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Jules Bianchi, geboren am 3. August 1989 in Nizza, absolvierte zwar nur 34 Rennen in der Formel 1, galt jedoch als eines der größten Talente im internationalen Motorsport. Die Leidenschaft für den Rennsport wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt: Vater Philippe betrieb eine eigene Kartstrecke, auf der Jules bereits im Alter von drei Jahren seine ersten Runden drehte.
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Auch in der Familie gab es motorsportliche Vorbilder. Großvater Mauro Bianchi war in der Sportwagen-Weltmeisterschaft erfolgreich, Großonkel Lucien Bianchi startete in der Formel 1 und feierte 1968 sogar den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Dass auch Jules Bianchi eines Tages zu den herausragenden Rennfahrern der Welt zählen würde, daran bestand kaum ein Zweifel.
Jules Bianchi sollte für Ferrari in der Formel 1 fahren
Bianchi kämpfte sich über die Nachwuchsklassen bis in die Formel 1, feierte sein Debüt in der Königsklasse im März 2013 beim Großen Preis von Australien in Melbourne. Ein Jahr später, in der Saison 2014, sorgte der Franzose ausgerechnet bei seinem Heimrennen in Monaco für Aufsehen, als er mit einem neunten Platz sowohl für sich als auch das unterlegene Marussia-Team die ersten WM-Punkte einfahren konnte.
Nicht nur dank dieses Erfolgs wurde er hinter den Kulissen bereits als möglicher Nachfolger von Kimi Räikkönen bei Ferrari gehandelt. Als Mitglied der Ferrari Driver Academy galt Bianchi als einer der vielversprechendsten Kandidaten für ein künftiges Cockpit bei der Scuderia.
„Er war unser Mann der Zukunft, wenn einmal der Vertrag mit Kimi Räikkönen endet“, verriet der damalige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo gegenüber Sky Sport Italia. Doch dazu kam es nie: Am 5. Oktober 2014 nahm das Leben des talentierten Franzosen eine tragische Wendung.
Ein verregneter Tag im Oktober 2014, der alles verändert ...
Der Große Preis von Japan auf dem Suzuka International Racing Course war von Regen geprägt, die Bedingungen für die Fahrer entsprechend schwierig. In Runde 42 kam Sauber-Pilot Adrian Sutil von der Strecke ab und blieb im Kiesbett stecken. Um den Wagen bergen zu können, wurden gelbe Flaggen geschwenkt, und ein Bergefahrzeug rückte auf die Strecke aus.
Nur einen Umlauf später, in der 43. Runde des Rennens, ereignete sich der folgenschwere Unfall: Bianchi, zu diesem Zeitpunkt im Marussia unterwegs, war offenbar zu schnell unterwegs und verlor an gleicher Stelle wie Sutil die Kontrolle über seinen Wagen. Spätere Untersuchungen ergaben, dass Bianchi nur 2,61 Sekunden später mit etwa 120 km/h in das Heck des Bergefahrzeugs prallte.
Der Kopf des jungen Franzosen wurde dabei mit einer Verzögerung von 254 g belastet. Bianchi zog sich schwerste Schädelverletzungen zu und verlor auf der Stelle das Bewusstsein. Die Rettungskräfte waren schnell vor Ort und begannen umgehend mit lebensrettenden Maßnahmen. Drei Runden später wurde das Rennen abgebrochen und Lewis Hamilton zum Sieger erklärt.
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Zum Feiern war zu diesem Zeitpunkt bereits niemandem zumute, denn die Nachricht von Bianchis Zustand verbreitete sich rasch. Weil der Helikopter bei den widrigen Wetterverhältnissen nicht starten konnte, wurde der verletzte Franzose per Rettungswagen in das nächstgelegene Krankenhaus nach Yokkaichi gebracht. Dort erfolgte eine Notoperation, anschließend wurde Bianchi in ein künstliches Koma versetzt.
Bianchis Unfalltod hat die Formel 1 nachhaltig verändert
Auch seine Familie reiste umgehend aus Frankreich an und traf bereits am folgenden Tag in Japan ein. Doch Bianchis Zustand blieb auch in den folgenden Tagen weiterhin kritisch. Zwar atmete er selbstständig, als er nach mehreren Wochen aus dem Koma geholt und in die Heimat nach Nizza verlegt wurde, aber das Bewusstsein erlangte er auch in den folgenden Monaten nicht wieder.
Am 17. Juli 2015 erlag Jules Bianchi schließlich seinen schweren Kopfverletzungen. Es war der bislang letzte tödliche Unfall in der Formel 1, doch einer, der die Königsklasse nachhaltig veränderte. So setzte sich der Automobil-Weltverband FIA infolge des Unfalls für die rasche Einführung des Halo-Systems ein. Auch der Einsatz des Safety-Cars gehört in vergleichbaren Situationen längst zum Standard.
Die Startnummer 17, die Bianchi zu seiner Zeit im Marussia trug, wird ihm zu Ehren seither nicht mehr vergeben. Sein einst für Ferrari vorgesehenes Cockpit übernahm schließlich Charles Leclerc, und damit kein Geringerer als Bianchis Patenkind. Auch Leclerc drehte seine ersten Runden auf der Kartbahn von Bianchis Vater und war mit dem Franzosen eng befreundet. Zumindest ein Teil des verstorbenen Franzosen ist der Formel 1 damit bis heute erhalten geblieben. (SoBre)