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Pro und Kontra

Fußball-WM 2026: Atubolu in den DFB‑Kader? Das denken unsere Redakteure

Für den Kader der Fußball-WM 2026 stellt sich auch die Torwartfrage. Noah Atubolu vom SC Freiburg hat sich einen Platz verdient – oder nicht?

Am 21. Mai gibt Nationaltrainer Julian Nagelsmann seinen Kader für die Fußball-WM 2026 bekannt. Bis dahin ist noch viel zu diskutieren. Vor allem die Torwartpositionen sorgen für reichlich Gesprächsstoff. Viele junge, talentierte Keeper haben sich in dieser Saison für eine WM-Teilnahme empfohlen. Darunter auch: Noah Atubolu vom SC Freiburg. Der 23-Jährige steht mit den Breisgauern im Europa-League-Finale und war hauptsächlich auf der Linie ein extrem starker Rückhalt. Doch reicht das für die WM?

Sollte Noah Atubolu mit zur WM? Magdalena Schwaiger sieht den 23-Jährigen bisher nicht so weit. Gracien Tshitenga Mbayan will Atubolu auf der dritten Torwartposition sehen.

In der Verlosung um die drei Hüterplätze tummeln sich aber noch weitere bekannte Namen. Gesetzt ist Stand jetzt Oliver Baumann (TSG 1899 Hoffenheim). Die letzten Spiele in der Bundesliga waren jedoch nicht so stark wie gewohnt, Baumann wird jedoch, falls es nicht zu einer riesigen Überraschung kommt, trotzdem als Nummer 1 mitfahren. Alexander Nübel (VfB Stuttgart), Jonas Urbig (FC Bayern), Finn Dahmen (FC Augsburg) und eben Noah Atubolu duellieren sich um die verbliebenen zwei Plätze.

Magdalena Schwaiger (Kontra) und Gracien Tshitenga Mbaya (Pro) von Home of Sports diskutieren.

Kontra: Bei der Fußball-WM 2026 zählt die sicherere Wahl

Bei der dritten Torwartrolle geht es weniger um das größte Potenzial, sondern um den klareren Rollenfit. Im Vergleich spricht aktuell mehr für Urbig als für Atubolu. Ohne Zweifel ist Atubolu einer der talentiertesten Torhüter, die Fußballdeutschland im Moment hat. Für die Zukunft ist das ein starkes Signal – für das kommende Turnier könnte der Zeitpunkt aber noch zu früh kommen.

Durch den Einzug ins Europa-League-Finale steht Atubolu ohnehin schon unter enormem Druck. Das Spiel findet einen Tag vor der finalen Kaderbekanntgabe statt – verlieren die Freiburger gegen Aston Villa, wäre auch die psychische Belastung vor einer Weltmeisterschaft möglicherweise zu groß.

