Königsklasse verpasst
Großer Kader-Umbruch beim AC Mailand: Bei welchen Stars die Zukunft völlig offen ist
Milan ohne Champions League: Cardinale krempelt den Kader um – Leao vor Türkei-Wechsel, Zukunft von Modric und Rabiot offen.
Gerry Cardinale ist nicht fertig – das hier ist erst der Anfang. Auch beim AC Mailand wird sich bei den Spielern viel ändern, und das Bild in der Kabine wird sich wandeln. Es wird einen Umbruch geben.
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Dieser Artikel von Luca Bianchin entstand in Kooperation mit Gazzetta dello Sport.
Es wird neue Gesichter und neue Stimmen geben. Cardinale war nach der bitteren Heimniederlage gegen Cagliari vom Auftreten der Spieler enttäuscht. Er schätzte den Einsatz von Modric, Pulisic, Pavlovic und Saelemaekers, hält viele andere Spieler hingegen für zu distanziert, zu kühl und nicht bereit genug, alles für den AC Mailand zu geben.
AC Mailand im Umbruch: Cardinales Bewertung nach dem Spiel gegen Cagliari
Die beiden großen Fragezeichen betreffen Luka Modrić und Adrien Rabiot. Es sind unterschiedliche Situationen. Mit der Qualifikation für die Champions League wäre Modrić sicher geblieben: Er fühlt sich in Mailand wohl, er hat eine Tochter, die in Rot-Schwarz spielt, und er hat die Zuneigung der Milan-Fans erlebt.
Die Niederlage gegen Cagliari hat Modric aufgerüttelt. Er lässt die Entscheidung offen. Sein erster Impuls: bleiben und sich rehabilitieren. Aber er benötigt Zeit.
Modrić und Rabiot: Zwei unterschiedliche Entscheidungen
Bei Rabiot dreht sich dagegen alles um Massimiliano Allegri. Adrien ist auf Wunsch des Trainers zum AC Mailand gekommen, und ohne den Trainer steht seine Position wieder zur Diskussion. Die Erfahrung zeigt es: Bei Juventus Turin, als Allegri entlassen worden war, weigerte sich Rabiot, seinen Vertrag zu verlängern. Beim AC Mailand besteht dieser Druck nicht, aber die neue Führung muss das Gespräch suchen und klären, ob Rabiot noch so motiviert ist wie zu Saisonbeginn.
Und die anderen? Viele Situationen sind offen – das überrascht nicht. Trainer und Sportdirektor werden viele Entscheidungen beeinflussen. Dennoch lassen sich erste Linien erkennen: Cardinale vermisst Führungsspieler.
Christian Pulisic hat in den letzten 24 Stunden seine Chancen deutlich erhöht, noch weitere zwölf Monate für den AC Mailand zu spielen. Er hatte 2026 ein schwaches Jahr, auf und neben dem Platz: Er hat nicht mehr getroffen, und sein Verhältnis zum Umfeld war belastet. Wäre nichts passiert, hätte Pulisic wohl einen Wechsel gefordert.
Pulisic soll bleiben, Pavlovic hängt von Angeboten ab
Cardinale ist entschlossen, ihn zu halten. Pulisic ist Kapitän der US-Nationalmannschaft – das zählt. Cardinale wird alles dafür tun, ihn zu halten. Die Chancen stehen gut. Bei Strahinja Pavlovic wird es dagegen eine Frage der Angebote sein.
Der AC Mailand würde ihn sehr gern behalten, auch wenn er in einer Viererkette Probleme bekommen könnte. Seine sehr gute Saison und die Möglichkeit eines wichtigen Angebots rechtfertigen Zweifel. Denkbar wäre auch ein Angebot über 40 Millionen aus der Premier League. Um das abzulehnen, bräuchte es Mut.
Im Tor hat Maignan verlängert. Er ist Kapitän und gilt als gesetzt – auch wenn die verpasste Champions League Fragen aufwirft. In der Abwehr ist die Zukunft von Tomori offen, während De Winter und Gabbia bleiben werden. Auf den Außenbahnen ist Vorsicht bei Estupiñán geboten. Der Außenverteidiger wird bei der Weltmeisterschaft erwartet, hat aber trotz seines Derby-Tores nicht überzeugt.
Es soll mit Saelemaekers und Bartesaghi weitergehen. Im Mittelfeld steht Loftus-Cheek seit Längerem nicht in den Plänen: Kommen Angebote für ihn? Im Angriff wird Füllkrug nicht fest verpflichtet, und Gimenez sollte andere Ziele annehmen, weil er sie in der Vergangenheit abgelehnt hat und damit nicht richtig lag.
Entscheidungen im Kader: Tor, Abwehr und Angriff
In dieser Saison hat er nie getroffen. Bei Nkunku sind vorschnelle Schlüsse verboten. Die Milan-Fans mögen ihn nicht, seine Saison war negativ, und gegen Cagliari vergab er ein nahezu sicheres Tor – aber sein Schicksal ist weiterhin offen.
Rafa Leao ist in diesem Kontext zentral, weil niemand wie er die Bilanz des AC Mailand verändern kann. Rafa kann 40 bis 50 Millionen einbringen. Das sind nicht die 80 bis 100 Millionen, die vor ein paar Sommern erwartet wurden, aber es wäre hilfreich.
Neu im Rennen ist Galatasaray – ein türkisches Duell der Extraklasse. Galatasaray und Fenerbahçe haben in der vergangenen Woche ihre Schritte gemacht. Beide beobachten sich aus der Distanz, denn sie haben oft ähnliche Ziele.
Galatasaray macht Tempo bei Leao
In der Türkei wurde viel über das Interesse von Fenerbahçe an Leao gesprochen, zumal dort am Wochenende des 6. und 7. Juli die Wahl des neuen Präsidenten ansteht. Aber die Lage bleibt unübersichtlich. Zwischen den beiden Istanbuler Klubs ist Galatasaray weiter und bereit, ein Nettogehalt von 10 Millionen pro Saison anzubieten. Leao, der beim AC Mailand 5,5 Millionen plus Boni verdient, kann das nicht ignorieren.
Wird er die Türkei akzeptieren? Eine Antwort wird es in den nächsten Tagen geben – vielleicht schon während der Weltmeisterschaft.