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„Es gibt Schwierigkeiten“

Belastung für Russlands Wirtschaft: Putin bestätigt unerwartet Probleme

Risse in der Fassade? Putin gibt nun anscheinend zu, dass die russische Wirtschaft unter den gegenwärtigen Bedingungen zu kämpfen hat.

Moskau – Die Problemliste von Kreml-Diktator Wladimir Putin ist lang. Der russischen Wirtschaft geht es immer schlechter. Noch bis vor einigen Monaten hatte der russische Präsident ein optimistisches Bild über die wirtschaftliche Lage gezeichnet. Doch jetzt sind die Herausforderungen so groß, dass er sie nicht mehr ignorieren kann und in Zweifel gerät.

Russlands Wirtschaft unter Druck: Zentralbank will wegen Inflation Leitzins erneut anheben

Putins Sorgen dürften berechtigt sein. Jüngstes Beispiel ist die hartnäckige Inflation, die Russlands Wirtschaft seit Monaten belastet. Um dagegen anzukämpfen, will die russische Zentralbank ihren Leitzins erneut anheben, von 19 auf 21 Prozent. Laut der Nachrichtenagentur AFP ist dies der höchste Satz seit 2003 – so hohe Leitzinsen hat Russland also seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gehabt.

Die Bank machte vor allem die „Explosion“ bei den Militärausgaben für diese Entwicklung verantwortlich, die 2025 nochmal auf Rekordhöhe klettern sollen. „Zusätzliche staatliche Ausgaben und die damit verbundene Ausweitung des Haushaltsdefizits im Jahr 2024 haben inflationsfördernde Wirkung“, zitierte die AFP die Zentralbank. Für den Fall, dass die Inflationsrate nicht wieder sinke, müsse sie den Leitzins weiter anheben.

Wladimir Putin ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bestrebt, die politische und wirtschaftliche Isolation seines Landes durch den Westen zurückzudrängen.

Vasily Astrov, Experte für die russische Wirtschaft am Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsstudien, zweifelt jedoch gegenüber dem Magazin Newsweek am Vorgehen der Zentralbank, den Leitzins anzuheben. Diese Maßnahme würde nur dazu führen, dass private Investitionen ins Stocken geraten, was in Zukunft genau das Problem der Engpässe auf der Angebotsseite, das die Zentralbank und viele andere beklagen, noch verschärfen wird, sagte er.

Russlands Wirtschaft macht Putin Sorge: „Es gibt weiterhin Schwierigkeiten“

Putin scheint nun ebenfalls den Ernst der Lage zu begreifen. In einer jüngsten Videoansprache mit Top-Offizieren sagte er: „Es gibt weiterhin Schwierigkeiten und Ungleichgewichte in der Wirtschaft.“ Diese seien in erster Linie auf die schwierigen Bedingungen zurückzuführen, „unter denen wir das industrielle, landwirtschaftliche und finanzielle Potenzial aufbauen“, zitierte das Magazin Newsweek den Präsidenten. Putin verwies ebenfalls auf Probleme, die durch „externe Sanktionen“ sowie „Personal- und Technologiemangel, Logistik“ verursacht werden. „Diese Faktoren spiegeln sich unter anderem in der Dynamik der Verbraucherpreise wider“.

Die Gouverneurin der Zentralbank, Elvira Nabiullina, nahm ebenfalls laut Newsweek an der Sitzung teil. Nabiullina zählt zu den russischen Ökonomen, die Putin mehrfach vor einer Überhitzung der russischen Wirtschaft gewarnt haben. 

Russlands Wirtschaft wächst angeblich – doch das Wachstumswunder geht zu Ende

Bislang hat Putin am mutmaßlichen Wirtschaftswachstum versucht festzuhalten. Russlands Wirtschaft wächst trotz Sanktionen, so der Tenor des Kremls. So sagte der russische Finanzminister Anton Siluanow am 19. April 2023, dass das russische BIP 2024 voraussichtlich um 3,6 Prozent wachsen und damit die Wachstumsrate des Vorjahres erreichen wird. Nach dem Beginn der umfassenden Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 erlebte die russische Wirtschaft einen Schock und einen anschließenden Rückgang.

Auch der Internationale Währungsfonds hat ein stärkeres Wachstum der russischen Wirtschaft von 3,6 Prozent prognostiziert. Allerdings räumte es ein, dass im Jahr 2025 mit einer Verlangsamung zu rechnen ist. „Was wir derzeit in der russischen Wirtschaft sehen, ist, dass sie auf Kapazitätsengpässe stößt.“ Die russische Wirtschaft sei überhitzt, sagte der IWF-Europa-Chef Alfred Kammer am 24. Oktober.

Auch weitere Anzeichen deuten darauf hin, dass der Wachstumsboost der russischen Wirtschaft kurzlebig ist. Hauptgrund für das Wachstum sind die hohen Staatsausgaben für den Ukraine-Krieg. Doch die übermäßigen Investitionen sind für Russlands Wirtschaft langfristig nicht nachhaltig und verdammen Putin zu einem langen Krieg gegen die Ukraine, weil derzeit hauptsächlich die Militärinvestitionen Russlands Wirtschaft am Leben erhalten. (bohy)

Rubriklistenbild: © ITAR-TASS/Imago

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