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Frankfurter Politikum

Reizthema Uzun: So brisant ist die Lage um das Eintracht-Juwel

Trennen sich die Wege von Can Uzun und Eintracht Frankfurt im kommenden Sommer? Die jetzige Situation sorgt bei allen Beteiligten für Unmut.

Bei Eintracht Frankfurt ist die Lage auch unter dem neuen Trainer Albert Riera sportlich angespannt. Woche für Woche gibt es neue Themen. Daran hat auch eine öffentliche Trainingseinheit vor mehr als 1.200 Fans nichts geändert. Zwar tat der warme Applaus in diesen angespannten Monaten gut. Dennoch brodelt es weiter bei den Hessen. Ein Brandherd ist die Personalie Can Uzun.

Can Uzun steht bei der Eintracht im Blickfeld

Der 20-Jährige war in den ersten Monaten der aktuell laufenden Saison der Himmelsstürmer von Eintracht Frankfurt. Er trumpfte in den ersten fünf Bundesligapartien als fünffacher Torschütze und dreifacher Vorlagengeber auf. Es sah in der zweiten Spielzeit nach dem großen Durchbruch aus. Ex-Trainer Dino Toppmöller hatte Gefallen gefunden am Offensivmann, der den Unterschied ausmachen kann.

Eintracht-Boss Krösche hatte hart um Can Uzun gekämpft

Das war nicht immer so. Sportvorstand Markus Krösche hatte für den Transfer von Uzun alle Hebel in Bewegung gesetzt und sich primär gegen Bayer Leverkusen durchgesetzt. Als der türkische Nationalspieler im Juli 2024 offiziell vorgestellt wurde, war die Euphorie im Umfeld des hessischen Traditionsvereins gewaltig.

Uzun war zuvor beim 1. FC Nürnberg der Senkrechtstarter der zweiten Liga, er war für die Franken in 32 Partien an 23 Toren beteiligt. Doch der Beginn verlief schwierig. Toppmöller musste ihm beibringen, sich nicht nur auf sein Talent zu verlassen und an der Defensivarbeit zu beteiligen. Er hob allerdings auch oft dessen Qualitäten hervor: „Mit seiner Ballsicherheit, seinem Mut, Bälle zu fordern, Eins-gegen-eins-Situationen zu lösen und den Abschluss zu suchen, hat er uns viel gegeben.“

