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Familienbetrieb seit 1882
Nach Insolvenz schaltet ein weiteres Traditionsunternehmen die Lichter aus: „Leider unumgänglich“
Die Versuche, ein deutsches Textilunternehmen zu retten, sind erfolglos geblieben. Es ist nun offiziell: Für das Traditionsunternehmen gibt es keine Zukunft.
Aue - Die Rettung des Textilunternehmens Curt Bauer aus dem erzgebirgischen Aue ist gescheitert. Trotz intensiver Bemühungen ist es offenbar nicht gelungen, einen passenden Investor zu finden. Die Produktion wird nun bis Ende Juli heruntergefahren und der Geschäftsbetrieb eingestellt. Die zuletzt rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erhalten ihre Kündigung. Das teilten Unternehmen und Insolvenzverwalter am Mittwoch (30. April) mit.
Traditionsbetrieb ist insolvent: Unternehmen stellte Textilien her, auch für die Autobranche
„Wir haben alles dafür getan, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze am Standort Aue-Bad Schlema zu erhalten, und wir hätten uns sehr eine andere Entwicklung für Curt Bauer gewünscht“, sagte Insolvenzverwalter Rüdiger Bauch. „So gerne ich diesen Schritt vermieden hätte – in diesem Fall ist er leider unumgänglich.“
Curt Bauer stellt edle Tisch- und Bettwäsche her und war mit der Sparte technische Textilien unter anderem auch als Zulieferer für die Autoindustrie tätig. „Der Textilmarkt in Deutschland ist schon seit längerem stark rückläufig“, sagte Bauch. Im Bereich Heimtextilien bekam Curt Bauer die Kaufzurückhaltung der Verbraucher zu spüren und musste am Ende die Insolvenz anmelden.
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„Wir sehen in der Branche einen immer weiter voranschreitenden Konzentrationsprozess, der letztlich auch vor Traditionsunternehmen wie Curt Bauer nicht Halt macht“, sagte Bauch.
Wegen Wirtschaftsflaute zeigten Investoren Zurückhaltung und wollen insolvente Traditionsfirma nicht retten
Hinzu kam eine Investitionszurückhaltung aufgrund der zahlreichen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen auf nationaler und internationaler Ebene. „In den Monaten seit dem Insolvenzantrag haben wir zahlreiche potenzielle Investoren angesprochen und mit verschiedenen Interessenten intensiv verhandelt. Mehrere von ihnen hatten sich sogar von sich aus gemeldet und ihr Interesse an einer Übernahme von Curt Bauer signalisiert“, sagte Bauch. Es habe aber letztlich kein passendes Angebot gegeben.
Curt Bauer ist als Familienbetrieb in fünfter Generation bekannt. Im Jahre 1882 hatte ein Berliner Geschäftsmann die seit 1867 existierende Weberei in Aue übernommen und die Leitung Alwin Bauer übertragen. Bis Ende Juli können Kunden weiterhin Aufträge erteilen. Zudem ist es weiterhin möglich, Heim- und technische Textilien zu erwerben, die das Unternehmen auf Lager hat. Das Ladengeschäft in der Innenstadt von Aue-Bad Schlema hat weiterhin zu den bekannten Zeiten geöffnet.