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Starker Auftakt
Nicht nur wegen Kane: Weltmeister Kroos korrigiert seine WM-Favoriten
Toni Kroos hat 2014 Deutschland zur Weltmeisterschaft geführt. Inzwischen analysiert er den Fußball. Vor allem England hat es ihm angetan.
England? Diese Nationalmannschaft hatte Toni Kroos bei seinen Topfavoriten auf den Titel bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko nicht ganz oben auf dem Zettel stehen. Doch der Weltmeister von 2014 hat sich in seiner Liveshow „Kroos & Kroos: Die WM unter der Lupe“ auf TikTok noch frühzeitig korrigiert. Zunächst benannte er die üblichen Verdächtigen wie Spanien, Frankreich oder Argentinien – und ließ die „Three Lions“ außen vor.
Seine Sicht der Dinge hat sich jedoch verändert. Das liege, so der frühere Mittelfeldspieler, der mit Real Madrid und dem FC Bayern München sechsmal die Champions League gewonnen hat, nicht nur an dem spektakulären 4:2-Auftaktsieg gegen Kroatien. „Ich habe ein komplett verändertes England im Vergleich zur EM 2024 gesehen. Damals kamen sie noch zu Unrecht ins Finale. Ich hatte diese Mannschaft deshalb nicht so auf dem Schirm“, erklärte Kroos.
Kroos adelt England
Doch Nationaltrainer Thomas Tuchel hat dem Team eine neue Handschrift verpasst. „Ich finde, dass sie fußballerisch zugelegt haben. England hat eine gute Mannschaft“, stellte Kroos fest. Die Schwächen macht er in der Innenverteidigung mit Phil Jones und Ezri Konsa, sowie im Tor mit Jordan Pickford aus. Ansonsten aber hat Tuchel eine hohe Qualität auf jeder Position zur Verfügung.
Kroos hob die beiden Außenverteidiger Nico O‘Reiley auf links und Reece James auf rechts hervor. Vor allem deren fußballerische Qualität und Flexibilität, auch als Sechser agieren zu können, seien auffällig. Elliot Anderson im defensiven Mittelfeld habe er bisher „nicht auf dem Zettel“ stehen gehabt. Kroos fügte selbstkritisch an: „Schande über mein Haupt.“
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Anderson hält Declan Rice den Rücken frei. Der Meisterspieler von Arsenal kann dadurch seine Power als „Box-to-Box-Player“ auf den Platz bringen. Kroos erklärte, dass Rice kein typischer Aufbauspieler sei, er gebe den Abwehrspielern nicht die nötige Ruhe und Lösung. Anderson hingegen „kippt häufig ab“, weshalb er bei der Suche nach Lösungen ein elementarer Baustein ist.
Die großen Namen agieren in der vordersten Reihe. Tuchel kann sich mit den Superstars Jude Bellingham, Nonso Madueke, Anthony Gordon und Harry Kane im höchsten Regal bedienen. Und wenn die erste Garde Probleme bekommt, dann kann der Coach mit prominenten Namen wie Bukayo Saka und Marcus Rashford nachlegen. Europa-League-Sieger Ollie Watkins wurde gegen Kroatien noch gar nicht benötigt.
Den Gesamtmarktwert von 1,36 Milliarden Euro übertrifft nur Frankreich (1,52 Milliarden Euro). Das sind großartige Zahlen. Wer noch einmal heraussticht, ist allerdings Kane. Der Angreifer des FC Bayern München hat das Turnier mit einem Doppelpack eröffnet. Kane ist ein spielmachender Angreifer. Er hat das optimale Gespür dafür, wann er sich ins Mittelfeld abkippen lassen und damit gegnerische Verteidiger auf sich ziehen muss.
Wer England in diesem Turnier stoppen will, der muss Kane in den Griff bekommen. Das ist leichter gesagt als getan bei einem Stürmer, der für die Münchner in 51 Partien 61 Treffer erzielt hat. Kane ist eine gierige Tormaschine. Breite im Kader, hohe individuelle Qualität, variable Spielweise, starke Standardsituationen und einen Taktikfuchs an der Seitenlinie. England hat trotz defensiver Schwächen das Zeug zum ersten Titelgewinn seit 1966.