Problem zum Turnierstart
Leere Plätze trotz Rekord-WM: Tausende Tickets werden zum Ladenhüter
Die Fußball-WM 2026 hat kaum begonnen und schon wieder sorgt die FIFA mit ihrer Ticketpolitik für Diskussionen. Aktuell stehen Hunderttausende Karten zum Wiederverkauf.
Die Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ist gerade einmal zwei Tage alt und schon wieder sieht sich die FIFA mit einem weiteren überraschenden Problem konfrontiert. Auf offiziellen Wiederverkaufsplattformen stehen derzeit rund 176.000 Tickets für die Gruppenphase zum Verkauf. Dem Weltverband könnten deshalb bei einigen Spielen tatsächlich leere Ränge drohen.
Darüber berichtete zunächst die Financial Times. Demnach ist der mittlere Wiederverkaufspreis innerhalb eines Monats um rund 20 Prozent gefallen. Besonders betroffen sind offenbar Spiele mit geringer Nachfrage. So sollen für Partien des Iran rund 16.000 Tickets verfügbar sein. Für das Auftaktspiel der USA gegen Paraguay standen zeitweise noch rund 4400 Karten zum Verkauf.
Hohe Ticketpreise werden für die FIFA zum Risiko
Die Entwicklung kommt für die FIFA zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Weltverband erwartet nach Berichten Einnahmen von mehr als drei Milliarden Dollar aus Ticket- und Hospitality-Verkäufen. Damit deutlich mehr als noch vor vier Jahren bei der WM in Katar. Doch die aggressive Preisstrategie sorgt schon seit Monaten für Kritik.
Schon vor Turnierbeginn hatten hohe Ticketpreise für Diskussionen gesorgt. Finaltickets kosteten in einzelnen Kategorien mehrere Tausend Dollar. Zudem setzt die FIFA auf ein dynamisches Preismodell, bei dem die Nachfrage den Preis bestimmt. Dabei wird ein System genutzt, das vor allem aus anderen US-Sportarten bekannt ist. Hinzu kommen Gebühren beim offiziellen Wiederverkauf. Verkäufer und Käufer müssen auf der Plattform zusätzliche Kosten einkalkulieren. Wer auf steigende Preise spekuliert hatte, dürfte nun teilweise Verluste machen.
Einige Begegnungen haben deutliche Schwierigkeiten beim Ticketverkauf, bei anderen Spielen bleibt die Nachfrage enorm. Die Gruppenspiele Mexikos in Mexiko-Stadt und Guadalajara gelten nahezu als ausverkauft. Auch Begegnungen mit Teams wie Kolumbien zählen auf dem Wiederverkaufsmarkt zu den begehrtesten Tickets. Nach FIFA-Angaben waren vor Turnierstart 29 der insgesamt 104 WM-Spiele ausverkauft, für die übrigen Partien waren weiterhin Tickets erhältlich. FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigte die Preisgestaltung zuletzt mit Verweis auf den nordamerikanischen Markt und andere große Sportveranstaltungen in den USA.
Zuletzt hatten außerdem Bilder aus den Stadien für Diskussionen gesorgt. Beim Gruppenspiel zwischen Südkorea und Tschechien waren im Fernsehen viele freie Plätze zu sehen. Die FIFA erklärte die Diskrepanz damit, dass viele Zuschauer das Spiel stehend im Umlaufbereich verfolgt hätten. Die offiziellen Zuschauerzahlen basierten auf gescannten Tickets und nicht auf der sichtbaren Sitzplatzbelegung. (luh)
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