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Experten-Interview

ICE-Angst bei der WM: „Menschen sind traumatisiert und terrorisiert“

Hae-Lin Choi von der Organisation „Hands off New York“ beschreibt das Vorgehen der ICE-Agenten während der WM. Und ruft insbesondere den DFB auf, seiner Verantwortung gerecht zu werden.

Hae-Lin Choi (49) arbeitet seit diesem Jahr hauptberuflich für die Organisation „Hands off New York“, die Menschen dabei unterstützt, die von der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) verfolgt werden. Zuvor hatte sie für mehr zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Basis-, Gewerkschafts- und politischen Organisationsarbeit gesammelt.

Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.

Die Räumlichkeiten in der 23rd Street in Manhattan gegenüber vom Chelsea-Hotel sind voll von Transparenten, Flyern, Pfeifen und Visitenkarten. Viele Künstler beteiligen sich an den Aktionen, um den Protest hör- und sichtbar zu machen. Eingebunden sind Initiativen wie Team Wonder“, „No ICE In The Cup“, „Our Copa“ und „GOAL“, die alle dasselbe Ziel verfolgen: der Politik von Präsident Donald Trump die Stirn zu bieten.

Hands off New York wehrt sich gegen die „Methoden einer Diktatur“

Was ist die Aufgabe von „Hands off New York“?
Wir sind die größte Koalition in New York, die bei Angriffen der Trump-Regierung Widerstand leistet. Hinter uns stehen 250 Organisationen. Ein breites Spektrum von Gewerkschaften, gesellschaftlichen und religiösen Gruppen. Als wir vor einem Jahr zusammengekommen sind, hat Donald Trump das Militär erst nach Los Angeles, dann nach Washington und Chicago geschickt. New York stand vor der Bürgermeisterwahl, und es war klar, dass Zohran Mamdani, ein demokratischer Sozialist, der Moslem ist, alle Feindbilder der Regierung bedient. Wir wollten für den Fall gewappnet sein, dass das Militär hier einmarschiert.
Und dann?
Über den Winter hat sich herausgestellt, dass eher ICE (die Zoll- und Einwanderungsbehörde, Anm. d. Red.) zur Bedrohung wird, um besonders Migranten auf der Straße zu jagen. Wir waren uns mit den anderen Städten schnell einig, dass gegen solche Attacken eine lokale Organisation am besten hilft. Mit Hands off New York haben wir dieses Vakuum gefüllt. Als wir unser Statement veröffentlicht hatten, wurde am selben Tag mit Letitia James die Generalanwältin von New York von einer Grand Jury in Virginia wegen Bankbetrugs angeklagt. Das sind Methoden einer Diktatur.
Wer dieser Tage als WM-Tourist über die Straßen von Manhattan geht, kann sich schwer vorstellen, was hinter den Kulissen passiert.
Ich würde sagen, fast alle Menschen mit Migrationshintergrund sind traumatisiert, fühlen sich terrorisiert oder leben in Furcht. Denn ICE tritt in New York gewissermaßen wahllos auf: Sie können jederzeit überall auftauchen, selbst wenn man sein Kind nur zur Schule bringt. Wir hören über unsere Migrationsorganisationen von so vielen Familien, dass sie unterschwellig Panik schieben. Wir wissen von vielen Migranten, dass sie ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken. Restaurantbesitzer berichten, dass außerhalb von Manhattan viele nicht mehr zur Arbeit kommen, weil sie Angst haben, dort aufgegriffen zu werden.
Betrifft das nur die Leute, die sich unerlaubt im Land aufhalten?
Man sieht es ja in den Nachrichten, dass ab und zu auch US-Staatsbürger abgegriffen werden. ICE ist Racial Profiling erlaubt, und es besteht die Vorgabe von 3000 Festnahmen am Tag. Es werden immer wieder Leute verhaftet, die nicht illegal hier sind. ICE ist das aber egal.
