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Extremes Unwetter
Winterwalze in den Alpen: Ferienort unter Schnee begraben – Einwohner müssen sich freischaufeln
Rekord-Schneemassen lösten in der Alpenregion Chaos aus. Schulen bleiben am Montag geschlossen. Die Lawinengefahr ist weiter hoch.
Ein massiver Wintersturm hat Regionen in Norditalien unter extremen Schneemassen begraben. Im Piemont fielen in Macugnaga am Monte-Rosa-Massiv innerhalb von 24 Stunden mehr als 140 Zentimeter Neuschnee. Bis zu drei Meter hohe Schneedecken wurden in höheren Lagen gemessen – Straßen und Gehwege zeitweise unpassierbar. Selbst erfahrene Bergbewohner waren von der weißen Pracht am Sonntag (15. März) überrascht.
Schulen und Kindergarten bleiben am Montag (16. März) in Vanzone con San Carlo geschlossen. Das ordnete der Bürgermeister der Gemeinde an. Die Schneemassen machten einen sicheren Schulweg mit dem Schulbus über die Bergstraßen aus Nachbargemeindenunmöglich, berichtet das Portal ossolandews.it. Auch für das Schulpersonal sei der Weg zu gefährlich.
Rekordschneefälle in den Alpen: Schulen geschlossen – Lage weiter kritisch
Die Talstraße sei zwar inzwischen geräumt und nach einer Inspektion der Hänge wieder freigegeben. Im Internet kursieren zahlreiche Videos, wie Menschen durch meterhohen Schnee stampfen, wo wahrscheinlich normalerweise eine Straße verläuft. Aufnahmen dokumentieren, wie einige versuchen, Autos von der Schneelast zu befreien.
Schneepflüge und Räumdienste sind im gesamten Anzascatal (Valle Anzasca) in einem Seitental des Val d‘ Ossola im Dauereinsatz. Die Zivilschutzbehörden haben für das nördliche Piemont die zweithöchste Lawinenwarnstufe Orange aktiviert. Bestimmte Hänge gelten weiter als lawinengefährdet und warten auf weitere Sicherheitschecks, so ossolandenews.it.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Die Staatsstraße 549 nach Macugnaga war laut der italienischen Zeitung La Stampa am Sonntag (15. März) zeitweise wegen Lawinengefahr zwischen Colasca und Castiglione gesperrt. Der Betrieb auf der Vigezzina-Bahnlinie sei eingestellt. Dabei war ein paar Wochen der Skiort Zermatt wegen Schneemassen von der Außenwelt abgeschnitten.
Rekordverdächtige Schneemengen auch in Schweizer Alpen-Ort
Die Winterwalze traf neben dem Anzascatal den gesamten Alpenbogen von der Val di Susa über das Biellese bis ins Verbano-Cusio-Ossola in der Region Piemont. Im Antrona-Tal löste das Unwetter „Schneenotstand“ wegen eines großflächigen Stromausfalls aus, wie es auf der Webseite valleantrona.com heißt. Schneemassen und umgestürzte Bäume hatten mehrere Stromleitungen beschädigt. Die Lage sei komplex. Die Öffentlichkeit wurde aufgefordert, Reisen einzuschränken.
In den höchsten Lagen gab es auch in der Schweiz in Bosco einen „Neuschnee-Stationsrekord“ von 116 Zentimetern Neuschnee, schreibt Meteorologe Manuel Oberhuber auf der Plattform X. Ein Italientief mit feuchter Mittelmeerluft ist für den enormen Schneefall an den Südalpen und Starkregen in den Ebenen verantwortlich, erklärt das Wetterportal meteoweb.eu. (Quellen: Comune di Vanzone con San Carlo, ossolanenews.it, La Stampa, Valle Antrona) (ml)