Unternehmen. Bereits im März hatte Bayer-Manager Sebastian Guth gegenüber Nachrichtenagentur Reuters erklärt: Der Pharmakonzern wolle sich nicht mehr auf Partner in den USA verlassen und bis 2023 eine Milliarde Dollar für die Forschung und Entwicklung von Medikamenten in den USA ausgeben.

Neue Hoffnung für Gerinnungshemmer Asundexian

Ex-Hoffnungsträger Asundexian ist wohl außerdem noch nicht komplett verloren. Im November wurde die Studie zum Medikament auf Empfehlung eines unabhängigen Kontrollgremiums abgebrochen. Es war dem Mittel der Konkurrenz (Bristol-Myers Squibb und Pfizer) unterlegen. Anfang Januar gab Bayer nun bekannt, dass es eine neue Studie gestartet hat, um Asundexian bei Patienten mit Vorhofflimmern zu testen. Diese kommen aufgrund eines erhöhten Blutungsrisikos nicht für eine Behandlung mit oralen Blutverdünnern infrage. Ob Bayer nach dem Rückschlag in der Studie seine Prognosen für Asundexian revidieren wird, wollte Oelrich nicht sagen.

Trotz der Ankündigung von neue potenziell-profitablen Medikamenten und der Expansion reagierte der Aktienkurs der Bayer AG zuletzt nicht stark. Ein Grund dafür könnten die Probleme der anderen Sparten von Bayer sein. In jüngster Vergangenheit musste der Konzern und seine Tochter Monsanto Milliarden Schadensersatzzahlungen leisten - Rufe nach einer Aufspaltung des Konzerns wurden lauter: Die drei Bayer-Sparten - Agrar, Pharma und rezeptfreie Medikamente - seien allesamt „gute Geschäfte“, aber sie gehören wahrscheinlich nicht unter ein Dach. Das sagte David Herro, Portfoliomanager bei der Investmentgesellschaft „Harris Associates LP“ und einer der größten Bayer-Aktionäre dem Nachrichtendienst Bloomberg.

(mit Material von Reuters)

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago

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