Haben Sie eigentlich selbst Angst?
Ich bin erst letztes Jahr US-Staatsbürgerin geworden. Vor dem Flug nach Südkorea zu meiner Familie habe ich zwei Anwälte konsultiert. Im schlimmsten Fall hätte mir eine Abschiebung nach Deutschland gedroht. Das ist ein besseres Land als die USA – das fände ich jetzt nicht so schrecklich. Nur die Vorstellung, dass ich drei Monate irgendwo in einem Abschiebeknast rumhänge, würde mir Sorgen machen. Die Leute sind Freiwild. Das sind schlimme Geschichten.
Jeden Tag schauen Millionen Menschen die WM-Spiele und sehen meist fröhliche Menschen in vollen Stadien. Also eine Illusion der Realität?
Und man sieht es auch in einer Stadt wie New York zunächst nicht. Als ich mit Oke Göttlich (Präsident des FC St. Pauli, Anm. d. Red.) bei seinem Besuch in Williamsburg in einer Bar war, habe ich in einer Stunde drei Alarme bekommen, dass ICE schon wieder Leute in Queens und Brooklyn abgegriffen und in die lokalen Gefängnisse gebracht hat. Vor einer Woche hat erst der Grenzschutzbeauftragte Tom Homan dazu aufgerufen, noch mehr ICE-Agenten nach New York zu schicken. Es ist mit der WM 2026 eher mehr geworden. Nur mittlerweile kommt das gar nicht mehr in den Nachrichten vor. Es sei denn, jemand würde wie in Minneapolis erschossen.
Hae-Lin Choi mit einem Protestplakat der Initiative Hands off New York.
Donald Trump hat die Behörde aufgerüstet.
ICE hat jetzt 22.000 Mitarbeiter und einen größeren Haushalt, als die meisten Länder für Militär ausgeben. Es gibt Milliarden Dollar Steuergeld, um Lager zu bauen, Überwachungsgeräte anzuschaffen und eigentlich nicht befähigte Leute einzustellen. Man hat den Eindruck, hier wird eine heimliche Armee aufgebaut. Wir wissen aus der deutschen Geschichte: Das nimmt kein gutes Ende.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) steht auf dem Standpunkt, sich nicht in die US-Tagespolitik einzumischen. Was würden Sie sich wünschen?
Vor allem das deutsche Team wäre wegen der historischen Parallelen gefordert. Für mich gibt es eine Verantwortung, das anzusprechen, was in diesem Land passiert. Ich bin ja mit der deutschen Geschichte aufgewachsen. Und wenn man jetzt sieht, wie Rechte bestimmter Gruppen ausgehebelt werden und Camps oder Lager errichtet werden, wo Leute verschwinden…
Die deutsche Mannschaft spielt am Donnerstag gegen Ecuador das dritte WM-Gruppenspiel in New York.
Aber diese Stadt mit mehr als acht Millionen Einwohnern ist eigentlich ein Geschenk an die Welt, weil hier Menschen von überall zusammenkommen. Amerika ist ja sonst nicht so divers, wie man denkt. Wir vertreten das Motto „New York is for all of us“. Es war und ist immer eine Stadt von Migranten: egal wo du herkommst, egal wie du aussieht. Eine WM könnte gerade hier das Zeichen setzen: Wir stehen alle zusammen.
Bei der WM 2022 in Katar hat der deutsche Fußball schlechte Erfahrungen mit politischen Botschaften gemacht. Welche Zeichen sollen kommen?
Ich fände es super, wenn es ein Statement oder eine Geste gäbe. Es kann auch ein Button „ICE out“ sein. Bei Preisverleihungen wie dem Oscar hat man so etwas von berühmten Schauspielern gesehen. Es kann aber auch was Positives sein. Wir haben genug Flaggen und Poster, die sich positiv über Migranten äußern. Vielleicht wäre es eine Idee, die im German House of Soccer aufzuhängen. Wir haben auch coole T-Shirts mit der Aufschrift „No ICE in the Cup“. Ich lade gerne die deutsche Mannschaft ein, sich eins anzuziehen (lacht). Nein, ich wäre schon happy, wenn irgendjemand nur diesen Button trägt.

