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„Bin hier, um wirklich alles zu geben“
Mbappe holt WM-Torjäger Messi ein – ein Moment nach dem Tor sagt alles über ihn
Jagd auf den WM-Torrekord: Frankreichs Star Kylian Mbappé rückt immer näher an Lionel Messi heran – doch für ihn zählt im Finale nur eines.
Frankreich und Argentinien können sich dieses Jahr wie bereits 2022 nur im WM-Finale treffen. Dort verabredet sich Kylian Mbappé mit Leo Messi. Es ginge dann nicht nur um den Titel, sondern auch um den Goldenen Schuh für den besten Torschützen. Der Franzose hat mit seinem dritten Doppelpack in vier Spielen gegen Schweden den Argentinier an der Spitze der Torjägerliste eingeholt. Beide stehen bei sechs Treffern. Dahinter folgen Harry Kane und Erling Haaland bei fünf Toren. In der ewigen WM-Torjägerliste führt Messi mit 19. Die 16 Tore von Miroslav Klose sind klar überboten, womit Mbappé bereits der beste Europäer ist.
Content-Partnerschaft
Dieser Artikel von Filippo Maria Ricci entstand in Kooperation mit Gazzetta dello Sport.
Messi hat seine 19 WM-Tore in 29 Spielen bei sechs Weltmeisterschaften erzielt. Der französische Angreifer benötigte für seine 18 Treffer nur 18 Partien in drei Endrunden. Damit kommt er auf genau ein Tor pro Spiel. Das unterstreicht seine außergewöhnliche Effizienz. So rückt er Messi in der historischen Wertung immer näher und könnte ihn bereits in diesem Turnier überholen.
Mbappé brilliert bei der WM – „Geht darum, so weit wie möglich zu kommen“
Ihre Zahlen werden von Spiel zu Spiel beeindruckender. Ist der Torrekord bei Weltmeisterschaften ein zusätzlicher Anreiz, diese Mannschaft weiter in Richtung Titel zu führen?
Nein, nein. Ich sage es immer wieder: Das Ziel hier ist nicht persönlich, sondern gemeinschaftlich. Es geht darum, so weit wie möglich zu kommen. Wir wollen am 19. Juli das Finale spielen und versuchen, es zu gewinnen. Wir gehen einen Schritt nach dem anderen. Wir arbeiten uns von Spiel zu Spiel vor, ohne zu weit nach vorn zu blicken. Natürlich habe ich seit meinem Debüt immer versucht, Tore zu schießen und gute Leistungen zu zeigen. Aber ich bin mir absolut sicher, dass Messi noch weitere Tore schießen wird. Deshalb schaue ich nicht auf die Zahlen und nicht auf die Torjägerliste. Ich beschäftige mich mit dem Gegner, der vor uns steht. Ich konzentriere mich ausschließlich auf unsere Aufgaben auf dem Platz und auf die Vorbereitung auf das nächste K.-o.-Spiel. Mein Hauptziel bleibt, das Finale zu erreichen und unserer Mannschaft zu helfen, dort zu stehen, wo sie sein will.
Klose und Messi gestürzt: Die WM-Rekordtorschützen in der Übersicht
Ich kann es nicht genau erklären. Natürlich reden alle über Statistiken. Ich habe auch einen Fernseher, aber ich bin wirklich nur darauf fokussiert, wie ich der Mannschaft helfen kann. Wir wollen am 19. Juli wieder hier in New Jersey sein. Ich weiß ganz genau, welche Bedeutung eine Weltmeisterschaft für ein Land hat. Ich sage seit meinem ersten Spiel in diesem Trikot, dass mein Ziel ist, Geschichte für mein Land zu schreiben. Das ist mir bereits einmal gelungen, als wir 2018 gewonnen haben. In Katar waren wir ganz nah dran, es zu wiederholen, auch wenn wir damals knapp gescheitert sind. Jetzt haben wir eine neue Chance. Ich bin hier, um wirklich alles zu geben, was ich in mir habe, damit alle Französinnen und Franzosen stolz auf uns sind. Sie sollen stolz auf unsere Mannschaft und auf unsere Gruppe sein. Wir Spieler wollen einen Platz in der Geschichte unseres Landes einnehmen.
