Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Stürmer im Interview

USA-Stürmer Balogun bricht Schweigen nach WM-Skandal um Rote Karte

Nach dem FIFA-Sonderbeschluss um die Rot-Sperre geht die USA gegen Belgien mit 1:4 unter. Stürmer Folarin Balogun spricht über das Polit-Drama und den enormen Druck.

Folarin Balogun wird wohl erst mit etwas Abstand realisieren, dass der immense Aufwand im Hintergrund nicht nötig gewesen wäre. Um den Angreifer im Achtelfinale unbedingt auf dem Platz zu haben, hatte die US-amerikanische Sportpolitik alle Hebel in Bewegung gesetzt, Regeln gedehnt, Trump sogar mit Infantino telefoniert. Damit veränderte die US-Regierung das Wesen des Spiels. Am Ende blieb Balogun jedoch das, was er ist: ein talentierter Angreifer, aber nicht der erhoffte Heilsbringer. Das Publikum im Lumen Field in Seattle feierte den begnadigten Knipser vor dem Anpfiff frenetisch – und erlebte danach eine bittere Enttäuschung.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel von Filippo Conticello entstand in Kooperation mit Gazzetta dello Sport.

Balogun wurde von Politik, Diplomatie und bis an die Grenze ausgereizten Paragrafen hin- und hergezerrt. Auf dem Platz stand er am Ende allein im Strafraum. Dort meldete ihn die belgische Defensive komplett ab. „Ich werde Zeit brauchen, um das Erlebte komplett zu verarbeiten“, räumte er nach dem Spiel schlicht ein.

Folarin Balogun ist nach dem Ausscheiden der USA bei der WM enttäuscht.

Zwischen Regeln, Politik und persönlicher Leistung

Folarin Balogun, wie haben Sie die letzten Stunden erlebt, in denen Sie zum meistdiskutierten Fußballer der Welt wurden?
Für mich war es einfach: Ich habe die Rote Karte akzeptiert. Genauso habe ich die Entscheidung akzeptiert, meine Sperre auszusetzen und mich spielen zu lassen. Ich habe beides professionell hingenommen. Danach zählte nur noch das Spiel – und Belgien war einfach stärker als wir.

Druck nach der Roten Karte und Auswirkungen auf die Leistung

Ist dieser Leistungsabfall durch den enormen Druck rund um Ihre Person zu erklären?
Es ist schwer zu sagen. Sicher ist, dass wir nicht gut gespielt haben. Ich weiß nicht, wie man in einem WM-Achtelfinale ohne Energie auftreten kann. Genau das ist uns passiert. In den anderen Partien hatten wir eine enorme Intensität und haben Kraft aus der Unterstützung des Publikums gezogen. Jetzt müssen wir vier weitere Jahre auf so eine Chance warten. Das tut weh.

Politische Dimension und Rolle des Präsidenten

Hätten Sie je gedacht, dass diese Angelegenheit Kreise bis hinauf zum US-Präsidenten ziehen würde?
Wenn du Rot siehst, rechnest du mit einer Sperre. Wenn diese Entscheidung gekippt wird, entstehen Diskussionen. Die Kontroversen haben mich nicht überrascht. Aber ich bin Fußballer. Mein Job ist es, auf dem Platz Leistung zu bringen. Was mir wehtut, ist einzig die Niederlage.

Kenntnis der Vorgänge hinter den Kulissen

Wie viel haben Sie von den juristischen Schritten und den Telefonaten aus dem Weißen Haus mitbekommen?
Ich habe nur die Beschlüsse der FIFA befolgt. Ich kannte die Details nicht und war an den Prozessen nicht beteiligt. Das war eine Angelegenheit über meinem Kopf.

Reaktion Belgiens und Worte von Rudi Garcia

Was hat Ihnen Belgiens Coach Rudi Garcia beim Handshake nach dem Spiel gesagt?
Ich kenne ihn und wollte ihm gratulieren. Er sagte, er hoffe, dass diese Debatte nicht meine ansonsten starke Weltmeisterschaft überschattet. Er hat mich ermutigt, stolz auf meine Leistung zu sein. Wenn sich die Emotionen gelegt haben, werde ich erkennen, dass es ein außergewöhnlicher Sommer war. Wir haben das Land geeint und viele Menschen für den Fußball begeistert.

Persönliche Aufarbeitung und Blick in die Zukunft

Wie gehen Sie persönlich mit den Nachwehen dieses Polit-Dramas um?
Ich muss mich der Situation stellen. Momentan ist es aber wichtig, die Gedanken zu sortieren. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, werde ich mich mit größerer Klarheit dazu äußern.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP | Julio Cortez

Kommentare