Unwetter sorgt für Wasserschlacht: Die schönsten und skurrilsten Fan-Bilder der WM 2026

Der Regen beim Spiel zwischen Frankreich und dem Irak war sogar so stark, dass einige Bereiche des Stadions überflutet waren. Ein Fotograf sucht Schutz.
Der Regen beim Spiel zwischen Frankreich und dem Irak war sogar so stark, dass einige Bereiche des Stadions überflutet waren. Ein Fotograf sucht Schutz.  © Petr David Josek
Im Spiel zwischen Frankreich und dem Irak sorgt ein Unwetter für eine Unterbrechung. Einige Fans müssen sogar die Tribüne verlassen.
Im Spiel zwischen Frankreich und dem Irak sorgt ein Unwetter für eine Unterbrechung. Einige Fans müssen sogar die Tribüne verlassen.  © Petr David Josek
WM-Neuling Usbekistan musste sich zum Auftakt gegen Kolumbien geschlagen geben. Die „White Wolves“ sorgten dabei trotzdem für Highlights auf und neben dem Platz. Die Fans schmücken sich mit auffälligen Hüten.
Der Fanblock Usbekistans zeigt sich überwiegend in weiß und mit Umhängefahnen. Besonders auffällig sind die grünen Hüte der „White Wolves“. © picture alliance/dpa/AP | Silvia Izquierdo
Die Fans von Portugal tragen mit Stolz ihre Farben – auch im Gesicht. Neben Umhängefahnen und Gesichtsbemalung sind vor allem Trikots von Superstar Cristiano Ronaldo ganz hoch im Kurs.
Portugals Fans setzen auch auf Gesichtsbemalung. Alles in Verbandsfarben versteht sich. Ganz hoch im Kurs: Trikots von CR7. © picture alliance/dpa | Tom Weller
Auch im Spiel zwischen Ghana und Panama sind viele Fans im Stadion - ein paar mehr Fahnen hätten schon noch Platz gehabt.
Auch im Spiel zwischen Ghana und Panama sind viele Fans im Stadion - ein paar mehr Fahnen hätten schon noch Platz gehabt. © picture alliance/dpa/The Canadian Press | Nathan Denette
Während des Spiels zwischen dem Iran und Neuseeland hielten Fans im Stadion ein Banner mit der Aufschrift „42.000 #IranMassacre“ hoch.
Während des Spiels zwischen Iran und Neuseeland hielten Fans im Stadion ein Banner mit der Aufschrift „42.000 #IranMassacre“ hoch. Ein Hinweis auf einen Protest Anfang des Jahres in Teheran, der von iranischen Sicherheitskräften blutig niedergeschlagen wurde. Die Zahl von 42.000 Opfern wurde von US-Präsident Donald Trump verbreitet. Unabhängige Quellen sprechen von 36.500 bis 43.000 Opfern.  © picture alliance/dpa/AP | Mark J. Terrill
Obwohl von der FIFA im Stadion verboten zeigten unzählige iranische Fans beim WM-Spiel gegen Neuseeland die vorrevolutionäre Flagge im Stadion. Ein Zeichen gegen die iranische Terrorregierung, die bereits verkündete viele der im Stadion Protestierenden identifiziert zu haben. Offiziell droht ihnen die Beschlagnahmung von Vermögenswerten im Iran, sollten diese existent sein.
Obwohl von der FIFA im Stadion verboten, zeigten unzählige iranische Fans beim WM-Spiel gegen Neuseeland die vorrevolutionäre Flagge im Stadion. Ein Zeichen gegen die iranische Terrorregierung. Das Regime in Teheran hat bereits verkündet, viele der im Stadion Protestierenden identifiziert zu haben. Offiziell droht ihnen die Beschlagnahmung von Vermögenswerten im Iran, sollten diese existent sein. © Witters GmbH/JoelMarklund
In Uruguay steht Gesichtsbemalung hoch im Kurs – und natürlich darf auch der Miniatur-WM-Pokal nicht fehlen. Zwei Mal konnte die „La Celeste“ bereits die Fußball-Weltmeisterschaft gewinnen (1930 und 1950).
In Uruguay steht Gesichtsbemalung hoch im Kurs – und natürlich darf auch der Miniatur-WM-Pokal nicht fehlen. Zwei Mal konnte die „La Celeste“ bereits die Fußball-Weltmeisterschaft gewinnen (1930 und 1950). © apict