Von außen betrachtet wirkt dieses Frankreich wirklich beeindruckend.
Die Idee war, mit möglichst vielen einstudierten Abläufen in das Turnier zu gehen. Wir wollten einen Kader, in dem alle Spieler gut in das mannschaftliche Gefüge integriert sind. Wir haben als Spielergruppe gemeinsam mit dem Trainerstab daran gearbeitet, wie wir unsere Stärken weiter verbessern können. Es ging darum, jeden von uns noch besser in die Mechanismen des Teams einzubinden. Wir wollten unsere offensiven Bewegungen anpassen, ohne dabei das Gleichgewicht der Mannschaft zu verlieren. Genau an diesem Punkt werden wir jetzt weiterarbeiten. Das alles machen wir mit Blick auf das Achtelfinale gegen Paraguay, für das wir perfekt vorbereitet sein wollen. Unser Ziel ist, dass jeder genau weiß, was er zu tun hat, damit das Kollektiv auf höchstem Niveau funktioniert. Auf dieser Basis wollen wir die nächste K.-o.-Runde angehen.
Frankreichs Stürmer teilt Details aus der Mannschaft
In welchen Bereichen können Sie sich noch verbessern?
Unser Spiel ist sehr flüssig, aber natürlich kann man immer noch besser werden und an Details arbeiten. Für mich ist das Beste, dass wir ständig das Gefühl haben, jederzeit ein Tor erzielen und in Führung gehen zu können. Diese Überzeugung gibt uns große Sicherheit. Darauf wollen wir weiter aufbauen.
Verändert der Druck der K.-o.-Phase Ihre Herangehensweise und die Stimmung in der Gruppe?
Ehrlich gesagt nicht sehr stark, auch wenn sich der Ansatz für ein einzelnes Spiel natürlich etwas unterscheidet. Es gab bereits in den Gruppenspielen viel Druck, weil wir dort von Beginn an liefern mussten, um uns zu qualifizieren. Jetzt ist es klar eine andere Situation. In der Gruppe kannst du auch mit einer Niederlage weiterkommen. In der K.-o.-Runde kann ein Fehler sofort das Aus bedeuten. Dadurch steigt der Druck. Es liegt an uns, mit dieser Situation umzugehen. In dieser Mannschaft gibt es mehrere Spieler, die ähnliche Momente schon erlebt haben und wissen, wie man sie meistert. Diejenigen, die ihr erstes Weltturnier spielen, verfügen ebenfalls über die Qualität, die Hürden zu überwinden [...]. Sie werden von den Erfahrenen getragen. Ich spreche von der Kontrolle der Emotionen, vom Umgang mit Stress und mit der Angst vor einer möglichen verfrühten Rückkehr nach Hause. Ich habe keinen Zweifel daran, dass sich diese Truppe vollkommen bewusst ist, worum es geht, und dass wir für jede Eventualität bereit sind.
Emotionaler Jubel nach Tor gegen Schweden
Nach dem Tor sind Sie sofort zu Trainer Didier Deschamps gelaufen und haben ihn umarmt.
Für mich ist das normal, und das gilt für die ganze Mannschaft. Wir waren alle dort, um ihn zu umarmen. Ich halte das für grundlegend und selbstverständlich, denn es gibt Dinge, die wichtiger sind als eine Weltmeisterschaft. Das gehört zum inneren Kern dieser Gruppe. Wir ziehen alle in dieselbe Richtung, wir stehen sehr eng zusammen und unterstützen einander in jeder Situation. Natürlich stehen wir alle hinter unserem Coach und wollten ihm das deutlich zeigen. Wir wollten, dass er spürt, dass er hier nicht allein ist, dass wir ihn begleiten und für ihn kämpfen, genau wie er es für uns tut. Dieses Band innerhalb der Mannschaft ist eine unserer größten Stärken. [Anm. d. Red: Vor wenigen Tagen starb Didier Deschamps Mutter.]