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Dramatische Unwetter-Szenen
Tornado rauscht durch Jahrmarkt in Italien – Stände fliegen weg, Besucher fliehen
Italiens Süden versinkt im Unwetter-Chaos. Zyklon Jolinda trifft eine Stadt in Kalabrien dramatisch. Harrsche Kritik am Bürgermeister kommt auf.
Am Sonntagabend (15. März) war die Freude noch groß. Hunderte Händler hatten ihre Stände auf dem Viale Mancini in Cosenza aufgebaut, Besucher schlenderten zwischen Töpferwaren, Textilien und Pflanzen. Es sollte der Höhepunkt der Fiera di San Giuseppe – seit Jahrhunderten das Herzstück des Frühlingsbeginns in Cosenza – werden. Doch nur Stunden später verwandelte sich das bunte Volksfest in ein Bild der Verwüstung.
Zyklon Jolinda traf die Stadt am Abend mit voller Wucht. Starke Windböen und sintflutartige Regenfälle, fegten über den Ort und durch den Jahrmarkt. Der Sender Rai zeigte Videobilder und berichtete von einem Tornado. Mehr als 450 Schausteller und Händler mussten hilflos zusehen, wie ihre Stände zusammenbrachen und Planen fortgerissen wurden, schreibt Calabria Diretta News. Die Waren – von Keramik bis zu Kleidung – wurden durchnässt und zerstört. Die Straßen der Messe verwandelten sich in reißende Bäche, Besucher und Aussteller flohen.
Unwetter in Italien: Tornado verwüstet Jahrmarkt und Teile der Stadt – heftige Kritik an Bürgermeister
Der Sturm beschränkte sich nicht auf das Festgelände. Im Stadtteil Vaglio Lise und entlang der Via Popilia knickten Bäume unter den Windböen um und stürzten auf geparkte Fahrzeuge. Mehrere Stadtteile meldeten Überschwemmungen, der Straßenverkehr kam weitgehend zum Erliegen. Verletzte gab es laut italienischen Medien glücklicherweise keine.
Während der Bürgermeister Handlungswillen signalisierte, übte der Journalist Gabriele Carchidi in einer öffentlichen Stellungnahme scharfe Kritik. Der Zyklon sei seit Tagen angekündigt gewesen – doch das Rathaus habe nichts unternommen. Am Vortag hatten die Alpenregionen Italiens bereits gewaltige Mengen Neuschnee abbekommen.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Carchidi schrieb auf Facebook: „Man musste kein Wissenschaftler sein, um vorherzusehen, was bei der Fiera di San Giuseppe passieren würde. Der Zyklon war seit Tagen angekündigt, aber im Rathaus hat das niemand mitbekommen. Der Bürgermeister von Cosenza hat sich noch die Schärpe umgelegt, um die Messe zu eröffnen und sich vor seinen Wählern aufzuspielen – jetzt sollte er sich vor Scham verstecken. Und die Aussteller sollten nur eines tun: sich ihr eingezahltes Geld zurückholen – mit Zinsen.“
Schulen wegen Zyklon geschlossen: „Notlage gemeinsam bewältigen“
Für den Montag (16. März) ordneten die Behörden laut der Nachrichtenagentur Ansa die Schließung aller Schulen an – sowohl zur Sicherheit der Kinder als auch, um die Schäden an den Gebäuden prüfen zu können. Bürgermeister Franz Caruso wandte sich in einer Botschaft auf Social Media an die Bevölkerung: „Wir tun alles, was nötig ist, um diese Notlage gemeinsam zu bewältigen.“
Techniker rückten aus, um die Schäden im gesamten Messebereich zu begutachten. Für die gesamte Region Kalabrien galt derweil Warnstufe Orange. Unwettergeprobt sind die Menschen in Süditalien ja durchaus. (Verwendete Quellen: Calabria Diretta News, Rai, Ansa, Gabriele Carchidi, Franz Caruso) (moe)