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Deutsche Wirtschaftsindustrie
Metall- und Elektroindustrie: Stellenabbau verursacht massive wirtschaftliche Konsequenzen
Deutsche Metall- und Elektroindustrie verliert enorm viele Jobs. 76.000 Stellen allein im ersten Halbjahr abgebaut. Die deutsche Wirtschaftskraft schrumpft um Milliarden.
Berlin – Die deutsche Metall- und Elektroindustrie steckt in einer tiefen Krise. Laut dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall gingen allein im Juni 2025 fast 14.000 Arbeitsplätze in der Branche verloren. Im ersten Halbjahr summierte sich der Verlust bereits auf 76.000 Stellen. Ein Trend, der bereits seit 2023 anhält und weitreichende Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft hat.
Bundesweit arbeiten derzeit noch rund 3,82 Millionen Menschen in der Metall- und Elektroindustrie – das sind 104.000 weniger als im Vorjahr. Seit 2023 sind in der Branche insgesamt 154.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, wie der Verband mitteilte. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind dramatisch. „Mit jedem abgebauten Arbeitsplatz verliere Deutschland mehr als 100.000 Euro an Wertschöpfung“, betonte Lars Kroemer, Chefvolkswirt des Verbandes Gesamtmetall. „Das sind fast 25 Milliarden Euro weniger an Wirtschaftskraft im Vergleich zu 2019.“
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Milliardenverluste für die deutsche Wirtschaftskraft: Strukturelle Probleme belasten den Standort Deutschland
Die Metall- und Elektroindustrie hat als größter Industriezweig Deutschlands eine signifikante volkswirtschaftliche Bedeutung. Der kontinuierliche Arbeitsplatzabbau schwächt nicht nur die direkt betroffenen Unternehmen, sondern hat Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette. Als Hauptursachen für die Krise nennt Kroemer strukturelle Probleme: „Der Standort hat ein massives Kostenproblem bei Energie, Steuern, Sozialabgaben und Bürokratie“. Hinzu kämen weltwirtschaftliche Belastungen, etwa durch die Zollpolitik der USA.
Die Produktionsentwicklung zeigt ebenfalls besorgniserregende Trends. Laut Gesamtmetall sank die Produktion im zweiten Quartal 2025 um 1,1 Prozent zum Vorquartal, womit diese bereits seit neun Quartalen ununterbrochen abnimmt. Gesamtmetall-Geschäftsführer Oliver Zander sieht die Politik in der Pflicht. Obwohl die Bundesregierung bereits Maßnahmen wie die Senkung der Stromsteuer und ein Investitions-Sofortprogramm eingeleitet habe – besser bekannt als „Investitionsbooster“ – reiche dies nicht aus: „Die Geschwindigkeit, mit der sich der Beschäftigungsrückgang in der Metall- und Elektroindustrie fortsetzt, zeigt jedoch, dass die Bundesregierung keine Zeit für Verschnaufpausen hat“, teilte Zander gegenüber der Tagesschaumit.
Wirtschaftssantdort Deutschland: Automotive-Sektor besonders betroffen – Besserung nicht in Sicht
Der Verband fordert eine umfassende „Reformagenda“ zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Insbesondere der Abbau von Bürokratie müsse vorangetrieben werden. Zander warnt vor einer fortschreitenden Deindustrialisierung: „Ohne massive Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wird sich die Deindustrialisierung leider weiter fortsetzen“. Besonders dramatisch ist die Lage im Automotive-Bereich. Laut Tagesschau plant bereits jedes zweite Unternehmen aus diesem Sektor, sich in den nächsten Monaten von Beschäftigten zu trennen. Bereits jetzt erkennt man einen Wandel innerhalb der Automobilindustrie, die eigentlich vor der Aufgabe Elektromobilität steht, zur Rüstungsindustrie.
Die Aussichten bleiben düster. Das Geschäftsklima in der Metall- und Elektroindustrie hellte sich zwar im Juli etwas auf, blieb aber weiter im Rezessionsbereich. Die Erwartungen der Unternehmen bleiben überwiegend negativ. Hoffnungen auf eine Stabilisierung werden durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten und Knappheiten bei Seltenen Erden überschattet, dazu kommt der langsame Ausbau der Infrastruktur für die grüne Transmission Energiemobilität. Die Entwicklungen zeigen, dass Deutschland vor grundlegenden strukturellen Reformen steht, um seine Position als Industriestandort zu behaupten. Ohne entschiedenes Handeln droht eine weitere Schwächung der wirtschaftlichen Basis, mit langfristigen Folgen für den deutschen Mittelstand, und denn allgemeinen Wohlstand. (ls/dpa)