Die finalen Teilnehmer der WM 2026 – Mehrere Debütanten und historische Türkei

November 18, 2024, St. Louis, Missouri, USA: United States Men s national team, Nationalteam midfielder YUNUS MUSAH (6),
Zum zweiten Mal in der Fußballgeschichte sind die USA Gastgeber einer WM. Nach 1994 dürfen die Nordamerikaner auch die kommende WM 2026 austragen. Folglich ist die US-Nationalmannschaft automatisch für das Turnier qualifiziert. © IMAGO/Sven White
RECORD DATE NOT STATED Copa America USA 2024 Venezuela vs Mexico Mexico team group, Mannschaftsbild, Totale during the C
Mit Mexiko trägt einer der beiden Co-Gastgeber nach 1970 und 1986 bereits zum dritten Mal eine WM aus – Rekord! Natürlich darf auch „El Tri“ bei der Austragung des wichtigsten Fußball-Wettbewerbs der Welt nicht fehlen. Es wird bereits die 18. Teilnahme der Mexikaner. Nur vier Nationen, darunter Deutschland, spielten öfter bei einer WM. © IMAGO/David Leah
Soccer: Concacaf Nations League Semifinal-Mexico at Canada
Der zweite Co-Gastgeber Kanada ist wiederum zum ersten Mal überhaupt Veranstaltungsort einer Fußball-WM. Die kanadische Nationalmannschaft war somit ebenfalls bereits von Beginn an qualifiziert. © IMAGO/Jessica Alcheh
EAFF E-1 Football Championship 2025
Als erste Nation, die als Gastgeber nicht automatisch für die WM qualifiziert war, machte Japan die WM-Teilnahme perfekt. Mit nur einer Niederlage überstanden die Ostasiaten die Qualifikation fast makellos. © IMAGO/Kenjiro Matsuo
International friendly game between national teams of Poland and New Zealand
Auch der Fußballverband Ozeaniens darf einen direkten WM-Teilnehmer stellen. Neuseeland setzte sich in seiner Gruppe durch und gewann auch das Finalspiel gegen Neukaledonien, die wiederum in der interkontinentalen Qualifikationsrunde auf das Fußball-Wunder hoffen dürfen.  © IMAGO/Maciej Rogowski
Lionel Messi y Julian ALvarez. Argentina vs Venezuela. Eliminatorias Mundial USA 2026 *** Lionel Messi and Julian ALvare
Der amtierende Weltmeister Argentinien dominierte die kräftezehrende südamerikanische WM-Quali und löste das Ticket für die WM-Endrunde bereits frühzeitig im März 2025. Die „Albiceleste“ will bei ihrer 19. Teilnahme nach dem vierten Stern greifen. © IMAGO/Nicolas Aboaf
International Football Friendly: Russia Vs Iran
Am selben Tag im März bestätigte der Iran mal wieder seine große Stärke im asiatischen Fußball. Nach den Japanern war der Iran die zweite asiatische Nation, die sich für die WM qualifizieren konnte. © IMAGO/Dmitry Rogulin
Iran v Uzbekistan - FIFA World Cup 2026 Qualification National team, zone AFC, Group A, round 8 match.
Die Aufstockung der WM auf 48 Nationen führt auch zu einer Vielzahl an Debütanten. Seit Jahren macht Usbekistan im Juniorenfußball auf sich aufmerksam und konnte nun seine gute und nachhaltige Fußballentwicklung mit der ersten WM-Teilnahme der Fußball-Geschichte krönen. © IMAGO/SFSI 2025
Sport Bilder des Tages Mahmoud Almardi (JOR), FEBRUARY 6, 2024 - Football / Soccer : Almardi celebrate after winning AFC
Noch überraschender ist die Qualifikation Jordaniens. Schon im Juni 2025 durfte die kleine Fußballnation erstmals eine Endrunde-Teilnahme feiern und musste sich letztlich nur hinter Südkorea einsortieren. © IMAGO/Mutsu Kawamori
SHENZHEN, CHINA - NOVEMBER 21: Son Heung-min 7 of South Korea celebrates after scoring his team s first goal with a pena
Südkorea ist eine dominierende Kraft des asiatischen Fußballs und beendete die WM-Qualifikation nicht nur als Gruppenerster, sondern auch ohne Pleite. Kapitän Heung-min Son war mit zehn Toren und fünf Vorlagen in 13 Spielen mal wieder der Garant für den erwartbaren Erfolg. © IMAGO/LJM
