Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Aufsehen nicht nur auf dem Platz

WM-Star oder Missionar? DFB-Star Felix Nmecha ist schwer zu greifen

Felix Nmecha spielt beim WM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft stark, sorgt aber einmal mehr für Aufsehen nicht nur auf dem Platz.

Felix Nmecha schoss das erste deutsche Tor bei der WM 2026, er holte den Strafstoß heraus, der zum 3:1-Pausenstand und zur Beruhigung führte. Man kann über seine Leistung gegen Curacao und darüber, wie er als Fußballer ist, nur Gutes sagen. Aleksandar Pavlovic, der neben ihm im Mittelfeld wirkt, meint: „Wir spielen Tiki Taka. Er weiß, wie ich Fußball spiele, und ich weiß, wie er Fußball spielt.“

Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.

Kai Havertz sieht bei Felix Nmecha „ein gutes Gesamtpaket. Offensiv, defensiv, er ist groß, am Ball überragend. Es gibt nichts, was es nicht hat.“ Bundestrainer Julian Nagelsmann prognostiziert: „Er wird uns viel Freude bereiten.“ Ja, das könnte eine Turniergeschichte werden: Der Spieler, der zuvor gar nicht bemerkt worden war und auf einmal nicht mehr wegzudenken ist. Der mit jeder Partie an Kontur gewinnt und den das Land liebgewinnt. Wie früher Miroslav Klose oder Thomas Müller, die ebenfalls als WM-Entdeckungen begannen.

Deutscher WM-Star Felix Nmecha ist schwer zu greifen

Der Werdegang von Felix Nmecha ist zudem interessant: Mutter Deutsche, Vater Nigerianer, als er sieben war, wanderte die Familie nach England aus. Ausbildung bei Manchester City, Spiele unter Pep Guardiola, aber die bessere Perspektive bot Deutschland. Wolfsburg, Dortmund. Lukas, der zwei Jahre ältere Bruder, war 2022, als man Stürmer suchte, ein deutscher WM-Kandidat, aber zu oft verletzt. Er spielt jetzt bei Leeds United.

Eine schöne Geschichte am Sonntag in Houston war, wie Nmecha, Jonathan Tah und drei Spieler aus Curacao nach dem Abpfiff zusammenkamen und einen Kreis bildeten, die Arme umeinandergelegt. Rivalitäten überwinden, Gemeinsamkeiten betonen – darum geht es im Sport. Der Handschlag am Ende gehört dazu.

Deutschland mit Torspektakel beim WM-Auftaktsieg: Die Noten der DFB-Elf gegen Curacao

CALCIO Neuer
Manuel Neuer: Wurde rechtzeitig fit und absolvierte sein erstes Länderspiel seit Juli 2024. War beim abgefälschten Gegentor chancenlos. Hielt ansonsten, was es zu halten gab. ⇥Note: 3 © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
European World Cup Qualifiers 2026 Germany Vs Slovakia In Leipzig, Germany - 17 Nov 2025
Joshua Kimmich: Fälschte den Ball mit seiner Grätsche vor dem 1:1 unglücklich ab. Sorgte offensiv aber mit seinen Halbfeldflanken immer wieder für Gefahr. ⇥Note: 2 © IMAGO/Grzegorz Wajda
CALCIO
Jonathan Tah: Ließ sich im Zentrum zu häufig überspielen. Curacao wusste mit den daraus entstandenen Freiräumen wenig anzufangen, stärkere Gegner bestrafen sie in der Regel aber. ⇥Note: 3 © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Sport - Fussball - WM Qualifikation Europa - Gruppe A - 10. Spieltag - Deutschland vs Slowakei 17.11.2025
Nico Schlotterbeck: Klärte vor dem Ausgleichstreffer zweimal unglücklich und spielte den Ball in die Füße des Gegners. Ging danach teilweise etwas übermotiviert in die Zweikämpfe und provozierte zu viele Fouls. Brachte die DFB-Elf dann aber mit seinem Kopfballtreffer auf die Siegerstraße und glänzte mit präzisen Seitenwechseln in der Spieleröffnung. ⇥Note: 2 © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
FIFA World Cup UEFA Qualifiers: Germany - Slovakia; 17.11.2025
Nathaniel Brown: Hatte viel Offensivdrang und hinterlief immer wieder Vordermann Wirtz. Bereitete das 2:1 per Ecke vor und traf selbst zum 5:1. Dürfte sich mit dieser Leistung hinten links festgespielt haben. ⇥Note: 1 © IMAGO/Steffie Wunderl
FIFA World Cup UEFA Qualifiers: Luxembourg - Deutschland; 14.11.2025
Aleksandar Pavlović: Organisierte das Aufbauspiel und forderte viele Bälle, zeigte teils aber ungewohnte technische Fehler. ⇥Note: 3 © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl
Fussball Freundschaftsspiel Deutschland - Finnland 4-0
Felix Nmecha: Der Sechser brach früh den Bann und nutzte seine überragende Schusstechnik für einen lockeren Schlenzer ins Eck. Ließ danach immer wieder seine Klasse im Dribbling aufblitzen und holte mit einer starken Aktion den Elfmeter vor dem 3:1 heraus. ⇥Note: 1 © IMAGO/Malte Ossowski / SVEN SIMON
Sport - Fussball - WM Qualifikation Europa - Gruppe A - 10. Spieltag - Deutschland vs Slowakei
Leroy Sane: Blieb in der Offensive blass und vergab seine wenigen Torchancen kläglich. Insgesamt eine sehr unglückliche Leistung des rechten Angreifers. ⇥Note: 4 © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
Fussball Freundschaftsspiel Deutschland - Finnland 4-0
Jamal Musiala: Wirbelte immer wieder durch die gegnerische Defensive und erinnerte an den Musiala aus besten Zeiten. Lange fehlte ihm dabei die Präzision, bis er überlegt zum 4:1 traf. Der Treffer gab ihm zusätzliches Selbstbewusstsein, Musiala spielte danach sichtlich beflügelt auf.⇥Note: 1 © IMAGO/Malte Ossowski / SVEN SIMON
17.11.2025 Fussball WM Qualifikation Deutschland vs Slowakei
Florian Wirtz: Bereitete das 1:0 lässig vor und ließ clever klatschen. Konnte dem Spiel danach aber nicht seinen Stempel aufdrücken und war an wenig Aktionen beteiligt.⇥Note: 3 © IMAGO/pepphoto / Horst Mauelshagen
Deutschland - Ghana
Kai Havertz: Ließ sich häufig fallen, um Angriffe selbst einzuleiten. Traf sicher vom Punkt zum 3:1 und riss mit klugen Laufwegen Löcher in die gegnerische Defensive. ⇥Note: 1 © IMAGO/Revierfoto

