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„Stört mich schon seit langer Zeit“
Matthäus und Lahm kritisieren Nagelsmann-Entscheidung vor WM-Nominierung
Die Weltmeisterschaft steht mittlerweile unmittelbar vor der Tür und somit auch die Bekanntgabe des deutschen Kaders – doch ein Punkt sorgt für Kritik.
Am kommenden Donnerstag, dem 21. Mai, wird Bundestrainer Julian Nagelsmann den Kader für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko verlesen (zum News-Ticker). Eigentlich hätte das Personal bereits am 12. Mai bekannt gegeben werden sollen, doch der DFB-Trainer gestand sich noch etwas Extra-Zeit ein, um sich ein besseres Bild von den Verletzungssituationen und der aktuellen Form der Spieler zu machen.
Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.
So wird der Kader also erst nach dem letzten Bundesligaspieltag am vergangenen Samstag nominiert. Doch der neue Termin ruft einige kritische Stimmen auf den Plan. Unter anderem kann auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus das vorgesehene Datum nicht ganz nachvollziehen. Gegenüber der Sport Bild äußert der Weltmeister von 1990 seine Gedanken.
Matthäus und Lahm hinterfragen Termin für DFB-Kadernominierung
„Wir haben zwei Tage später ein Pokal-Endspiel, da spielt Stuttgart gegen Bayern“, erklärt Matthäus mit Blick auf das DFB-Pokalfinale am Samstag, dem 23. Mai, im Berliner Olympiastadion, und fragt weiter: „Wie kann ich diese Kadernominierung zwei Tage davor machen, wo ich ganz sicher zwei, drei Spielern wehtun muss, die sich Hoffnungen auf diese Weltmeisterschaft machen?“ Eine Ansicht, die er mit einem weiteren WM-Helden teilt.
„Ich sehe das genauso“, sagt auch Philipp Lahm. „Ich weiß nicht, wie viele Nationalspieler beim Pokalfinale auflaufen. Es kann auch sein, dass er alle mitnimmt und keiner ist enttäuscht. Aber es könnte sein, dass da Enttäuschte sind, und die sollen dann ein paar Tage später Pokal-Finale spielen“, so der Weltmeisterkapitän von 2014 weiter. „Jetzt kann man sagen, wir sind Profis. Aber es macht ja trotzdem was mit den Spielern“, erklärt der 42-Jährige.
Das Quartier der DFB-Elf bei der WM 2026: Billard, Schach und ganz viel Idylle
Matthäus vermerkt darüber hinaus, dass der VfB bereits in der Vergangenheit mit den Terminierungen der Kaderverkündungen durch den Bundestrainer etwas benachteiligt wurde: „Stuttgart hat schon in der Vergangenheit in der Europa League Probleme gehabt, weil immer donnerstagmorgens oder mittags der Kader benannt worden ist. Und abends musste Stuttgart dann gegen Porto spielen oder musste sich qualifizieren in irgendeiner Runde“, erinnert er sich.
„Ich finde das psychologisch auf jeden Fall nicht unbedingt gut terminiert“, sagt Matthäus schließlich offenheraus. „Die Festlegung der Termine sollte sich auch ein bisschen nach dem Spielplan der Vereine richten, die Nationalspieler haben und an dem Tag oder einen Tag später ein wichtiges Spiel haben. Das kannst du am 24. machen nach dem Pokal-Endspiel. Diese Terminierung, die stört mich schon seit langer Zeit.“ Die Deadline seitens der FIFA ist der 1. Juni.
Ob Nagelsmann mit seiner Nominierung tatsächlich dem ein oder anderen einen schweren emotionalen Rucksack mit in das DFB-Pokalfinale gibt, bleibt noch ein paar Tage abzuwarten. Angesichts der vergangenen Nominierungen dürften jedoch eher einzelne Stars des VfB als Wackelkandidaten gelten – aus dem Bayernblock wird sich wohl kaum ein Stammspieler um sein WM-Ticket sorgen müssen. Lediglich die Personalie Manuel Neuer bleibt weiterhin spannend. (hbr)