Wo es am günstigsten ist
Krankenkassen erhöhen Beiträge – so sparen Sie monatlich Geld
Die Krankenkassenbeiträge werden weiter steigen. In vielen Fällen kann sich deshalb ein Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse lohnen.
Berlin – Versicherten drohen weitere Anstiege bei den Krankenkassenbeiträgen. Die Beiträge könnten eine Höhe erreichen, die das Wirtschaftswachstum dämpfen könnte, warnte der Bundesrechnungshof in einem Schreiben an den Haushaltsausschuss des Bundestags. Bis zum Jahr 2029 könnte der Zusatzbeitrag deshalb auf 4,05 Prozent steigen. Die Forderung: kurzfristige Einsparungen sind erforderlich. Auch unabhängig von Maßnahmen der Bundesregierung haben Beitragszahlende jetzt die Möglichkeit, ihre Krankenkassenkosten zu dämpfen.
Zahlreiche Krankenkassen heben Beiträge an – hier zahlen Sie am wenigsten
Seit Jahresbeginn haben zahlreiche Kassen ihre Beiträge angepasst. Im Juli 2025 und August 2025 legten einige Anbieter nochmal nach und erhöhten ihre Zusatzbeiträge erneut. Bei den teuersten Krankenkassen überschreitet der Beitragssatz sogar die 18 Prozent, bei der Knappschaft Krankenkasse ist der Beitragssatz mit 19 Prozent (Stand August 2025) am teuersten.
Versicherte können einen Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse beantragen, um ihre Beiträge zu senken. Diese Kassen sind derzeit am günstigen:
| Krankenkasse | Beitragssatz 2025 |
|---|---|
| BKK Firmus | 16,78 Prozent |
| hkk Krankenkasse | 16,79 Prozent |
| Audi BKK | 17 Prozent |
| Techniker Krankenkasse | 17,05 Prozent |
| WMF BKK | 17,05 Prozent |
| HEK Hanseatische Krankenkasse | 17,10 Prozent |
| TUI BKK | 17,10 Prozent |
| DAK Gesundheit | 17,40 Prozent |
Wechsel zur günstigeren Krankenkassen lohnt sich in vielen Fällen
Ein Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse lohnt sich für viele Kunden. In vielen Fällen können Sie ganz einfach online einen Antrag erstellen und brauchen sich dann um nichts mehr kümmern. Die neue Krankenkasse informiert den alten Anbieter über ihre Kündigung und den Wechselauftrag. Im nächsten Schritt müssten Sie nur noch bei Ihrem Arbeitgeber den Wechsel angeben.
Versicherte können selbst berechnen, ob sich ein Wechsel der Krankenkassen lohnt. Dafür müssen Verbraucher die beiden Zusatzbeiträge vergleichen. Ein Beispiel: Eine Person verdient die Summe x. Dann müsste man das monatliche Einkommen durch 100 teilen und mit dem Beitragssatz (allgemeiner Satz von 14,6 Prozent plus kassenindividuellem Zusatzbeitrag) multiplizieren. Das Ergebnis dividiert man nochmal durch zwei, da der Arbeitgeber die Hälfte des gesetzlichen Krankenversicherungsbeitrags übernimmt.
Ein Rechenbeispiel
Ein Arbeitnehmer verdient 3.000 Euro brutto im Monat. Bei einer Krankenkasse mit einem Zusatzbeitrag von drei Prozent würde er monatlich 264 Euro zahlen. Das ergibt sich aus folgender Rechnung: 3.000 Euro durch 100 X Beitragssatz (14,6 Prozent allgemeiner Beitragssatz + kassenindividueller Zusatzbeitrag (drei Prozent) = 17,6 Prozent). Das Ergebnis teilt man dann durch zwei. Bei einer günstigeren Krankenkasse, die einen Zusatzbeitrag von nur einem Prozent hat, würde er monatlich 234 zahlen und somit 30 Euro sparen.
Zudem lohnt sich auch ein Blick auf die Zusatzleistungen der neuen Krankenkassen. Manche Krankenkassen könnten über mehr Leistungsangebote und Bonusprogramme verfügen, die zu einem besser passen.
Krankenkassen in finanzieller Schieflage – Milliardenlücke wird größer
Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen bessert sich seit Monaten nicht. Die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben der Kassen wächst laut dem Bundesrechnungshof derzeit jährlich um sechs bis acht Milliarden Euro. Der Bund schiebe notwendige Schritte jedoch „auf die lange Bank“, kritisierten die Rechnungsprüfer. „Die Rücklagen der Krankenkassen sind aufgezehrt und sichern keine ausreichende Beitragsstabilität.“ Über den Bericht der Behörde hatte zunächst das Nachrichtenmagazin „Politico“ berichtet.
Der Rechnungshof beklagte insbesondere eine Nachgiebigkeit der Politik: „Ursächlich für den Ausgabenanstieg ist insbesondere die Abschaffung kostendämpfender Regelungen.“ Hinzu kämen technischer Fortschritt und die weitere demografische Entwicklung. Eine alternde Bevölkerung verstärke die strukturelle Deckungslücke, da „neben ohnehin wachsenden Ausgaben mit Renteneintritt der Versicherten geringere Einnahmen zu erwarten sind“.
Die Rechnungsprüfer forderten Einschnitte im System. „Aus Sicht des Bundesrechnungshofes sind ausgabenseitig Maßnahmen zu ergreifen, die kurzfristig die finanzielle Situation der GKV stabilisieren und alle relevanten Leistungsbereiche umfassen, insbesondere solche, in denen aktuell deutliche Kostensteigerungen zu verzeichnen sind“, heißt es in dem Papier. Möglich wäre beispielsweise ein Ausgabenmoratorium, welches der Spitzenverband Bund der Krankenkassen fordert.
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