New Zealand v Australia International Friendly
Bereits seit 20 Jahren ist Australien Teil des asiatischen Fußballverbandes. Doch auch in der – im Vergleich zur ozeanischen – deutlich schweren asiatischen WM-Qualifikation setzen sich die „Socceroos“ durch. Nur der Tabellenletzte Bahrain konnte Australien eine überraschende Niederlage zufügen. © IMAGO/DJ Mills
FBL-ELIMINATORIAS-ECUADOR-ARGENTINA
Ecuador startet wegen dem früheren Einsatz vom Byron Castillo, der eigentlich in Kolumbien geboren wurde und mit gefälschten Dokumenten spielte, mit -3 Punkten in die WM-Quali. Bemerkenswerterweise setzte sich die junge Nationalmannschaft in der hoch kompetitiven Qualifikationsrunde dennoch als Zweiter durch – direkt hinter Weltmeister Argentinien, den Ecuador im letzten Qualispiel sogar besiegen konnte. © IMAGO/ROLANDO ENRIQUEZ
Colombia s national team forward Luis Diaz L celebrates with teammate midfielder James Rodriguez after scoring a goal ag
Auf dem dritten Platz hinter dem Spitzenduo stand am Ende Kolumbien. Die „Cafeteros“ landeten bereits bei der letzten Copa América 2024 auf Rang zwei und bestätigten ihre gute Verfassung mit Rang drei. © IMAGO/ALEJANDRO PAGNI
Soccer: Copa America-Uruguay vs Panama Jun 23, 2024; Miami, FL, USA; Uruguay head coach Marcelo Bielsa looks on prior to
Der zweimalige Weltmeister Uruguay zeigte sich nicht immer konstant, konnte aber unter anderem zu Beginn der Qualifikation 2023 einen historischen 2:0-Erfolg beim großen Bruder Argentinien in der legendären Bombonera feiern. Das WM-Ticket war für Marcelo Bielsas „Urus“ nie wirklich in Gefahr. © IMAGO/Sam Navarro
Argentina v Brazil - FIFA World Cup 2026 Qualifier
Der Rekordweltmeister Brasilien absolvierte nicht weniger als die schlechteste „Eliminatorias“, wie die südamerikanische WM-Quali genannt wird, seiner langen und ruhmreichen Verbandsgeschichte. Gleich sechs Niederlagen musste die Seleção hinnehmen: Gegen Bolivien, Paraguay, Uruguay, Kolumbien und zweimal gegen Argentinien. Unter Welttrainer Carlo Ancelotti konnten sich die Brasilianer vor allem defensiv stabilisieren und letztlich die 23. Teilnahme perfekt machen. Damit ist der fünffache Weltmeister weiterhin die einzige Nation, die bei allen WM-Endrunden der Geschichte vertreten ist. © IMAGO/Juan Manuel Baez
National team of Paraguay v Uruguay - FIFA World Cup 2026 Qualifier match
Als sechste Fußballnation aus Südamerika löste Paraguay das begehrte WM-Ticket. Die „Albirroja“ nahmen letztmalig an der WM 2010 in Südafrika teil und werden zusätzlich auch als Co-Gastgeber bei der WM 2030 an den Start gehen. © IMAGO/SFSI
DOHA, QATAR - DECEMBER 17: Achraf Dari of Morocco celebrates after scoring goal during the FIFA World Cup, WM, Weltmeist
In Afrika dominieren die Fußballnationen aus dem Norden aktuell den Kontinent. Marokko gelang mit dem Halbfinaleinzug bei der WM 2022 in Katar das beste Ergebnis einer afrikanischen Mannschaft in der Fußball-Historie. Der Gastgeber der WM 2030 qualifizierte sich in seiner Vormachtstellung folglich als erste afrikanische Mannschaft für die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. © IMAGO/Sebastian Frej/MB Media
KORHOGO, COTE D IVORE - JANUARY 16; Anis Ben Slimane of Tunisia and Prins Menelik T Jiueza of Namibia of Namibia during
Auch das kleinste der nordafrikanischen Länder ist bei der kommenden WM-Endrunde dabei. Tunesien erhält wie Marokko zum siebten Mal ein WM-Ticket. © IMAGO/AMADA MASARU
Egypt v Tunisia - Friendly Match
