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Kameni
Vulkan bei Santorini ist gefährlicher als angenommen – Eruption hätte „schwerwiegende Folgen“
Die griechische Inselgruppe Santorini birgt mehr als nur idyllische Aussichten. Eine neue Studie zeigt, wie gefährlich der Vulkan Kameni sein kann.
Santorini – Die malerische Inselgruppe Santorini in Griechenland ist bekannt für ihre charakteristischen weißen Häuser mit blauen Dächern. Die Inseln sind beliebt bei Touristinnen und Touristen, mehr als zwei Millionen Reisende besuchen das griechische Archipel im Jahr. Was die wenigsten von ihnen wissen: Santorini ist die Heimat eines der weltweit am gründlichsten untersuchten Vulkansysteme – und hat im Zentrum einen aktiven Vulkan.
Griechische Inselgruppe Santorini beherbergt einen aktiven Vulkan
Die Inseln bilden einen Ring um eine Caldera, eine kesselförmige Vertiefung, die durch einen Vulkanausbruch entstanden und nun vom Meer gefüllt ist. Im Zentrum dieses Systems liegt der Vulkan Kameni, der die Inseln Palea Kameni und Nea Kameni formt. Die heutige Form von Santorini ist das Ergebnis des verheerenden minoischen Ausbruchs des Vulkans vor rund 3600 Jahren. Bei diesem Ausbruch wurden große Mengen an Asche und Bimsstein ausgestoßen und der Vulkan kollabierte schließlich, was zur aktuellen Form von Santorini führte.
Doch dies war nicht das einzige Mal, dass der Vulkan einen Caldera-Kollaps erlebte. „Inzwischen wissen wir von mindestens fünf solcher Ereignisse innerhalb der letzten 500.000 Jahre“, so Jonas Preine von der Universität Hamburg, Erstautor einer neuen Studie über den Vulkan von Santorini, die in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht wurde.
Weiße Häuser, blaue Dächer – so idyllisch kennt man die griechische Inselgruppe Santorini. Doch die Inseln bilden den Rand einer Caldera, in ihrem Zentrum befindet sich der aktive Vulkan Kameni. Der ist offenbar gefährlicher, als bislang angenommen. (Archivbild)
„Wie andere große Vulkansysteme auch, durchläuft Santorini Caldera-Zyklen. Nach einem sehr großen Ausbruch beginnt der neue Zyklus mit kleinen, aber häufigen Ausbrüchen, während sich das Vulkansystem wieder langsam mit Magma füllt“, erklärt Preine in einer Mitteilung. „Anschließend reift es weiter, die Ausbrüche werden größer, aber seltener, bevor das System reif ist, einen neuen Caldera formenden Ausbruch hervorzubringen.“ Dieser Prozess erstreckt sich typischerweise über Zeiträume von mehreren zehntausend Jahren.
Aktuell befindet sich der Vulkan von Santorini in einer Phase, in der sich Magma ansammelt. Der Vulkan Kameni ist jedoch weit davon entfernt, einen neuen Caldera-Kollaps zu erleben. Bislang gingen Experten davon aus, dass in dieser Phase keine großen explosiven Ausbrüche zu erwarten sind. Die neue Studie von Preine und dessen Team, stellt diese Annahme jedoch infrage.
Studie zeigt: Santorini-Vulkan brach im Jahr 726 aus – das macht ihn gefährlicher als angenommen
Das Forschungsteam konnte mittels seismischen Experimenten und Bohrungen einen Ausbruch des Vulkans im Frühsommer 726 nachweisen und rekonstruieren. Bei Bohrungen in Tiefen von bis zu 300 Metern stießen die Forschenden auf eine bis zu 40 Meter dicke Schicht aus grauem Bimsstein und Asche, die eindeutig auf den Ausbruch zurückzuführen ist. „Dieser Ausbruch muss größtenteils unter Wasser innerhalb der gefluteten Caldera stattgefunden haben, da fast keine Ablagerungen des Ausbruchs an Land gefunden wurden“, erklärt Jens Karstens, mariner Geophysiker am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und Mitautor der Studie. „Das passt zu den historischen Augenzeugen-Überlieferungen.“
Lava und Aschewolken: Diese 25 Vulkane auf der Welt sind aktiv – einer sticht besonders heraus
Der Ausbruch im Jahr 726 war laut Preine 30 Mal kleiner als die berühmte minoische Eruption. Er betont: „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine vergleichbare Eruption in naher Zukunft wieder passieren wird.“ Die neuen Erkenntnisse haben jedoch wichtige Auswirkungen auf die Gefahreneinschätzung des Vulkans von Santorini, da sie darauf hinweisen, dass auch während der frühen Phase des Caldera-Zyklus größere explosive Ausbrüche möglich sind.
Vulkan von Santorini war in der Lage, „hochexplosive Eruptionen zu produzieren“
Die Entdeckung des Ausbruchs „impliziert, dass das Vulkansystem von Santorini in der Lage war, in seinem derzeitigen frühen Stadium des Caldera-Zyklus hochexplosive Eruptionen zu produzieren“, schreibt das Forschungsteam in der Studie. Sollte heute ein vergleichbarer Ausbruch stattfinden, hätte dies „schwerwiegende Folgen nicht nur für die Bewohner von Santorini und seiner Nachbarinseln, sondern auch für das gesamte östliche Mittelmeer“, warnen die Forschenden.
Die möglichen Folgen eines solchen Ausbruchs sind vielfältig und könnten „Tsunamis, die durch Unterwasserexplosionen ausgelöst werden, ausgedehnte Bimssteinblöcke und große Aschewolken in der Luft, die erhebliche Auswirkungen auf die Küstengemeinden, die Luftfahrt, den Seeverkehr und Unterseekabel haben können“, umfassen, notiert das Forschungsteam in seiner Arbeit.
Forschungsteam fordert Überwachung und Frühwarnstrategien für Santorini
„Wenn uns die Ablagerungen eines so großen Ausbruchs von einem so gut untersuchten Vulkan wie Santorini nicht bekannt waren, müssen wir davon ausgehen, dass unsere globalen Eruptionsaufzeichnungen einen erheblichen blinden Fleck für submarine explosive Eruptionen aufweisen“, so Preine. Er und sein Forschungsteam betonen in ihrer Arbeit die Notwendigkeit einer Überwachung des Vulkans und von Frühwarnstrategien für die Inselgruppe Santorini. Dort leben – neben den Touristinnen und Touristen, die nur kurze Zeit bleiben – mehr als 15.000 Menschen. (tab)
Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.