Ob auch der Obelix-Darsteller mit seinen ersten Ballkontakt für den Ausgleich im Gruppenspiel gegen Ägypten gesorgt hätte? Aufgrund des augenscheinlichen Fitnesslevels ist das wohl anzuzweifeln, zum Jubeln hat es beim belgischen Fan nach dem Treffer von Romelu Lukaku aber sicherlich gereicht.
Ob auch der Obelix-Darsteller mit seinem ersten Ballkontakt für den Ausgleich im Gruppenspiel gegen Ägypten gesorgt hätte? Aufgrund des augenscheinlichen Fitnesslevels ist das wohl anzuzweifeln. Zum Jubeln hat es beim belgischen Fan nach dem Treffer von Romelu Lukaku aber sicherlich gereicht.  © picture alliance/dpa/AP | Lindsey Wasson
Die jubelnden Fans von Kap Verde sind kein besonderes Fan-Foto an sich, doch im Kontext entfaltet es seine ganze Wirkung. Beim sensationellen Unentschieden gegen Spanien durfte dann auch einmal vom Weltpokal geträumt werden.
Die jubelnden Fans von Kap Verde sind an sich kein besonderes Fan-Foto, doch im Kontext entfaltet es seine ganze Wirkung. Beim sensationellen Unentschieden gegen Spanien durfte dann auch einmal vom Weltpokal geträumt werden.  © picture alliance/dpa/AP | Erik S. Lesser
Schwedisch-mexikanisches Crossover beim Spiel der Schweden gegen Tunesien. In Guadalupe jubelten auch eine Menge Mexikaner über den 5:1-Sieg der Schweden über Tunesien.
Schwedisch-mexikanisches Crossover beim Spiel der Schweden gegen Tunesien. In Guadalupe jubelten auch eine Menge Mexikaner über den 5:1-Sieg der Schweden über Tunesien. © picture alliance/dpa/AP | Matias Delacroix
Weniger Erfolg brachte die Aya Huma Maske dieses ecuadorianischen Fans zum WM-Auftakt gegen die Elfenbeinküste. Die Maske hat hinten und vorne ein Gesicht und steht unter anderem für die Dualität der Natur. Vielleicht vertraut der Maskenträger ja darauf, dass Ecuador nach der Niederlage zum WM-Beginn bald ein besseres Gesicht zeigt.
Weniger Erfolg brachte die Aya Huma Maske dieses ecuadorianischen Fans zum WM-Auftakt gegen die Elfenbeinküste. Die Maske hat hinten und vorne ein Gesicht und steht unter anderem für die Dualität der Natur. Vielleicht vertraut der Maskenträger ja darauf, dass Ecuador nach der Niederlage zum WM-Beginn bald ein besseres Gesicht zeigt. © AFP/CHARLY TRIBALLEAU
Beste Stimmung bei den niederländischen Fans vor dem Aufeinandertreffen mit Japan. Inklusive Oranje-Bus ging es beim Fanmarsch zum Stadion in Dallas.
Beste Stimmung bei den niederländischen Fans vor dem Aufeinandertreffen mit Japan. Inklusive Oranje-Bus ging es beim Fanmarsch zum Stadion in Dallas. © picture alliance/dpa/AP | LM Otero
Nach dem Spiel zwischen der Niederlande und Japan dann ein beinahe schon gewohntes Bild auf den Rängen. Japanische Fans räumen hinter den anderen her. An sich ein schöne Geste, die es aber gar nicht bräuchte, würde nur jeder Besucher seinen eigenen Müll aufräumen.
Nach dem Spiel zwischen der Niederlande und Japan dann ein beinahe schon gewohntes Bild auf den Rängen. Japanische Fans räumen hinter den anderen her. An sich ein schöne Geste, die es aber gar nicht bräuchte, würde nur jeder Besucher seinen eigenen Müll aufräumen. © picture alliance/dpa/AP | Jessica Tobias
Die deutsche Fußballnationalmannschaft wurde beim Spiel gegen Curaçao generationenübergreifend unterstützt. Ob mit oder ohne Hosenträger.
Die deutsche Fußballnationalmannschaft wurde beim Spiel gegen Curaçao generationenübergreifend unterstützt. Ob mit oder ohne Hosenträger. © picture alliance/dpa | Christian Charisius
In keine Kategorie formvollendet, dafür aber mit umso mehr Enthusiasmus zeigten sich Australien-Fans vor dem Spiel gegen die Türkei.
