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Am Untersberg

Zukunft der Berghütte Zeppezauerhaus am Untersberg im Dunkeln: Entscheidung bis Ende Oktober

Sonnenaufgang an einer Berghütte, das darunter liegende Tal ist durch den Nebel verdeckt.
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Das beliebte Zeppezauerhaus liegt am Untersberg.

Die Gemeinde Grödig springt ein, übernimmt für zehn Jahre die Pacht und will auch noch die dringend benötigte Sanierung stemmen – so zumindest der Plan. Doch erst müssen die Gemeindevertreter darüber entscheiden, wie Bürgermeister Herbert Schober klarmacht. Und auch für den Vorstand des Alpenvereins Salzburg handelt es sich nur um eine Übergangslösung.

Salzburg/Untersberg – Trotz der überraschenden Nachricht, dass die Gemeinde Grödig die Zukunft vom Zeppezauerhaus vorerst rettet - für einen symbolischen Euro inklusive Zehn-Jahres-Pachtvertrag, Weiterbetrieb und Übernahme der Sanierung - will der Vorstand vom Alpenverein Salzburg am aktuellen Kurs festhalten. „Bis Ende Oktober wird es eine Entscheidung geben, ob die Verpachtung an die Gemeinde für zehn Jahre zustande kommt. Die Abfrage zum Stimmungsbild, die übrigens nicht bindend ist, läuft trotzdem weiter, da eine Verpachtung an die Gemeinde nur eine Übergangslösung wäre“, heißt es auf Nachfrage.

Deswegen sei die Abfrage „im Sinne einer nachhaltigen und langfristigen Lösung“ für das Zeppezauerhaus weiterhin absolut sinnvoll. Um offene Fragen zu beantworten, plant der Vorstand am Montag (8. September) um 19 Uhr eine Infoveranstaltung für die Mitglieder. Zum Stimmungsbild, dessen Abfrage bis zum 21. September läuft, will sich die Spitze des Salzburger Alpenvereins nicht äußern: „Da die Mitglieder in der Abfrage nicht beeinflusst werden sollen, wird kein Zwischenergebnis und auch keine Tendenz des Vorstands veröffentlicht.“

Entweder Sanierung und Erweiterung oder Verkauf

Der Vorstand will eine Entscheidung über die weitere Zukunft am Untersberg herbeiführen, weil unter anderem in den vergangenen Jahren wohl ein Defizit in Höhe von rund 150.000 Euro aufgelaufen ist. Auf einer eigenen Themenseite werden zwei Szenarien vorgeschlagen: entweder die Sanierung und Erweiterung 2026, was auch mit einer zweckgebundenen Beitragserhöhung für die Mitglieder um maximal 20 Prozent in drei Jahren verbunden wäre, oder der Verkauf des Zeppezauerhauses. Damit sollte dann in eine neue Schutzhütte der Kategorie 1 investiert werden.

Die Entscheidung, der Gemeinde ein Angebot zu machen, wurde auf Facebook überwiegend positiv bewertet. „Meine Hochachtung dafür, dass Ihr den Schritt in die richtige Richtung gewagt habt und nicht stur auf eurem Standpunkt verblieben seid - in Wahrheit wäre daraus niemand glücklich und zufrieden hervorgegangen. Stattdessen stellt Ihr letzten Endes äußerst faire Bedingungen und erhebt menschliche Ansprüche - Danke dafür!“, schrieb eine Userin.

Bedingungen an die Gemeinde

In den Tagen zuvor wurde in den Kommentaren der Vorstand für die Abfrage des Stimmungsbildes, und dass nur zwei Lösungen vorgeschlagen werden, mit deutlichen Worten kritisiert. Einige Mitglieder drohten, ihre Mitgliedschaft zu kündigen. Die Vorwürfe reichten von „Schmierentheater“ über mangelhafte Kommunikation bis hin zur Verschwendung der Mitgliedsbeiträge und Sturheit.

Hinterfragt wurde auch, warum nicht auf den Vorschlag der Gemeinde Grödig eingegangen wird, doch jetzt scheint sich das Blatt gewandelt zu haben. Auf seiner Website stellt der Alpenverein die folgenden Bedingungen für die Gesamtverpachtung des Zeppezauerhaus, das auf 1663 Metern Höhe liegt:

  1. Symbolischer Pacht-Euro gebunden an die Beibehaltung der Vorteile für Alpenvereinsmitglieder entsprechend AV-Tarif- und Hüttenordnung.
  2. Beidseitiger Kündigungsverzicht über 10 Jahre.
  3. Vertragliche Verpflichtung, das Bestandobjekt in einem für den bedungenen Gebrauch tauglichen, also brauchbaren und ortsüblichen Zustand zu erhalten (ABGB §1096 Abs. 1 & 2, § 1097).
  4. Alle Lasten und Abgaben der Bestandsache trägt der Pächter.
  5. Alle gesetzlichen und behördlichen Auflagen hat der Pächter zu erfüllen.
  6. Umweltgütesiegel des Alpenvereins muss bis 2028 erreicht werden
  7. Vorliegender Gemeinderatsbeschluss über notwendige Investitionen in das Bestandsobjekt in der Höhe von 1,2 Millionen Euro, unabhängig von der Budgetsituation der Gemeinde, sowie Ermächtigung zur Zeichnung des Pachtvertrags.
  8. Aufschiebende Bedingung: Ertragssteuerliche Prüfung positiv.

Das sagt Grödigs Bürgermeister Schober

Dass die Gemeinde das Angebot überprüft und zu einer grundsätzlichen Bereitschaft für die Pacht, den Weiterbetrieb und die Übernahme der Sanierung tendiert, bestätigt Bürgermeister Herbert Schober auf Nachfrage. In seiner kurzen Stellungnahme hebt er die Bedeutung der Berghütte als „wichtiges Naherholungsgebiet für die Region und Grödig“ hervor, das eng mit der Geschichte der Gemeinde verbunden sei. Schober verweist auf die Gemeindevertretersitzung am 8. Oktober, dann soll eine Entscheidung über die Bedingungen des Vereins getroffen werden.

Auch andere Hütten in der Region kämpfen um ihr Überleben, wie zwei Beispiele aus Bad Reichenhall zeigen: Bis zum Ende der Hüttensaison will der Besitzer der Zwieselalm entscheiden, wie es mit der Berghütte weitergeht. Und der DAV Bad Reichenhall hat mit einem komplizierten und aufwendigen Genehmigungsverfahren zu kämpfen, um das Reichenhaller Haus auf dem Hochstaufen für die Zukunft zu sichern. (ms)

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