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Kommentar zum Rekordtreffer
Trotz Messi-Torrekord bleibt Klose der WM-Goat
Mit seinem Treffer zum 1:0 gegen Österreich hat Lionel Messi den WM-Torrekord von Miroslav Klose gebrochen. Warum die DFB-Legende trotzdem die Nase vorn hat, kommentiert Günter Klein.
Die Welt singt bei der WM 2026 ihren Lobpreis auf Lionel Messi. Zurecht natürlich. Fantastische Performance nicht nur unter dem Gesichtspunkt des hohen Alters, an seinen guten Tagen ist er immer noch der Goldstandard des Fußballs. Der Anlass für weiterführende Hymnen ist, dass er nun auch noch bei seiner Rekord-WM (geteilt mit Cristiano Ronaldo) den Torrekord (18 Treffer) an sich gerissen hat.
Vergleiche über Generationen hinweg sind immer schwierig: Aber man kann Messi guten Gewissens schon den „Goat“ nennen, den Greatest of all Times. Jetzt aber die womöglich unpopuläre Entgegnung: Messi ist nicht der größte Spieler der WM-Geschichte. Der WM-Hero schlechthin, das bleibt Miroslav Klose. Warum?
Messi löst Klose als alleiniger WM-Rekordtorschütze ab
Messi ist groß in allem, was er getan hat (das Kapitel Paris Saint-Germain mal ausgenommen). Neben den Taten im Dienste Argentiniens steht sein Werk mit dem FC Barcelona, auch wie er in Miami den nordamerikanischen Markt belebt, ist eine starke Geschichte. Miroslav Klose jedoch war ein Spieler, der über seine Leistungen alle vier Jahre bei der WM wahrgenommen wurde.
Er war nie der Superstürmer, den alle Ligen jagten. Er spielte für Kaiserslautern, Werder Bremen und Bayern München – wo er allerdings, so ehrlich muss man sein, keine bedingungslose Stammkraft war. Ihm wurde Ivica Olic vorgezogen. Oder Mario Gomez. Und die folgende Auslandsstation: Lazio Rom – als der große Fußball sich längst nicht mehr in Italien abspielte. Miro Kloses Verein war die deutsche Nationalmannschaft. Seine Bühne: die Weltmeisterschaften. Die EM-Turniere bestritt er glanzloser.
Miroslav Klose ist der einzige Fußballer, der vier tadellose Weltmeisterschaften bestritten hat. Selbst Lionel Messi erlebte Tiefen: 2006 auf der Bank versauert, 2010 im Viertelfinale von Deutschland (und Klose) hergespielt. Klose nahm verschiedene Rollen ein und beherrschte sie alle: 2002 das Kopfballmonster, das Salto schlug, 2006 der gereifte Knipser, der auch außerhalb der Vorrunde traf, 2010 Anführer einer jungen Truppe, 2014 der uneigennützige Arbeiter und Joker.
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Er sagte in seiner unvergleichlichen Art: „Ich schleppe meinen Kadaver auf den Platz.“ Mit der Mannschaft erreichte er: Zweiter, Dritter, Dritter, Weltmeister. Drei Trainer – Völler, Klinsmann, Löw – schätzten ihn. Messi ist ein Weltfußballer, mit 18 war seine Karriere absehbar. Klose spielte mit 18 bei Blaubach-Diedelkopf in der Pfalz und wurde Weltmeisterschaftsfußballer. Kloses Geschichte ist die bessere.