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Nach US-Sanktionen – Chevron will Lukoil-Assets für den Einkauf prüfen
Offenbar plant der Energiekonzern mit Sitz in Houston (Texas), potenzielle Käufe von einigen Lukoil-Assets zu prüfen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Montag (17. November) und berief sich dabei auf fünf mit der Sache vertraute Personen. Angeblich will sich Chevron dabei auf Assets beschränken, die mit den eigenen Interessen überlappen – es soll also nicht um einen kompletten Kauf aller Lukoil-Assets gehen.
Wladimir Putin in Moskau (Symbolfoto). Zwei wichtige russische Ölkonzerne leiden unter US-Sanktionen. Einer von ihnen will Assets in Milliardenhöhe verkaufen. Davon profitieren die USA.
Chevron ist eine der größten Öl- und Gasfirmen der Welt. Zu seinen Geschäftsfeldern gehören die Erschließung neuer Felder, Produktion, Weiterverarbeitung, Marketing, Chemikalien und Energieherstellung. Diese breite Streuung macht potenziell ein weites Feld an Einkäufen aus Lukoils Bestand auf. Der russische Mega-Konzern hält unter anderem ein wahres Netz an Tankstellen, dazu Raffinerien und Ölfelder. Ein Asset, das innerhalb der letzten Wochen deutlich ins Visier internationaler Medien geraten war, ist das West-Qurna-2-Ölfeld im Irak.
Hier hält Lukoil 75 Prozent (Stand November 2025). Nachdem die neuen Sanktionen in Kraft getreten waren, hatte es einen Zahlungsstillstand gegeben und der Irak will bis auf Weiteres weder Geld noch Öl nach Russland senden. Hier könnte Chevron einen Fuß in die Tür setzen: Der US-Konzern hat sein Engagement im Irak erst vor wenigen Monaten ausgeweitet. Damals hat er Übereinkünfte zur Entwicklung zweier anderer Ölfelder unterschrieben – West Qurna 2 wäre buchstäblich ein naheliegender Zukauf.
Trump gegen Putin – USA verhängen Sanktionen gegen wichtige Ölkonzerne
Ein kurzer Blick zurück: Was war passiert? Lange Monate hatte sich US-Präsident Donald Trump dagegen gesperrt, neue Russland-Sanktionen zu erlassen, und sogar einen eher russlandfreundlichen Kurs gefahren. Zwischenzeitlich war eher von einem Abbau von West-Sanktionen sowie der Rückkehr von US-Unternehmen nach Russland die Rede.
Dann aber hatte Trump erkannt, dass Putin ihn nur geschickt ausmanövrierte und Verhandlungen dazu nutzte, um seine Angriffe auf die Ukraine zu verstärken. Ende Oktober dann verkündete das Weiße Haus Sanktionen, die den russischen Energiesektor schwer trafen. Konkret stellten sie die beiden russischen Mega-Konzerne Lukoil und Rosneft unter Sanktionen.
Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands
Lukoil-Assets unter dem Auktionshammer – herber Schlag für Russlands Wirtschaft
Im November haben sich neben Chevron auch mehrere staatliche Akteure bereits zu möglichen Käufen von Lukoil-Assets geäußert. Die Regierung in Moldau zum Beispiel denkt laut dem britischen Guardian über die Verstaatlichung von Flughafen-Infrastruktur nach, die Lukoil besitzt. In Bulgarien ging ein Gesetz an den Start, das die Enteignung von Lukoil-Assets zulässt. Ähnliche Schritte befürchtet der russische Mega-Konzern auch in anderen Ländern.
Für Russlands Energiesektor sind die neuen US-Sanktionen ein herber Schlag. Zusammen sind Lukoil und Rosneft für mehr als 50 Prozent der russischen Ölproduktion zuständig – und Öl-Exporte sind neben den Gasexporten die wichtigsten Profitgeneratoren Putins. Im Laufe der letzten Monate gab es immer deutlichere Anzeichen dafür, dass der russische Energiesektor erheblich schwächelt. Schon im September haben die russischen Ölkonzerne teils massive Einbrüche bei ihren Profiten berichtet. Außerdem sorgt eine Drohnenkampagne der Ukraine derzeit für eine Treibstoffkrise innerhalb Russlands.