Ägypten ist zwar mit sieben Titeln Rekordchamp des Afrika Cups, nimmt aber in Nordamerika erst zum vierten Mal an einer WM teil. © IMAGO/Ahmed Mosaad
World Cup Qualifiers - Algeria v Somalia
Bei der WM 2014 lieferten sich Deutschland und Algerien ein sensationelles Achtelfinalspiel, in dessen Anschluss Per Mertesacker sein legendäres Eistonnen-Interview gab. Tatsächlich war diese Partie das bislang letzte WM-Spiel, das Algerien seither austragen durfte. Das wird sich bei der WM 2026 endlich wieder ändern. © IMAGO/Bouhara Hamza/ABACA
Ghana v Trinidad and Tobago, Football, The Unity Cup, Gtech Community Stadium, London, UK, 31/05/25
Ghana ist das erste Team aus Afrika, das sich für die WM 2026 qualifizieren konnte und nicht aus dem Norden kommt. Trainer der Westafrikaner ist der langjährige Bundesliga-Spieler Otto Addo. © IMAGO/Anthony Hanc/Shutterstock
Kap Verde hat es geschafft, erstmals werden auch sie an einer Weltmeisterschaft teilnehmen. Der zweitkleinste Staat aller Zeiten, dem dies gelang.
Kap Verde hat es geschafft, erstmals werden auch sie an einer Weltmeisterschaft teilnehmen. Der zweitkleinste Staat aller Zeiten, dem die Qualifikation zu einer Weltmeisterschaft gelang. © IMAGO/Mohammad BAYOUMY
POLOKWANE, SOUTH AFRICA - MARCH 21: South Africa celebration during the Men FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussb
Südafrika konnte sich erstmals seit der Heim-WM 2010 für eine Endrunde qualifizieren und ließ in der engen Gruppe Nigeria und Benin, mit nur einem Punkt weniger, hinter sich. Bafana Bafana ist zurück! © IMAGO
UQATAR v NITED ARAB EMIRATES-2026 FIFA WORLD CUP ASIAN QUALIFIER PLAYOFFS
Auch der Gastgeber der letzten WM, Katar, konnte das Ticket für die Weltmeisterschaft 2026 lösen. Es ist die zweite Qualifikation überhaupt und die erste über den regulären Qualifikationsweg. © IMAGO/NOUSHAD
QATAR V SAUDI ARABIA ,SEMI-FINAL U-17 GULF CUP QATAR 2025
Für Saudi-Arabien ist die Weltmeisterschaft wiederum kein Neuland. Der Gastgeber der WM 2034 ist bereits zum siebten Mal dabei. © IMAGO/NOUSHAD
FIFA World Cup 2026 UEFA Qualifiers game Latvia vs England
England hat sich als erste europäische Fußballnation für die WM 2026 qualifiziert. Bereits nach sechs Spielen und einer makellosen Bilanz durfte das Team von Trainer Thomas Tuchel und Kapitän Harry Kane jubeln. © IMAGO/Mauri Levandi
(SP)COTE D'IVOIRE-ABIDJAN-FOOTBALL-FIFA WORLD CUP QUALIFIERS-COTE D'IVOIRE VS KENYA
Die Elfenbeinküste darf als afrikanisches Fußballschwergewicht nicht bei der WM 2026 fehlen. Zum vierten Mal ist das Team dabei - und das völlig verdient. Ohne Niederlage und mit einer Torbilanz von 25:0 dominierte die Elfenbeinküste ihr Qualigruppe. © IMAGO/Yvan Sonh
South Sudan v Senegal - 2026 FIFA World Cup Qualifiers
Auch der Senegal als afrikanische Topmannschaft darf zum vierten Mal an einer WM-Endrunde teilnehmen. Die Westafrikaner blieben ebenfalls gänzlich ohne Pleite. © IMAGO/Lino Ginaba
Soccer: Concacaf Gold Cup-Group Stage-Haiti at USA
51-jährige Durststrecke beendet: Haiti ist wieder Teil einer Weltmeisterschaft. © IMAGO / ZUMA Press Wire
FIFA WM 2026 Qualifikation, Liechtenstein vs Belgien
Mit einem souveränen 7:0 über Liechtenstein holen sich die Belgier ein fixes WM-Ticket ab. © IMAGO / Eibner Europa
Honduras Vs Curacao - Concacaf Gold Cup 2025
Der Inselstaat schreibt Geschichte: Curacao wird die kleinste Nation aller Zeiten bei einer WM sein. © IMAGO / ZUMA Press Wire
WM Qualifikation: France - Ukraine
Les Bleus mit der Möglichkeit auf die Retourkutsche an Argentinien: Frankreich bleibt in der gesamten Qualifikation ungeschlagen und löst souverän das WM-Ticket. © IMAGO / MAXPPP
