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In Barcelona nicht gesetzt
Weltmeister skizziert Ausweg für DFB-Keeper ter Stegen
Wie geht es für DFB-Keeper Marc-André ter Stegen weiter? Weltmeister Christoph Kramer analysiert die Lage und skizziert einen Ausweg.
Barcelona – Es war ein emotionaler Moment im Camp Nou: Marc-André ter Stegen kehrte nach monatelanger Verletzungspause erstmals wieder in den Kader des FC Barcelona zurück. Die Fans empfingen ihren Kapitän mit herzlichem Applaus – doch spielen durfte der 33-Jährige trotzdem nicht. Stattdessen musste er zusehen, wie Joan García zwischen den Pfosten stand. Dort bleibt García laut Trainer Hansi Flick gesetzt.
Für Christoph Kramer, der Barças Champions-League-Spiel gegen Eintracht Frankfurt (2:1) als Experte für Prime Video begleitete, ist diese Situation völlig unverständlich. Der Weltmeister von 2014 stellte eine brisante Vermutung auf, die aufhorchen lässt: „Wenn wir beobachten, wie der (ter Stegen; Anm. d. Red.) hier die Bälle über die Grasnarbe spielt – das kann keine Leistungsgründe haben“, erklärte Kramer mit Nachdruck.
Kramer und Sammer spekulieren über Gründe für ter Stegens Degradierung
Seine Analyse trifft den Kern der Sache. Ter Stegen, der über Jahre hinweg als einer der weltbesten Torhüter galt und Barcelona zu unzähligen Erfolgen verhalf, soll plötzlich nicht mehr gut genug sein? „Das ist einfach ein unmenschlich guter Torwart“, betonte Kramer und machte damit deutlich: Hier geht es nicht um Leistung.
Auch Matthias Sammer teilte diese Einschätzung und wurde noch konkreter: „Es muss ja etwas passiert sein, wo wir nicht spekulieren wollen. Da muss irgendwie etwas kaputtgegangen sein.“ Der Europameister von 1996 sprach aus, was viele denken: Hinter ter Stegens Degradierung stecken andere Motive als rein sportliche.
DFB-Kader für die WM 2026: Wenn Nagelsmann heute nominieren müsste
Ter Stegen zählt zu den Top-Verdienern bei Barça. Weil mit der Verpflichtung des neun Jahre jüngeren García eine neue Ära eingeläutet werden sollte und ter Stegens Gehalt den finanziell angeschlagenen Klub erdrückt, wurde dem Deutschen bereits im Sommer die Tür gezeigt.
Flick gab ter Stegen dem Vernehmen nach zu verstehen, nur noch die Nummer drei zu sein – sogar hinter Wojciech Szczęsny. Die Degradierung ist womöglich kein sportliches Urteil, sondern ein wirtschaftliches Kalkül. Es besteht der Verdacht, die Katalanen setzen darauf, dass ter Stegen die demütigende Situation nicht erträgt und selbst um einen Wechsel bittet – und dabei auf einen Großteil seiner ausstehenden Millionen verzichtet.
Brisant wirkt in diesem Kontext: Bundestrainer Julian Nagelsmann stellte öffentlich klar, dass ter Stegen nur dann bei der Weltmeisterschaft 2026 im Tor stehen kann, wenn er zuvor ausreichend spielt. In Barcelona ist die Aussicht ernüchternd. „Wenn dieser Torwart aus seiner Karriere rausgeht und keine WM gespielt hat, das fände ich schon traurig“, sagte Kramer mit Blick auf die WM 2026.
Kramer sieht nur eine realistische Möglichkeit: „Im Grunde bleibt ihm nur zu hoffen, dass sich ein Keeper bei einem Spitzenverein verletzt und er dann als Leihgabe geholt wird.“ Nagelsmann sagte in diese Richtung bereits zuvor: „Das Winter-Transferfenster ist nie super einfach. Ich stelle nicht die Bedingung, dass er bei einem Top-Klub spielen muss. Wenn er spielt, wäre es gut, dass er einigermaßen gut spielt. Das gehört schon auch zur Wahrheit dazu.“