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Verbraucherpreise

Deutschland: Inflationsrate erneut gesunken – Energiepreise sinken

Die Inflation in Deutschland reduziert sich fortlaufend. Die Rate von 2,1 Prozent im Mai hat sich mittlerweile weiter verringert.

Wiesbaden – Der Preisdruck in Deutschland hat im Juni überraschend nachgelassen. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 2,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag (30. Juni) zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Im April und Mai waren die Verbraucherpreise noch um jeweils 2,1 Prozent gestiegen. Von Mai auf Juni stagnierten die Preise.

Energie wird deutlich billiger: Lebensmittel sehr uneinheitlich

Deutlich billiger wurde Energie: Sie kostete 3,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (Mai: -4,6 Prozent). Nahrungsmittel verteuerten sich um 2,0 (Mai: +2,8 Prozent). Dabei fiel die Entwicklung teils sehr uneinheitlich aus: Gemüse verbilligte sich etwa in Nordrhein-Westfalen um 4,2 Prozent, während Obst um 10,8 Prozent teurer wurde. Dienstleistungen kosteten im Schnitt 3,3 Prozent mehr (Mai: +3,4 Prozent). Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oft auch als Kerninflation bezeichnet, sank auf 2,7 (Mai: +2,8) Prozent.

„Insgesamt darf man wohl feststellen, dass die Zeiten der Hochinflation zunächst vorbei sind“, sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia. „Die Gründe reichen vom starken Euro, der für niedrigere Importpreise sorgt, über ein größeres Angebot an Gütern aus Asien, die diese in den USA nicht mehr loswerden bis zur schwachen Konsumnachfrage.“ Mittel- bis langfristig sei der Kampf gegen die Inflation aber noch nicht beendet. Strukturelle Faktoren wie Demografie, Klimawandel und Deglobalisierung bestünden fort. „Dazu kommen die Ausgabenpläne der neuen Bundesregierung, die zu einer höheren Kapazitätsauslastung und damit auch mehr Preissetzungsmacht aufseiten der Unternehmen führen werden“, sagte de la Rubia.

Viele Verbraucher haben mit der Preiswelle der vergangenen Jahre an Kaufkraft verloren (Archivbild)

Deutschland erreicht das Inflationsziel der EZB

Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Währungsraum ist zwei Prozent. Die nach europäischen Standards berechnete deutsche Teuerungsrate liegt aktuell mit 2,0 Prozent genau auf dieser Zielmarke. Die Währungshüter haben wegen des nachlassenden Preisdrucks zuletzt sieben Mal in Folge ihren Leitzins gesenkt. 

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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