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Wirtschaft sorgt sich wegen Trump-Zöllen

Industrie hofft auf die „Merz-Bazooka“ gegen die Krise: „Man muss die Zahlen ganz schön quälen“

Der Industrie fehlen die Aufträge. Besonders fehlende Großaufträge drücken die Zahlen. Ökonomen warnen vor neuen Strafzöllen.

Berlin – Ein gewaltiges Investitionspaket der Regierung soll sowohl die europäische Verteidigung als auch innerhalb Deutschlands die Infrastruktur stärken. CDU-Chef Friedrich Merz will in diesem Rahmen als neuer Bundeskanzler viele Milliarden Euro in die Hand nehmen. Bis die ankommen, wird jedoch noch Zeit ins Land gehen – und die Wirtschaft schwächelt derweil weiter.

Auftragsrückgang in der Industrie – „Noch keine nachhaltige Belebung“

Nebst weitflächigem Stellenabbau und immer neuen Insolvenzen äußert sich das in einem deutlichen Auftragsminus. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, sanken die Bestellungen der deutschen Industrie im neuen Jahr um 7,0 Prozent, im Vergleich zum Vormonat. Hierbei handele es sich um das stärkste Auftragsminus seit einem Jahr. Dabei berief sich Reuters auf aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts.

Metallbearbeitung mit Winkelschleifer (Symbolfoto). Der Industrie fehlen die Aufträge. Besonders fehlende Großaufträge drücken die Zahlen. Ökonomen warnen vor neuen Strafzöllen.

Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 2,8 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von revidiert 5,9 Prozent im Dezember. „Bei der Nachfrage im Verarbeitenden Gewerbe zeichnet sich in der Tendenz noch keine nachhaltige Belebung ab“, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die Entwicklung. Die Unsicherheit über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren dürfte auch eine Rolle gespielt haben. Bereinigt um Großaufträge sanken die Bestellungen allerdings insgesamt nur um 2,7 Prozent.

„Zum Jahresauftakt eine Ernüchterung“ – Ökonomen äußern sich zum Auftragsrückgang

„Der Auftragsrückgang enttäuscht trotz des fantastischen Vormonats schon etwas“, zitierte Reuters den Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. Letztlich bestehe aber weiter die Hoffnung auf eine Bodenbildung. Für die nächsten Monate stehe zunächst weiter Magerkost auf dem Plan. „Höhere US-Zölle werden erst noch belasten und Lieferketten sich neu sortieren“, sagte Krüger und ergänzte mit Blick auf die Investitionspläne des wahrscheinlichen neuen Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU): „Bis zur Merz-Bazooka muss die Industrie jetzt durchhalten.“

Ähnlich äußerten sich auch andere Experten. „Zum Jahresauftakt mal wieder eine Ernüchterung“, sagte Ökonom Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Natürlich verzerrten die Großaufträge derzeit das Bild von Monat zu Monat. „Aber man muss die Zahlen schon ganz schön quälen, um ihnen noch etwas Positives abzugewinnen.“

Rückschlag durch Trump-Zölle – Investitionen müssen Impulse bringen

Aus dem Inland sammelte die Industrie im Januar 13,2 Prozent weniger Aufträge ein. Im Dezember hatte es jedoch noch ein Plus von 14 Prozent gegeben. Die Auslandsnachfrage fiel nun um 2,3 Prozent. Hier verwies das Ministerium allerdings auf extreme Schwankungen bei den Großaufträgen. Im Dreimonatsvergleich, der tendenziell weniger volatil ausfällt, sanken die Bestellungen um 2,4 Prozent.

Die Industrie sorge sich nun vor neuen Zollerhöhungen, die US-Präsident Donald Trump bereits angekündigt hatte. „Sollten tatsächlich alle europäischen – und damit deutschen – Exporte mit einem Zollsatz von 25 Prozent belegt werden, so droht den deutschen Exportaufträgen ein neuer empfindlicher Rückschlag“, erklärte dazu der wissenschaftliche Direktor des gewerkschaftsnahen IMK-Instituts, Sebastian Dullien. Diese Maßnahme könne für „spürbare“ Verzögerungen bei der Erholung der Industrie sorgen.

Wenn die Pläne von Union und SPD zu einem Sondervermögen für Infrastrukturinvestitionen und höhere Verteidigungsausgaben durchgesetzt werden, so dürfte dies auch auf die Industrie ausstrahlen. Die Wirkung dürfte aber erst im Laufe des Jahres 2026 deutlich sichtbar werden, sagte Dullien. „Mindestens bis zur Jahresmitte 2025, wahrscheinlich aber auch bis zum Jahresende ist mit einem Anhalten der Durststrecke der deutschen Industrie zu rechnen.“ (Laernie mit Reuters)

Rubriklistenbild: © IMAGO / onemorepicture

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