Chile vs Panama, amistoso 2025
Die Nationalelf von Panama schließt seine Serie mit einem 3:0 Sieg über El Salvador ab und sichert sich das WM-Ticket. © IMAGO / Photosport
Portugal Vs Armenia In Porto
Die Portugiesen sichern sich mit einem Sieg gegen Armenien das WM-Startrecht und das sogar ohne den im letzten Spiel gesperrten Cristiano Ronaldo, der zuvor maßgeblich zum Erfolg der Qualifikation beigetragen hatte. © IMAGO / ZUMA Press Wire
Players of Norway during a team reception at Radhusplassen on November 17, 2025 in Oslo. Photo: Jon Olav Nesvold
Die Wikinger werden in Oslo gefeiert: Norwegen ist seit 1998 das erste Mal wieder bei einer WM dabei. © IMAGO / Bildbyran
Montenegro v Croatia FIFA World Cup 2026 Qualifier
Kroatien zeigt erneut seine internationale Stärke: Das Ticket nach Nordamerika ist gebucht. © IMAGO / PIXSELL
World Cup Qualifying Football Scotland v Denmark Nov 18th
Die Bravehearts lassen das Herz hüpfen: Schottland kehrt mit einem Traumtor gegen Dänemark zum ersten Mal seit 1998 ins WM-Rampenlicht zurück. © IMAGO / Action Plus
Amsterdam The Netherlands Football FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball European Qualifier
Oranje legt den Grundstein: Die Niederländer sichern sich souverän das WM-Ticket und bleiben in der gesamten Qualifikation ungeschlagen. © IMAGO / Richard Wareham
Fussball WM-Qualifikation 2025/26, Kosovo vs Schweiz - Fadil-Vokrri-Stadion (Pristina): Freude, Emotionen
Die Nachbarn bleiben in der Spitzenklasse: Ein Unentschieden reicht für die Schweizer, um bei der WM 2026 fix dabei zu sein. © IMAGO/JOERAN STEINSIEK
Spanien gegen Türkei - FIFA World Cup 2026 Qualifier
La Furia Roja bleibt ein Garant: Spanien steht ein weiteres Mal bei der WM dabei. © IMAGO / Photo Players Images
Fussball Österreich, FIFA WM Qualifikation Europa Österreich vs. Bosnien und Herzegowina
Die Alpenrepublikaner schaffen die Sensation: Österreich ist zum ersten Mal seit 28 Jahren bei einer Weltmeisterschaft dabei. © IMAGO / STEINSIEK.CH
Fußball Deutschland vs. Slowakei
Die deutsche Nationalmannschaft geht in die nächste Runde: Ein souveräner 6:0-Sieg gegen Slowakei katapultiert die DFB-Elf in die Endrunde. © IMAGO / Pressefoto Baumann
Türkei-Spieler jubeln mit großer Fahne
Die Türkei schafft Historisches und sichert sich in den Playoffs die erste WM-Teilnahme seit 24 Jahren. © IMAGO / Yigit Örme
Dzeko, Tabakovic und Demirovic jubeln
Auch Bosnien-Herzegowina fährt zur WM. In den Playoffs setzte sich das Team rund um Edin Dzeko (M.) gegen bediente Italiener durch – die somit bereits das dritte Turnier in Serie verpassen. © IMAGO / EPA
Schwedens Fußballer jubeln
Schweden besiegt Polen im entscheidenden Playoff-Spiel mit 3:2 und sichert sich so seinen Platz bei der WM in Kanada, Mexiko und den USA. © IMAGO / Bildbyran
Tschechische Fußballer jubeln.
Tschechien muss bis zur letzten Sekunde bangen. Erst im Elfmeterschießen der Playoffs ringen die Osteuropäer Dänemark mit 3:1 nieder. Belohnt werden sie mit der Teilnahme an der prestigeträchtigen WM. © IMAGO / EPA
Der Kongo jubelt.
Die Demokratische Republik Kongo jubelt, Jamaika ist am Boden. In der Verlängerung entscheidet der Kongo ein packendes Playoff-Spiel mit 1:0 für sich und fährt so doch noch zur WM. © IMAGO / Straffon Images
Die Mannschaft des Iraks jubelt.
Grenzenlose Freude im Irak. Zum ersten Mal seit 1986 und erst zum zweiten Mal in seiner Geschichte, hat sich das Team für die Weltmeisterschaft qualifizieren können. In den Playoffs besiegte der Irak Bolivien mit 2:1. © IMAGO / Straffon Images

