Scharfe Vorwürfe
Münchner Volksmusikstar Angela Wiedl kämpft gegen TV- und Radio-Ausgrenzung
Die Münchner Volksmusik- und Schlagersängerin Angela Wiedl erhebt scharfe Vorwürfe gegen deutsche Fernseh- und Radiosender.
München – Die 59-Jährige beklagt, trotz jahrzehntelanger Karriere kaum noch in TV-Formaten aufzutreten und im Radio gespielt zu werden. „Wir passen anscheinend nicht mehr ins Konzept“, sagte Wiedl im Gespräch mit der tz. Die Sängerin blickt auf eine 48 Jahre andauernde Karriere zurück. 25 Jahre lang war sie regelmäßig in der ARD-Sendung „Immer wieder sonntags“ bei Stefan Mross zu sehen, außerdem trat sie wiederholt bei Andy Borg auf.
Absagen trotz langjähriger Präsenz
Heute stoße sie auf Ablehnung: Absagen würden offiziell mit einer zu großen Zahl an Anfragen begründet, doch Wiedl sieht die Ursache tiefer. Beim Bayerischen Rundfunk habe man ihr erklärt: „Angela Wiedl ist für den Bayerischen Rundfunk zu bayerisch.“ Traditionelle Volksmusik und volkstümlicher Schlager hätten kaum noch Platz im Programm.
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„Die machen sich nicht einmal die Mühe, die Lieder anzuhören“, kritisierte Wiedl. Ihr Repertoire sei breiter als wahrgenommen, und Jodeln sei mittlerweile sogar als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt.
Konzerte kaum noch in München
Besonders bitter: In ihrer Heimatstadt tritt sie kaum noch auf. Ihr letztes Konzert in München liegt sechs Jahre zurück – 2019 sang sie im Hofbräuhaus. Früher sei sie regelmäßig am Weihnachtsmarkt und in der Residenz aufgetreten. „Die Jungen wissen schlicht nicht mehr, wer ich bin, auch nicht bei den Plattenfirmen“, so Wiedl.
Trotz fehlender Medienpräsenz bleibe ihr Publikum treu: „Die Leute lieben die Lieder. Es sind echte Hits dabei – die Leute singen sie mit.“ Das Problem sieht sie weniger bei den Kollegen als bei den Entscheidungsträgern von Rundfunk und Fernsehen. Sie erinnert an ein Interview mit Thomas Gottschalk, in dem dieser sinngemäß sagte, dass er sich um Musikwünsche von Volksmusik-Hörern nicht schere.
Produziert von Ralph Siegel – Auftritt am 21. März
Produziert wird Wiedl von der Münchner Musiklegende Ralph Siegel, der auch immer wieder Lieder für sie schrieb. Am 21. März tritt sie in Neufahrn auf – begleitet von ihrer 13-jährigen Tochter. Im Gepäck hat sie ihre großen Hits wie „Herzklopfen“, „Santa Maria della Montagna“ und bekannte Jodler, darunter den selbst geschriebenen „Mondscheinjodler“. (Dieser Artikel erschien zuerst auf innsalzach24.de/fgr)