Die jungen Wilden: Das Versprechen der SGE an die Zukunft

Die „Jugend“ der A-Mannschaft, Hugo Larsson, Love Arrhov, Aurele Amenda, Arnaud Kalimuendo, Fares Chaibi und Jean-Matteo Bahoya, bedanken sich bei den Fans nach dem Spiel gegen Heidenheim.
Die „Jugend“ der A-Mannschaft, Hugo Larsson, Love Arrhov, Aurele Amenda, Arnaud Kalimuendo, Fares Chaibi und Jean-Matteo Bahoya, bedanken sich bei den Fans nach dem Spiel gegen Heidenheim. © IMAGO / Jan Huebner
Der 20-jährige Jean-Matteo Bahoya kam im Jänner 2024 zur Eintracht und gehört regelmäßig zum Stamm-Kader.
Der 20-jährige Jean-Matteo Bahoya kam im Jänner 2024 zur Eintracht und gehört regelmäßig zum Stamm-Kader. © IMAGO / Schüler
Jean-Mattéo Bahoya (Mitte) feiert seinen vermeintlichen Treffer zum 1:1 gegen Bayern, die enge Bindung der jungen zu Can Uzun (links) und Nathaniel Brown (rechts) ist hier deutlich sichtbar.
Jean-Mattéo Bahoya (Mitte) feiert seinen vermeintlichen Treffer zum 1:1 gegen Bayern, die enge Bindung der jungen zu Can Uzun (links) und Nathaniel Brown (rechts) ist hier deutlich sichtbar. © IMAGO / osnapix
Der 20-jährige Can Uzun bejubelt seinen Treffer gegen den BVB, der Offensivakteur hat sich im März 2026 zum Fixpunkt im Frankfurter Angriffsspiel entwickelt.
Can Uzun bejubelt seinen Treffer gegen den BVB, der Offensivakteur hat sich im März 2026 zum Fixpunkt im Frankfurter Angriffsspiel entwickelt. © IMAGO / HMB-Media
Der 20-jährige Can Uzun glänzt am Spielfeld, der Mittelfeldakteur ist oft der entscheidende Faktor für die kreative Tiefe im Frankfurter Kader.
Der 20 Jährige glänzt am Spielfeld, der Mittelfeldakteur ist oft der entscheidende Faktor für die kreative Tiefe im Frankfurter Kader. © IMAGO / Jan Huebner
Der Nathaniel Brown überzeugt seit Juni 2024 als defensivstarker Schienenspieler. Durch seine enorme Laufbereitschaft und präzise Flankenläufe hat er sich einen festen Platz in der Frankfurter Startformation erarbeitet
Der Nathaniel Brown überzeugt seit Juni 2024 als defensivstarker Schienenspieler. Durch seine enorme Laufbereitschaft und präzise Flankenläufe hat er sich einen festen Platz in der Frankfurter Startformation erarbeitet © IMAGO / Kessler-Sportfotografie
Der Linksverteidiger hat sich im letzten Spiel (22.03.) gegen den 1. FSV Mainz eineleichte Wadenverletzung zugezogen. Der 22-Jährige wird trotzdem zur deutschen A-Nationalmannschaft reisen.
Der Linksverteidiger hat sich im letzten Spiel (22.03.) gegen den 1. FSV Mainz eineleichte Wadenverletzung zugezogen. Der 22-Jährige wird trotzdem zur deutschen A-Nationalmannschaft reisen. © IMAGO / STEINSIEK.CH
Der 21-jährige Oscar Højlund behauptet im März 2026 den Ball im intensiven Zweikampf gegen James Sands vom FC St. Pauli
Der 21-jährige Oscar Højlund behauptet im März 2026 den Ball im intensiven Zweikampf gegen James Sands vom FC St. Pauli © IMAGO / Claus Bergmann
Der dänische U-Nationalspieler hat sich durch seine enorme Laufleistung als wichtiger Anker im Frankfurter Zentrum etabliert.
Der dänische U-Nationalspieler hat sich durch seine enorme Laufleistung als wichtiger Anker im Frankfurter Zentrum etabliert. © IMAGO / Schüler
Der 22-jährige Aurèle Amenda stabilisiert die Frankfurter Defensive und besticht durch seine enorme Lufthoheit.
Der 22-jährige Aurèle Amenda stabilisiert die Frankfurter Defensive und besticht durch seine enorme Lufthoheit. © IMAGO / Kessler-Sportfotografie
Amenda räumt konsequent ab: Der Schweizer stabilisiert seit 2024 die Frankfurter Innenverteidigung.
Amenda räumt konsequent ab: Der Schweizer stabilisiert seit 2024 die Frankfurter Innenverteidigung. © IMAGO / Kessler-Sportfotografie
Der 20-jährige Elias Baum gehört zwar fest zum Profikader der Eintracht, trotz seiner Flexibilität auf den Außenbahnen kommt das Talent auch unter Trainer Albert Riera nur sporadisch zu Einsatzzeiten.
Der 20-jährige Elias Baum gehört zwar fest zum Profikader der Eintracht, trotz seiner Flexibilität auf den Außenbahnen kommt das Talent auch unter Trainer Albert Riera nur sporadisch zu Einsatzzeiten. © IMAGO / Schüler
Der 22-jährige Nnamdi Collins gehört seit Sommer 2023 zum Kader der Eintracht und konnte sich im Verlauf der Saison 2025/26 durch seine enorme Geschwindigkeit und Zweikampfstärke als ernsthafte Option für die Frankfurter Innenverteidigung etablieren.