In keine Kategorie formvollendet, dafür aber mit umso mehr Enthusiasmus zeigten sich Australien-Fans vor dem Spiel gegen die Türkei. © picture alliance/dpa/The Canadian Press | Ethan Cairns
Beste Stimmung herrschte bei den schottischen Fans vor dem Spiel gegen Haiti in Boston. Da durfte auch der obligatorische Dudelsack nicht fehlen.
Beste Stimmung herrschte bei den schottischen Fans vor dem Spiel gegen Haiti in Boston. Da durfte auch der obligatorische Dudelsack nicht fehlen. © picture alliance/dpa/AP | Martin Meissner
Vor dem Spiel gegen Haiti gab es für einige Schotten nicht nur reine Party, sondern auch etwas Kultur. Das Schiff im Hafen von Boston wurde schnell in Beschlag genommen.
Vor dem Spiel gegen Haiti gab es für einige Schotten nicht nur reine Party, sondern auch etwas Kultur. Das Schiff im Hafen von Boston wurde schnell in Beschlag genommen.  © picture alliance/dpa/PA Wire | Andrew Milligan
Dass auch die große in Boston lebende haiitianische Gemeinde etwas von Fußball-Folklore versteht, zeigte diese mit einem Fanmarsch vor dem Gruppenspiel gegen Schottland.
Dass auch die große in Boston lebende haiitianische Gemeinde etwas von Fußball-Folklore versteht, zeigte diese mit einem Fanmarsch vor dem Gruppenspiel gegen Schottland. © picture alliance/dpa/AP | Martin Meissner
Die Laune bei den brasilianischen Fans war vor dem Gruppenspiel gegen Marokko bestens. Auch wenn das Gruppenkostüm schon etwas in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Die Laune bei den brasilianischen Fans war vor dem Gruppenspiel gegen Marokko bestens. Auch wenn das Gruppenkostüm schon etwas in Mitleidenschaft gezogen wurde. © picture alliance/dpa | Christoph Lother/dpa
Keine außergewöhnliche Stimmung, dafür eine besondere Aussicht. Fans der marokkanischen Nationalmannschaft machen vor dem Spiel gegen Brasilien an der Brooklyn Bridge Brotzeit.
Keine außergewöhnliche Stimmung, dafür eine besondere Aussicht. Fans der marokkanischen Nationalmannschaft machen vor dem Spiel gegen Brasilien an der Brooklyn Bridge Brotzeit. © picture alliance/dpa/AP | Andres Kudacki
Für 2022-Flashbacks sorgte die katarischen Fans auf der Tribüne in San Francisco. Am Ende gab es sogar den Last-Minute-Ausgleich gegen die Schweiz zu bejubeln.
Für 2022-Flashbacks sorgte die katarischen Fans auf der Tribüne in San Francisco. Am Ende gab es sogar den Last-Minute-Ausgleich gegen die Schweiz zu bejubeln. © picture alliance/dpa/AP | Eakin Howard
Dieser Hund ist offenbar genauso sehr Fußball-Fan, wie seine Besitzer. Nicht zu übersehen, dass er bei dieser Weltmeisterschaft Mexiko unterstützt.
Auch Haustiere werden zur WM in Schale geschmissen. © picture alliance/dpa | Felix Marquez
In ebenso traditionellen wie farbenfrohen Gewändern zeigen sich diese mexikanischen Fans vor Anpfiff des Eröffnungsspiels ihrer Nation gegen Südafrika. Der Austragungsort zeigt gleich zu Beginn des Turniers, was die Zuschauer aus aller Welt dort erwartet.
Fiesta Mexikana – traditionell und farbenfroh zeigen sich diese mexikanischen Fans vor Spielbeginn. © picture alliance/dpa | Tom Weller
Mit prächtiger Federkrone auf dem Kopf und ledernen Armbändern. Dieser Mexiko-Fan sticht aus der Masse heraus und freut sich sichtlich auf das anstehende Turnier.
Etwas ausgefallener zeigt sich dieser Mexiko-Fan.  © picture alliance/dpa | Tom Weller
Fans der mexikanischen Fußballnationalmannschaft feiern ihren Sieg über die südafrikanische Nationalmannschaft im Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft 2026. Kaum zu erkennen durch die Masken, die man sonst von einem bekannten Wrestler kennt.
