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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Hurrikan „Melissa“ steuert auf nächste Karibikinsel zu – und könnte erneut an Stärke zulegen
Hurrikan „Melissa“ tobt über der Karibik – mit Windgeschwindigkeiten jenseits aller Rekorde. Jetzt trifft es Kuba. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Hurrikan „Melissa“ ist längst mehr als nur ein Tropensturm – sie ist ein Monster. Mit gemessenen Spitzenböen von bis zu 405 km/h direkt über der Meeresoberfläche erreicht „Melissa“ am Dienstag (28. Oktober) eine Intensität, die selbst erfahrene Meteorologen sprachlos macht.
Hurrikan „Melissa“ verwüstet Jamaika – Kuba im Fokus des Sturms
Nachdem Jamaika weitgehend überquert wurde, richtet sich der Zorn von „Melissa“ nun auf den Osten Kubas. Besonders problematisch: Die Region ist stark gebirgig, was in Verbindung mit der tropischen Feuchte zu extremen Stauniederschlägen führt. Meteorologen rechnen mit 400 bis 800 Litern Regen pro Quadratmeter – Werte, die in Deutschland einem ganzen Jahresniederschlag entsprechen. In den Tälern drohen massive Überschwemmungen und Erdrutsche. Dazu kommen Böen von bis zu 200 km/h, die selbst gut befestigte Häuser gefährden.
Zwar wurde „Melissa“ offiziell von Kategorie 5 auf 4 herabgestuft, doch diese Einstufung täuscht. Der Sturm bleibt weiterhin extrem gefährlich. Besonders tückisch sind die sogenannten „Eyewall Replacements“, Phasen, in denen der Hurrikan kurzfristig an Kraft verliert, nur um danach erneut Energie zu tanken. Experten warnen davor, die Bedrohung zu unterschätzen – die Zerstörungskraft bleibt enorm. Zudem könnte „Melissa“ nach dem Überqueren Kubas über den warmen Atlantik erneut an Stärke gewinnen.
Rekord-Hurrikan „Melissa“ fegt mit fast 300 km/h über Karibik-Insel – Die Bilder des verheerenden Tropensturms
Meteorologen alarmiert – ein Sturm für die Geschichtsbücher
Noch nie seit Beginn moderner Messungen wurden in der Karibik derart extreme Böen dokumentiert. Hurrikanflieger sprechen von „einem beispiellosen Phänomen“. „Melissa“ gilt schon jetzt als einer der stärksten Stürme des 21. Jahrhunderts. Forscher ziehen Parallelen zu historischen Katastrophen wie „Wilma“ (2005) oder „Patricia“ (2015) – doch „Melissa“ übertrifft sie alle. Sollte der Sturm weiterziehen und erneut auf Land treffen, droht eine humanitäre Katastrophe ungekannten Ausmaßes. Erst kürzlich peitschte Orkan „Joshua“ durch Deutschland.