Dortmunds „Lebensversicherung“
Millionen-Gehalt und trotzdem unterbezahlt: BVB-Star Guirassy ist ein Schnäppchen
Ein Bericht über Serhou Guirassys Vertrag beim BVB macht Schlagzeilen. Ein Vergleich offenbart: Dortmund zahlt erstaunlich wenig für den Star.
Dortmund – Der Elfmeter-Streit von Turin zwischen Serhou Guirassy und Ramy Bensebaini hat bei Borussia Dortmund eine gewisse Unruhe reingebracht. Zwar beschwichtigte Trainer Niko Kovač unmittelbar nach dem wilden 4:4 in der Champions League und will er „aus einer kleinen Mücke keinen Elefanten machen“. Doch soll Torjäger Guirassy durchaus getroffen sein von seiner Degradierung am Strafstoßpunkt.
Böse Zungen mögen dabei einen Zusammenhang zur Vertragssituation des Stürmers herstellen. Unter der Woche enthüllte Sport Bild Details zum Arbeitspapier des Guineers. Demnach kassiert Guirassy beim BVB neun Millionen Euro Grundgehalt, mit Boni maximal elf Millionen Euro pro Jahr. Das klingt nach viel Geld – ist aber deutlich weniger, als Topverdiener Niklas Süle in Dortmund erhält (14 Mio. Euro).
BVB bekommt Weltklasse-Leistungen zu günstigem Preis
Im Vergleich zu anderen Weltklasse-Stürmern ist das Salär von Guirassy geradezu bescheiden. In diese Kategorie ist er aber einzuordnen, immerhin wurde der BVB-Star in der vergangenen Saison Torschützenkönig in der Champions League und bei der FIFA Klub-WM. In der Bundesliga traf er aus dem Spiel heraus öfter als Bayerns Harry Kane. Im Kalenderjahr 2025 haben die beiden jeweils 31 Pflichtspieltore erzielt.
Nur Kylian Mbappé war unter Stürmern aus den Top-Ligen öfter erfolgreich. Während der Franzose jedoch bei Real Madrid dank seines üppigen Handgelds beim ablösefreien Wechsel von Paris Saint-Germain umgerechnet über 60 Millionen Euro pro Jahr einstreicht und Kane bei den Münchnern bei rund 24 Millionen Euro liegen soll, bekommt Guirassy in Dortmund selbst im Idealfall – wenn alle individuellen wie mannschaftlichen Ziele erreicht werden – deutlich weniger Geld.
Klar, am Hungertuch nagt der Nationalspieler damit nicht. Dass er als Spätzünder gilt, trägt entscheidend dazu bei, dass Guirassy nicht zu den absoluten Topverdienern der Fußballwelt zählt. Dennoch wäre eine gewisse Unzufriedenheit beim Blick auf die internationale Konkurrenz durchaus nachvollziehbar. Ex-Borusse Erling Haaland soll bei Manchester City über 30 Millionen Euro einstreichen.
Ebenso Robert Lewandowski beim eigentlich klammen FC Barcelona. Auch Victor Osimhen (21 Millionen Euro bei Galatasaray) oder Lautaro Martínez (16,5 Mio. Euro/Inter Mailand) liegen bei ihren Gehältern deutlich vor Guirassy, ebenso Alexander Isak nach seinem Wechsel zum FC Liverpool (13 Mio. Euro; alle Angaben laut Medienberichten).
Der BVB bekommt seine „Lebensversicherung“, wie Kovač seinen Stürmer immer wieder nennt, also zu durchaus günstigen Konditionen. Bislang tut es den Leistungen von Guirassy keinen Abbruch, im Gegenteil: Der BVB setzt seit einiger Zeit bei allen neuen Verträgen stark auf eine leistungsbezogene Komponente, um Anreize zu schaffen.
Dennoch täte der Klub wohl gut daran, mit Guirassy ins Gespräch zu gehen. Eine Vertragsanpassung im Gegenzug zu einer Verlängerung des noch bis 2028 gültigen Vertrags wäre denkbar. Oder aber, der BVB kauft seinem Topstürmer die angebliche Ausstiegsklausel in Höhe von 70 Millionen Euro ab.
Die ist zwar von Vereinsseite nie offiziell bestätigt worden, schwebt aber gewissermaßen über den Dingen. Im abgelaufenen Transfersommer waren es die saudischen Petro-Dollar, die die Gerüchteküche befeuerten. Bei einem Wechsel zu al-Hilal hätte Guirassy laut Medienberichten sein Gehalt auf einen Schlag verdoppelt.
Sonderlich nahe ist Guirassy einem Transfer trotz dieser schwindelerregenden Aussichten im Sommer 2025 nicht gekommen. Dauerhaft kann sich der BVB darauf aber nicht verlassen. Der wahrscheinlich wichtigste Spieler im Kader hat die Argumente auf seiner Seite. Aktuell ist Guirassy für Dortmund sogar ein Schnäppchen.
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