Maskiert und mit Krawatte in den Farben Mexikos. © picture alliance/dpa | Felix Marquez
Den Wetterbedingungen zum Trotz hält dieser Fan die Fahne seines Landes in die Höhe. Nicht ohne Grund: Mexiko gewann zuvor das Auftaktspiel der WM gegen Südafrika mit 2:0.
Bei Wind und Wetter – die mexikanische Fahne weht. © picture alliance/dpa/AP | Marco Ugarte
Mit jede Menge Farbe, Gesichtsmalerei und Details. Diese Südafrikanerin bringt einen Hauch „bafana-bafana“-Flair ins Aztekenstadion.
Diese Südafrikanerin zeigt, wie farbenfroh ihr Land ist. © picture alliance/dpa | Tom Weller
Der Wunsch von diesem kolumbischen Fan ist wohl klar zu erkennen. Die Elf rund um Luis Diaz startet mit einem Sieg gegen Usbekistan in das Tunier.
Der Wunsch von diesem kolumbischen Fan ist wohl klar zu erkennen. Die Elf rund um Luis Diaz startet mit einem Sieg gegen Usbekistan in das Tunier. © picture alliance/dpa/AP | Fernando Llano
Hinter Maske und Perücke verbirgt sich ein Anhänger Südkoreas. Grund zum Feiern hatte er nach dem 2:1-Siegtreffer seiner Mannschaft im ersten Gruppenspiel gegen Tschechien.
Kaum zu erkennen – dieser maskierte Fan feiert den Siegtreffer der Südkoreaner. © picture alliance/dpa/AP | Ahn Young-joon
Die türkischen Fans jubeln bereits in Vancouver. Ihre Mannschaft hat das Hotel erreicht und wird standesgemäß empfangen.
Auch die Fans der Türkei sind bereits vor Ort angekommen und feiern ihr Team vorab mit Gesängen und Rauch. © picture alliance/dpa/FR172365 AP | Emma Peterson
Gianni Infantino und Donald Trump spielen Doppelpass. Solche Statements könnten für den DFB auch das Verhältnis zur FIFA wieder gefährden.
Es spricht Bände, dass die Taktik der Einschüchterung offenbar wirkt. Das ist eine moralische Frage. Aber wenn man aus Deutschland kommt, muss man sich in der geschichtlichen Rückschau doch in den Spiegel schauen können: Was haben wir eigentlich damals gemacht, als mit ICE langsam der Faschismus auf den US-Straßen gestartet ist? Stellt man sich auf die Seiten des Autokraten? Möchte ein Land mit der Erfahrung eines totalitären Regimes sich vorhalten lassen, da nichts gesagt zu haben? Für mich ist das sehr klar: Faschismus startet nicht über Nacht. Faschismus startet leise und langsam.
Viele sagen: Fußball und Politik muss man trennen.
Diese WM ist auf jeden Fall politisch. Allein schon, weil schwarze und braune Fans, Teams und Schiedsrichter teilweise ausgegrenzt werden. Dabei zeigen doch gerade die hier gefeierten New York Knicks, die meines Wissens nur einen weißen Spieler im Team haben, dass es nichts Besseres gibt als den Sport, um Menschen aller Couleur zusammenzubringen.
Was macht „Hands off New York“ bei der WM?
Erstens: Wir stärken unsere Kampagne „Know your Rights“, um bei verschiedenen Events in ganz vielen Sprachen auf die Rechte aufmerksam zu machen. Wer nicht auf der Abschiebeliste steht, kann nicht in Handschellen abgeführt werden. Zweitens: Wir haben Tausende von Freiwilligen in der Stadt, denn wir wissen, ICE kann natürlich bei WM-Spielen in „little Ecuador“, „little Senegal“ oder „little Brasilien“, also den Communitys aus diesen Ländern, auftauchen. Da sind wir nervös. Wir würden dann sofort filmen, pfeifen, aufklären – und eine Pressekonferenz mit allen Politikern machen. Drittens: Über die Kampagne „Hands off our World Cup“, bei der sich das städtische Büro für Migrationsangelegenheiten beteiligt, machen wir auf die dunkle Seite aufmerksam. Aber es gibt noch unter „Our Copa“ eher spaßigen Events wie Watch Partys.