Zu den Länderspielen im März wurden Finn Dahmen und Jonas Urbig eingeladen. Schaut man sich einschlägige Statistiken an, sprechen diese vorwiegend für Urbig. Klar, dieser hat bei Bayern immer noch Manuel Neuer vor der Brust. Dennoch kommt er in der Bundesliga bisher auf 1080 Einsatzminuten. Prozentual verhinderte er mehr Gegentore pro 90 Minuten als Atubolu (0,82 zu 2,69) und auch Urbigs Klärungsaktionen außerhalb des Strafraums sprechen eine klare Sprache.

Unterm Strich wirkt Urbig als dritte Option wie die risikoärmere Wahl: Er hat gezeigt, dass er mit Druck und Konkurrenz umgehen kann. Der 22-Jährige kassierte nur alle 66 Minuten ein Gegentor, das ist der mit Abstand beste Wert aller infrage kommenden Torhüter. Mein Fazit: Mit Urbig auf der Drei ist Nagelsmann auf der sicheren Seite. Atubolu könnte sich, falls er nächste Saison in die Premier League wechselt, vor allem für die EM 2028 qualifizieren.

Pro: Noah Atubolu liefert, wenn es zählt

Wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen WM-Kader zusammenstellt, sollte er sich eine einfache Frage stellen: Wer hat es verdient? Und bei dieser Frage führt kein Weg an Noah Atubolu vorbei. Der Keeper ist zwar erst 23 Jahre alt, spielt aber bereits seine zweite starke Saison in Folge. Er ist einer der Garanten dafür, dass der SC Freiburg sich in der erweiterten Spitzengruppe der Bundesliga etabliert hat und nun erstmals in der Vereinsgeschichte im Finale der Europa League steht.

45 Pflichtspiele, kein einziger Aussetzer. Die Opta-Daten untermauern das: nur ein individueller Fehler vor einem Gegentor in der gesamten Bundesliga-Saison, die meisten gefangenen Bälle pro 90 Minuten im DFB-Vergleich und eine Paradenquote auf Augenhöhe mit den erfahrenen Konkurrenten. Atubolu wurde von Freiburg mit 21 ins kalte Wasser geworfen und er schwimmt.

Oliver Baumann ist die klare Nummer 1, daran ändert sich (zurecht) auch nichts. Aber Turniere sind unberechenbar. Verletzungen passieren, und sollte Baumann nicht können, wäre es schlicht beruhigend zu wissen: Da steht einer, der in einer der größten Drucksituationen im Fußball nachweislich funktioniert. Elfmeter. 63 Prozent Haltequote, die beste in der Bundesligageschichte. Mit fünf gehaltenen Elfmetern hat er zudem einen beachtlichen Bundesligarekord aufgestellt. 

Der DFB darf dieses Talent nicht verspielen

Schaut man auf das Quartett der potenziellen DFB-Torhüter – Nübel, Dahmen, Urbig, Atubolu –, wird schnell klar: Die Zukunft gehört den Jüngeren. Finn Dahmen hat trotz Augsburgs starker Saison ligaweit die meisten individuellen Fehler vor Gegentoren produziert. Alexander Nübel steht nach dem Ende seiner Leihe in Stuttgart karrieretechnisch vor einem Fragezeichen. Atubolu und Urbig sind die Talente, auf die Deutschland in den nächsten Jahren setzen sollte. Deutschland ist bei dieser WM ohnehin kein Titelfavorit, umso wichtiger sollte es sein, jetzt den Grundstein zu legen.

Aber es gibt noch eine Geschichte hinter der Geschichte. Der DFB hat in der Vergangenheit zu oft weggeschaut oder geschlafen, wenn es darum ging, Talente mit Migrationshintergrund einzubinden und langfristig an sich zu binden. Yilmaz, Wanner, Maza – die Liste der verpassten Chancen ist lang. Atubolu, dessen Familie nigerianische Wurzeln hat, ist ein weiteres großes Talent an diesem Scheideweg. Der DFB muss die Chance ergreifen, um ein überfälliges Zeichen zu setzen: „Wir sehen dich. Du gehörst dazu.“ Bevor es wieder zu spät ist.

Mein Fazit: zwei starke Saisons, historische Zahlen und ein Europa-League-Finale. Der Bundestrainer und der DFB sollten hier die richtigen Schlüsse ziehen und Atubolu seinen verdienten Kaderplatz für die WM geben.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Arne Amberg

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