Nnamdi Collins gehört seit Sommer 2023 zum Kader der Eintracht und konnte sich im Verlauf der Saison 2025/26 durch seine enorme Geschwindigkeit und Zweikampfstärke als ernsthafte Option für die Frankfurter Innenverteidigung etablieren. © IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Der 22-Jährige im Spiel gegen den 1. FSV Mainz (22.03.2026) muss er verletzt ausgewechselt werden. Diagnose: Sprunggelenksverletzung, wann er wieder einsatzbereit ist, ist noch unklar.
Der 22-Jährige im Spiel gegen den 1. FSV Mainz (22.03.2026) muss er verletzt ausgewechselt werden. Diagnose: Sprunggelenksverletzung, wann er wieder einsatzbereit ist, ist noch unklar. © IMAGO / Kessler-Sportfotografie
Der 21-jährige Hugo Larsson, der 2023 aus Malmö zur Eintracht stieß, kämpft im Frühjahr 2026 um seine Bestform.
Hugo Larsson, der 2023 aus Malmö zur Eintracht stieß, kämpft im Frühjahr 2026 um seine Bestform. © IMAGO / Kessler-Sportfotografie
Der 21-Jährige musste jedoch zuletzt eine Marktwertsenkung hinnehmen, der Schwede genießt weiterhin das Vertrauen von Albert Riera und kommt regelmäßig zum Einsatz.
Der 21-Jährige musste jedoch zuletzt eine Marktwertsenkung hinnehmen, der Schwede genießt weiterhin das Vertrauen von Albert Riera und kommt regelmäßig zum Einsatz. © IMAGO / Beautiful Sports
Der 17-jährige Love Arrhov gehört seit seinem Wechsel im Jahr 2025 zur Eintracht, der technisch versierte Offensivspieler wird von Trainer Albert Riera bereits behutsam an die Belastungen des Profikaders herangeführt.
Der 17-jährige Love Arrhov gehört seit seinem Wechsel im Jahr 2025 zur Eintracht, der technisch versierte Offensivspieler wird von Trainer Albert Riera bereits behutsam an die Belastungen des Profikaders herangeführt. © IMAGO / Kessler-Sportfotografie
Ayoube Amaimouni-Echghouyab zahlt das Vertrauen von Trainer Albert Riera mit konstanten Leistungen zurück und festigt damit seinen Status als neuer Hoffnungsträger am Main.
Ayoube Amaimouni-Echghouyab zahlt das Vertrauen von Trainer Albert Riera mit konstanten Leistungen zurück und festigt damit seinen Status als neuer Hoffnungsträger am Main. © IMAGO / Kessler-Sportfotografie
Der 20-Jährige gehört zu den größten Gewinnern der laufenden Saison 2025/26 und steigerte seinen Marktwert zuletzt um stolze 5.000.000 Euro.
Der 20-Jährige gehört zu den größten Gewinnern der laufenden Saison 2025/26 und steigerte seinen Marktwert zuletzt um stolze 5.000.000 Euro. © IMAGO / Schüler
Der 20-jährige Anas Alaoui-Ebnoutalib gehört seit 2023 zum Verein und wird im März 2026 von Trainer Riera regelmäßig als belebendes Element für die Offensive eingewechselt.
Der 20-jährige Anas Alaoui-Ebnoutalib gehört seit 2023 zum Verein und wird im März 2026 von Trainer Riera regelmäßig als belebendes Element für die Offensive eingewechselt. © IMAGO / Jan Huebner
Der 25-jährige Jonathan Burkardt fungiert im März 2026 als verlässlicher Anführer der jungen Frankfurter Offensive.
Der 25-jährige Jonathan Burkardt fungiert im März 2026 als verlässlicher Anführer der jungen Frankfurter Offensive. © IMAGO / RHR-Foto
Der Torjäger bringt die nötige Bundesliga-Erfahrung mit, um Talente wie Can Uzun oder Jean-Mattéo Bahoya in entscheidenden Spielphasen zu führen.
Der Torjäger bringt die nötige Bundesliga-Erfahrung mit, um Talente wie Can Uzun oder Jean-Mattéo Bahoya in entscheidenden Spielphasen zu führen. © IMAGO / osnapix
Ansgar Knauff hat sich seit seinem festen Wechsel 2023 kontinuierlich weiterentwickelt und fungiert nun als wichtige Verbindung zwischen der Defensive und den jungen Talenten im Frankfurter Angriffsspiel.
Ansgar Knauff hat sich seit seinem festen Wechsel 2023 kontinuierlich weiterentwickelt und fungiert nun als wichtige Verbindung zwischen der Defensive und den jungen Talenten im Frankfurter Angriffsspiel. © IMAGO / Kessler-Sportfotografie
Der 24-Jährige setzt im März 2026 seine enorme Geschwindigkeit ein, um die gegnerischen Abwehrreihen zu durchbrechen und sorgt regelmäßig für Torgefahr über die rechte Seite.
imago1074800552.jpg © IMAGO / HMB-Media
Gemeinsamer Jubel nach Abpfiff: Der Erfolg der SGE fußt maßgeblich auf der Harmonie dieser „neuen“ Spieler-Generation.
Gemeinsamer Jubel nach Abpfiff: Der Erfolg der SGE fußt maßgeblich auf der Harmonie dieser „neuen“ Spieler-Generation. © IMAGO / HMB-Media