Zur Person

Hae-Lin Choi (49) wuchs als Tochter südkoreanischer Gastarbeiter in Bochum auf und promovierte an der Freien Universität in Berlin in Politikwissenschaften. 2001 begann sie in der Arbeiterbewegung der Deutschen Gewerkschaft Verdi, ehe sie über ein Stipendium 2008 in die USA ging, wo sie zuletzt als Gebietsdirektorin für Politik, Gesetzgebung und Mobilisierung für die Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) tätig war. Mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt sie in Brooklyn.

Gehen Sie eigentlich zu einem WM-Spiel?
Das kann sich ja keiner leisten. Unglaublich! Ich würde vielleicht nach Philadelphia gehen, aber von New York nach New Jersey zu gehen, klingt nach einem Albtraum. Das Spiel dauert 90 Minuten, aber dafür müsste ich ja anderthalb Tage freinehmen, um irgendwie hin- und wieder zurückzukommen.
Das Turnier geht noch fast einen Monat. Was würden Sie sich von dieser WM noch wünschen?
Dass Südkorea die WM gewinnt. ‚Finger crossed‘ (lacht). Nein, ich würde mir wünschen, dass man Diversität als Reichtum sieht – das Zusammenkommen von verschiedenen Ländern mit Teamspirit für ein sportliches Ziel. In einer Zeit, wo uns ständig gesagt wird, die, die anders aussehen, sind eine Gefahr oder Kriminelle. Diese Haltung wird ja nicht nur in den USA verbreitet, sondern in ganz vielen Teilen der Welt. Die WM ist eigentlich das Gegenteil: ein wunderschöner Anlass, um hervorzuheben, dass unterschiedliche Kulturen uns alle besser und stärker machen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Zin Chiang und Frank Hellmann

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