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Ergebnisse unterstützen bekannte Theorie

Indische Mondsonde liefert neues Detail über den Südpol des Mondes

Vor einem Jahr setzte eine indische Sonde auf dem Südpol des Mondes auf. Die Auswertung ihrer Bodenproben bestätigt nun eine Theorie zur Mondgeschichte.

München – Vor einem Jahr, am 23. August 2023, machte Indien seine historische erste Landung auf dem Mond mit der Monderkundungs-Raumsonde Chandrayaan-3. Nach den USA, China und der ehemaligen Sowjetunion ist Indien somit das vierte Land, dem überhaupt eine Mondlandung gelungen ist. Es ist gleichzeitig auch das erste Land, das auf dessen Südpol gelandet ist. Wissenschaftler machen nun anhand der Bodenproben eine bahnbrechende Entdeckung, die eine Theorie zur Entstehung und Entwicklung des Mondes unterstützt. Sie besagt, dass der Mond kurz nach seiner Entstehung von einem „Magma-Ozean“ bedeckt war, erklärt die Max-Planck-Gesellschaft.

Südpol-Proben einer indischen Mondsonde bestätigen „Magma-Ozean“-Theorie auf dem Mond

Das Erkundungsteam des Physical Reserch Laboratorys (PRL) in Ahmedabad setzte laut Angaben des indischen Wochenmagazins India Today nach der Landung der Raumsonde den Rover Pragyan auf der Mondoberfläche aus. Dieser sammelte Berichten der Fachzeitschrift Nature zufolge in zehn Tagen mithilfe eines Alpha Particular X-Ray Spectrometers (APXS) Daten zur Temperatur und seismologischen Messungen.

Während der Mond die Erde umkreist, wendet er uns ständig dieselbe Seite zu. Daher ist seine Rückseite von der Erde aus nie zu sehen.

23 Mal sei der Rover stehen geblieben und habe Proben der Mondoberfläche entnommen. Santosh Vadawale, ein Röntgenastronom des PRL, habe gemeinsam mit Kollegen Daten dieser Bodenproben analysiert und feststellen können, aus welchen Materialien die Oberfläche besteht. Größenteils sei Eisenanorthosit nachgewiesen worden, ein übliches Mineral auf dem Mond. Diese Erkenntnis sei wegen anderer vorhandener Daten bereits zu erwarten gewesen, sagte Lindy Elkins-Tanton, eine Planetenforscherin an der Arizona State University in Tempe, gegenüber Nature. Dennoch sei es gut, „die tatsächliche Wahrheit zu erfahren“.

Weitere Proben werden benötigt: Nächste indische Mondreise ist bereits in Planung

Zusammen mit Proben vom Äquator und den mittleren Breitengraden anderer Monderkundungen deuten die Ergebnisse nach der indischen Mondlandung eine gleichmäßige Beschaffenheit seiner Oberfläche an. Das bestätige die Annahme, dass sie direkt nach der Entstehung des Mondes von einem Magma-Ozean überzogen gewesen war, erklärt Vadawale laut Nature. Der gleichen Meinung ist auch Mahesh Anand, ein Planetenwissenschaftler an der Open University im britischem Milten Keynes: „Es stützt die Hypothese des Magmaozeans auf dem Mond.“

Die Bodenproben geben allerdings auch Aufschluss zu anderen Theorien zur Geschichte des Monds, der im August der erste Supermond 2024 und gleichzeitig ein blauer Vollmond war. Das Wissenschaftlerteam habe laut BBC Beweise für einen riesigen Meteoriteneinschlag gefunden. Dieser soll vor mehr als vier Milliarden Jahren das Südpol-Aitken-Becken, einen der größten Krater des Sonnensystems, verursacht haben. Er befindet sich etwa 350 Kilometer entfernt von der Region, die der Rover Pragyan erkundete.

Proben vom Mond weisen erhöhte Mengen von Magnesium auf

Diese Proben weisen laut BBC neben dem Vorkommen von Eisenanorthosit auch erhöhte Mengen von Magnesium auf. Was bedeute, dass tieferes, mafisches, also maßgeblich magnesium- und eisenhaltiges Material mit dem des oberflächlichen vermischt wurde.

Was ist die „Magma-Ozean“-Hypothese?

Entstanden sein soll der Mond nach einem großen Einschlag auf die neu entstandene Erde. Große Mengen des dabei von der Erde gelösten Gesteins haben sich danach zusammengefunden. In der Welt der Wissenschaft gibt es die weitläufig akzeptierte Theorie, dass der Mond kurz nach seiner Entstehung von einem Magma-Ozean überzogen gewesen war. Dichtes Gestein, das reich an Metallen wie Magnesium ist, soll in das Innere des Mondes gesunken sein. Leichteres Gestein, darunter Anorthosit, soll dagegen an die Oberfläche getrieben sein. (gel)

Quellen: Nature, BBC und Max-Planck-Gesellschaft

Das könne ein Resultat eines großen Einschlags gewesen sein, der das tiefer liegende Material freigelegt haben könnte. Diese Theorie habe jedoch ein Problem: Der Boden des Südpol-Aitken-Beckens bestehe zu großen Teilen aus der Mineralgruppe der Pyroxene, was den Daten des Pragyan-Rovers widerspreche, erklärt Anand in einem Bericht von BBC. Um dem weiter nachzugehen, benötige es mehr Proben. Genau das soll die nächste Chandrayaan-Mission tun. Diese stehe derzeit noch in der anfänglichen Entwicklungsphase und soll 2025 oder 2026 stattfinden. Mit dieser Mission hofft Indien laut BBC unter anderem auch gefrorenes Wasser am Südpol des Monds, der uns immer nur seine „Vorderseite“ zuwendet, zu entdecken.

Bei einer anderen Reise ins Weltall spielt der Mond aktuell eine wichtige Rolle. Für die Sonde „Juice“ dient er auf ihrer Reise zum Jupiter als Orientierung. (gel)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Geoffrey Swaine/Avalon

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