Der Kreis war aber mehr als die übliche freundliche Verabschiedung – und wohl auch nicht spontan entstanden, sondern geplant und in Szene gesetzt. Am Anstoßpunkt, in der Mitte des Feldes, als wolle er besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Aus den Motiven machte Initiator Felix Nmecha keinen Hehl: „Im Spiel sind wir Gegner und danach alle Christen und Brüder. Wir haben zusammen ein kleines Gebet gemacht und glauben, dass Jesus verherrlicht wird durch das Spiel.“

Somit stand die Szene in dem Kontext, in dem Felix Nmecha bislang stärker wahrgenommen wurde als in seinem Wirken als Fußballer. Nämlich als religiöser Eiferer. Es gibt keine Interviews mit Felix Nmecha, die über zwei, drei Sätze zu einem Spiel hinausreichen, er sagt dann wie jetzt: „Der Trainer gibt mir Freiheiten, ob ich nach vorne gehe oder tiefer spiele.“ Mehr hören und sehen kann man von dem 25-Jährigen, wenn er für seinen Glauben wirbt.

Er gehört zu den „Ballers in God“, die stark sind in den Niederlanden, woher die meisten Spieler von Curacao stammen, und England. Internationale Fußballprofis treffen sich (online) zu regelmäßigen Gebeten und Bibelstunden, und sie sind angehalten, in ihren Klubs zu missionieren. „Ballers in God“ generiert Reichweite und verkauft Artikel wie Schienbeinschützer mit Kruzifixen.

Nmecha pflegt auch Kontakte zu „Fußball mit Vision“, einer vom ehemaligen 1860-München-Spieler Manuel Bühler gegründeten Vereinigung, die Fußballcamps für Kinder abhält und den Zugang zum Religionsunterricht an Schulen sucht. Die Glaubensrichtung: evangelikal. Die Bibel wird wörtlich ausgelegt, das daraus entstehende Menschen- und Gesellschaftsbild ist ein sehr konservatives, es lässt Feindseligkeit gegenüber Minderheiten, besonders Homosexuellen, erkennen.

Als Nmecha vor zwei Jahren von Wolfsburg nach Dortmund wechselte, positionierten sich BVB-Fans gegen ihn. Obwohl einer der besten Dortmunder Spieler, ist Nmecha beim Anhang unbeliebt. Die Vereinsführung ist ständig auf der Hut, sie beobachtet die Social-Media-Aktivitäten des Spielers, hat ihn seine Likes für krude Thesen auch schon löschen lassen. Bei Jonathan Tah gibt es keine Internet-Verfehlungen, von ihm ist bekannt, dass er bekräftigt, im Glauben zu leben.

Als Nmecha am Sonntag bei Ankunft im Stadion in Houston aus dem Mannschaftsbus stieg, hielt er eine Bibel in Händen. Nach dem Spiel äußerte er sich in einem Post auf Instagram: „Thank You Jesus.“ Der mögliche kommende WM-Star Deutschlands ist schwer zu greifen.

Rubriklistenbild: © Bahho Kara/Kirchner-Media

Kommentare