Mehrere schlimme Arbeitsunfälle in Tirol
800-Kilo-Stier rastet bei Besamung aus und erdrückt beinahe Landwirt – schwer verletzt
Kufstein/Innsbruck – Es war ein rabenschwarzer Dienstag (10. Oktober) in Tirol. Egal ob mit dem Gabelstapler, der Kreissäge oder durch einen Sturz bzw. durch einen wildgewordenen Stier – es gab an diesem Tag mehrere schlimme Arbeitsunfälle. Mehrere Menschen wurden zum Teil schwerst verletzt:
Los ging es am Mittag im Gemeindegebiet von Maurach am Achensee (Bezirk Schwaz): Bei Dachdeckerarbeiten an der Weissenbachalm verlor ein Arbeiter (51), der gerade Dachschindeln anbrachte, gegen 12.10 Uhr beim Aufstehen das Gleichgewicht und stürzte aus einer Höhe von etwa drei Metern vom Dach auf den Boden. Nach Angaben der zuständigen Landespolizeidirektion Tirol war er vermutlich an der vordersten Reihe der Dachschindeln hängengeblieben. „Nach der Erstversorgung am Unfallort wurde der Mann mit dem Notarzthubschrauber in die Universitätsklinik Innsbruck geflogen. Durch den Absturz zog sich der 51-Jährige Verletzungen unbestimmten Grades im Bereich des Brustkorbes zu“, teilte die Polizei hierzu mit.
Gut zwei Stunden später, gegen 14.25 Uhr, wollte ein Betriebselektriker (42) in einer Halle in einem Gewerbegebiet in Vomperbach (Bezirk Schwaz) eine neue Fernsteuerungseinheit an einem Deckenkran montieren. Nach Abschluss der Arbeiten wollte der Österreicher die Steuerung testen und fuhr dazu mithilfe eines Gabelstaplers zum Kran hinauf. Während der Testung wurde der Mann jedoch aus bisher unbekannter Ursache mit dem Kopf zwischen Schaltkasten und dem Schutzgitter des Gabelstaplers eingeklemmt. Dabei erlitt er ersten polizeilichen Erkenntnissen zufolge schwere Verletzungen. Nach einer Erstversorgung durch einen Notarzt am Unfallort kam der Mann mit dem Rettungsdienst in das Universitätsklinikum nach Innsbruck.
Mehrere Fingerkuppen bei Sägearbeiten abgetrennt
Kurz vor Feierabend kam es dann auch noch in einer Firma im Kramsacher Ortsteil Voldöpp (Bezirk Kufstein) zu einem schlimmen Unfall bei Sägearbeiten: Ein Österreicher (49) griff bei Arbeiten mit der Kreissäge gegen 16.25 Uhr mit der rechten Hand nach einem abgesägten Holzstück und kam dabei mit den Fingern in das Sägeblatt. Die Folgen waren fürchterlich: Nach Polizeiangaben wurden ihm dabei mehrere Fingerkuppen abgetrennt. Nach der Erstversorgung am Unfallort wurde der Verletzte mit der Rettung in das Bezirkskrankenhaus Kufstein eingeliefert.
Und zum „krönenden Abschluss“ wurde am Abend dann ein Landwirt in Breitenbach am Inn (Bezirk Kufstein) beinahe noch von seinem Stier erdrückt. Was war geschehen? Gegen 19.15 Uhr hatte der Mann sein Tier auf den Bauernhof eines 53-jährigen Landwirtes im Ort gebracht. Nachdem die Kuh im Zuge der beabsichtigen Besamung nicht stehen geblieben und seitlich ausgewichen war, konnte der Halter den etwa 800 Kilogramm schweren Stier nicht mehr halten. Dadurch wurde der Besitzer heftig gegen die Stallwand gedrückt und vom Stier dort eingeklemmt. Der Landwirt erlitt dabei unter anderem einen Beckenbruch und musste vom Notarzt am Unfallort erstversorgt werden. Danach kam er ins Bezirkskrankenhaus nach Kufstein. „Der am Bauernhof anwesende Neffe des Landwirtes konnte den Stier folgend beruhigen und wieder in den Stall zurückbringen“, hieß es hierzu von Seiten der Polizei.
mw