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Genauer Ort und Jäger bleiben geheim

Erster Wolf bei Salzburg legal abgeschossen – Ist es der Problem-Wolf?

Wolf-Beauftragter Hubert Stock sagt, die Existenz einzelner Almbauern sei gefährdet, Hannes Augustin vom Bund Naturschutz ist der Meinung, dass die Schafherden besser geschützt werden könnten.
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Wolf-Beauftragter Hubert Stock sagt, die Existenz einzelner Almbauern sei gefährdet, Hannes Augustin vom Bund Naturschutz ist der Meinung, dass die Schafherden besser geschützt werden könnten.

Eine Woche war die neue Verordnung erst in Kraft, die das Abschießen von so genannten „Problem-Wölfen“ in ausgewiesenen Gebieten erlaubt und schon hatte ein Jäger am Samstagmorgen (8. Juli) einen Wolf im Bereich Hochkönig und Steinernes Meer erschossen. Der genaue Ort sowie der Jäger bleiben geheim – aus Angst vor militanten Tierschützern.

Salzburg - Für die neue Landesregierung ist wichtig, „dass die Verordnung greift“, so die beiden Landesräte Sepp Schwaiger und Marlene Svazek. „Wir tun alles, damit die Tiere auf unseren Almen vor Problem-Wölfen sicher sind“. Ob der nun erschossene Wolf tatsächlich für gerissene Schafe verantwortlich ist wird sich aber erst in rund zwei Wochen nach einer Untersuchung in Wien herausstellen. Tierschützer protestieren nach wie vor gegen die Verordnung, sie sei nicht EU-Rechtskonform. Überhaupt sei die Frage, „ob man einem Wolf vorwerfen kann, dass er Schafe frisst, die ungeschützt auf der Weide stehen“, so Hannes Augustin vom Bund Naturschutz. 

Hubert Stock, Bürgermeister von Werfen und gleichzeitig Wolf- und Bärenbeauftragter des Landes bestätigte den ersten, legalen Abschuss im Rahmen der neuen Verordnung des Landes. „Der Schütze bleibt anonym, das haben wir ihm zugesichert, er ist ein offizieller Jagdausübungsberechtigter“.

Der Wolf liegt am Wochenende noch in einem Kühlraum im Pongau und wird dann nach Wien zum Forschungsinstitut für Wildtierkunde gebracht, „dort wird er dann genetisch untersucht, also ob es sich um den Wolf handelt, den wir als Problem-Wolf identifiziert haben“, so Stock. Ein 10-Kilometer-Radius rund um auffällige Wolfsrisse schließe allerdings aus, dass jeder Wolf im gesamten Bundesland geschossen werden dürfe.

Der erschossene Wolf aus dem Salzburger Land.

Bereits 830.000 Euro wurden in Herdenschutz investiert

Gegner der Verordnung sagen, wenn ein Wolf erschossen wird kommt der nächste nach, das lässt Stock nicht gelten. „Das ist wie bei der allgemeinen Jagd, der Jäger sagt auch nicht, er braucht kein Rotwild erlegen weil es kommt sowieso wieder was nach“. Auch dass man mit einem besseren Herdenschutz Schaf- und Ziegenherden schützen könne sieht der Wolfsbeauftragte nicht.

„Die Bauern in Salzburg haben bereits rund 830.000 Euro in den Herdenschutz investiert, also dort wo es möglich ist, meistens in der Nähe des Hofes“. Im hochalpinen Bereich seien diese Schutzmaßnahmen allerdings nicht zumutbar und machbar. „Der Wolf ist mit der FFH-Richtlinie zwar besonders geschützt, aber diese Richtlinie sieht ausdrücklich Ausnahmen für so genannte Problem-Wölfe vor damit der Schutz der anderen Tiere wirksam bleibt“.

Im gesamten Bundesland Salzburg stehen rund 20.000 Schafe und Ziegen auf den Weiden, seit Jahresbeginn wurden 42 Schafe, Ziegen und Lämmer nachweislich von Wölfen gerissen, rechtfertig dass die Abschuss-Verordnung des Landes? „Das Problem ist nicht, dass alle Schafe im Land gefährdet sind sondern der einzelne Bauer ist in seiner Existenz gefährdet“. In der Regel liege die Herdengröße bei 30 bis 40 Schafen und wenn die Bauern aus Angst um ihre Tiere nicht mehr auf die Almen auftreiben und dadurch die Artenvielfalt nicht mehr gewährleistet sei. 

„Der Abschuss war illegal“, Hannes Augustin

Hannes Augustin vom Bund Naturschutz in Salzburg nimmt den ersten Abschuss nach der neuen Verordnung „zur Kenntnis“, allerdings sei die Verordnung nicht EU-Rechtskonform, „damit war der Abschuss eigentlich auch illegal“. Der 10-Kilometer-Umkreis von Orten, wo Wölfe Schade gerissen haben sollen sei willkürlich, „früher durfte nur ein bestimmter Wolf getötet werden, der nachweislich Schafe gerissen hatte, jetzt darf irgendein Wolf getötet werden und im nachhinein wird erst untersucht, ob es ein Problem-Wolf war“.

Auch die EU ist der Meinung, dass Haustiere geschützt werden müssen, beim Thema Herdenschutz habe die Landesregierung zu wenig unternommen. Dass jetzt ein Wolf abgeschossen wurde werde den Almbauern nicht helfen „denn im nächsten Tal wird schon der nächste Wolf stehen“. 

Der Bund Naturschutz hat zwar eine Stellungnahme gegen die neue Abschuss-Verordnung abgegeben, diese sie von der Landesregierung allerdings ignoriert worden. Die EU-Kommission sammelt verschiedene Stellungnahmen und bewertet diese, „aber wir sind sicher dass die EU hier ein Vertragsverletzungsverfahren gegen das Bundesland Salzburg einleiten wird“, das könnte hohe Strafzahlungen zur Folge haben. 

hud

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