Die erste Saison bei der Eintracht glich einem Lehrjahr, aus dem Uzun die richtigen Schlüsse gezogen hat. Er arbeitete in der Sommerpause intensiv an seiner körperlichen Verfassung. Uzun kam topfit, dynamisch und torgefährlich aus dem Urlaub zurück. Und sobald er sich fit gemeldet hat, setzte Toppmöller auf dessen Qualitäten. Er ist in seiner Zeit bei den Frankfurtern alle 103 Minuten an einem Pflichtspieltor beteiligt.

Die Saison verlief allerdings nicht ruckelfrei für den Spielmacher. Er fiel zweimal mit Muskelverletzungen aus. Das waren herbe Nackenschläge für den so ehrgeizigen Angreifer. Inzwischen ist er seit vier Wochen wieder im Training dabei. Doch Trainer Albert Riera ließ ihn gegen den 1. FC Köln (2:2) 90 Minuten auf der Bank sitzen. Missfiel ihm dessen Kurzauftritt vor dem Länderspiel bei der Niederlage in Mainz (1:2)?

Die Sätze des Spaniers nach dem Duell gegen Köln deuten darauf hin: „Er weiß, was er zu tun hat. Mit dem Ball. Und ohne den Ball. Wenn er das dem Team geben wird, nicht Albert, sondern dem Team, dann wird er spielen.“ So bleibt die Personalie Uzun ein Reizthema im Umfeld der Eintracht. Kann der Klub das große Juwel nicht richtig einsetzen? Ein gewisses Maß an Defensivarbeit ist sicherlich nötig.

Doch Uzun sollte in der Offensive stets Teil der Lösung sein. Ein passend in Szene gesetzter Can Uzun hat seinen Marktwert sofort auf 45 Millionen Euro erhöht. Was ihn auszeichnet: Er benötigt für sein Spiel nicht das vollumfängliche Vertrauen des Trainers. Uzun funktioniert unter Druck, er wagt auch in engen Situationen die mutigen Pässe und Abschlüsse.

Bei der Personalie Uzun benötigt es Fingerspitzengefühl

In der Kommunikation geht es bei diesem sensiblen Thema um Fingerspitzengefühl. Inhaltlich werden Teile der Beobachter Riera möglicherweise nicht widersprechen. Doch bei Uzun geht es um viel mehr: Marktwert, WM-Teilnahme, Spielfreude, Tore, Platzierungen. Für den bis 2029 gebundenen Offensivmann fühlt sich dieser Vorfall vom Sonntag wie ein Schritt zurück in längst vergessene Zeiten an.

Dabei zeigt die Gesamtsituation, wie dringend Eintracht einen starken Uzun benötigt. Er übernimmt, wie seine verwandelten Elfmeter in Pokal und Bundesliga gegen Borussia Dortmund zeigten, in kniffligen Situationen volle Verantwortung. Will Frankfurt noch einen Europapokalplatz erreichen, müssen Siege her. Mit dem sehr selbstbewusst auftretenden Uzun in der Mannschaft erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, drei Punkte einzufahren.

Die Eintracht hat zweifelsohne einen großen Kader. Riera verweist immer wieder darauf, dass er nur elf Spieler starten lassen und 20 mitnehmen könne. Aber es ist eben kaum möglich, alle Profis gleich zu behandeln. Uzun wird sich die Situation in den kommenden Wochen genau ansehen. Ein Abgang im Sommer ist daher eine mögliche Option. Absolut Eintracht kann einen Bericht der Bild bestätigen.

Das hängt nicht nur mit der eigenen Situation zusammen. Krösche wird Transferüberschüsse erwirtschaften müssen. Uzun ist bei einem Verpassen des internationalen Wettbewerbs kaum zu halten. Er will sich auch in Zukunft in der Champions League oder zumindest Europa League mit den besten Spielern messen. In der Crunchtime steht also noch sehr viel auf dem Spiel.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Gerhard Schultheiß

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