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US-Präsident Trump hatte am 6. August die Einfuhrzölle für indische Waren von 25 auf 50 Prozent erhöht. Zur Begründung führte er die Energie- und Waffenimporte Indiens aus Russland an. Medienberichten zufolge hat Delhi daraufhin den Import von Öl aus Russland drastisch eingeschränkt. US-Medien berichten, dass nur noch ein Drittel des Öls importiert werde.
Trump-Druck auf Putin: China sieht Chance in Russlands Öl-Dilemma
Doch Wladimir Putin bleibt aktuell offenbar dennoch nicht auf seinem Öl sitzen. Laut CNN haben Unternehmen aus China das Überangebot in Russland erkannt. China ist neben Indien traditionell der größte Bezieher von russischem Öl. Peking kauft dabei meist das Öl aus russischen Raffinerien im Osten von Putins Reich. Indien dagegen bezieht sein Öl mehr aus westlichen Raffinerien.
Nach den neuen Trump-Zöllen geht nun aber auch immer mehr Öl aus West-Russland nach China. Staatliche und private Raffinerien in China haben demnach knapp 13 Ladungen westrussischen Rohöls zur Lieferung im Oktober und mindestens zwei Ladungen für November gekauft. Das berichtet CNN unter Berufung auf einen Rohölanalysten bei Kpler. Das Unternehmen verfolgt Rohstoff- und Schifffahrtdaten. Laut der Economic Times haben sich die Lieferungen von westrussischem Öl nach China damit aktuell fast verdoppelt.
Wladimir Putin: Der Aufstieg von Russlands Machthaber in Bildern
Eine der genannten Schiffsladungen hat dabei normalerweise eine Größe von 700.000 bis zu einer Million Barrel Rohöl. Sie werden demnach in Häfen in Alaska und am Schwarzen Meer verladen. Die Schiffe fahren dann statt nach Indien einfach nach China.
Doch hinter dem Kauf steckt kein freundschaftliches Beiseitespringen Chinas für Putin. Der Experte sieht „Opportunismus“ in China. Denn der Preis für russisches Öl sei weiter deutlich niedriger als Alternativen aus dem Nahen Osten. In den nächsten Wochen erwartet der Experte deshalb, dass sogar noch mehr Bestellungen aus China in Russland eingehen werden.
Russland läuft dennoch die Zeit davon
Kann Russland Trumps Zoll-Schachzug als einfach umgehen? Nein meint der Experte: „Wenn Indien weiterhin mit seinen Käufen zögert, wird das für Russland ein echtes Problem – China kann das gesamte Volumen Indiens einfach nicht alleine bewältigen.“
Russland selbst macht mit Blick auf Indien derweil auf cool. Putins erster stellvertretender Ministerpräsident, Denis Manturow, sagte laut Tass, dass Russland Indien weiter mit Öl, Kohle und Ölprodukten beliefere. Zudem spreche man über den Ausbau der Beziehungen – etwa in den Bereichen Flüssigerdgas und Kernkraftwerken.