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Skurril: Diese Änderung beim Abseits im Fußball hat kaum jemand mitbekommen

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Bayerns Niklas Süle verdeckt nach der Niederlage gegen Leverkusen sein Gesicht. Ob er von der Änderung des Abseitsregel wusste?

Klammheimlich haben die Regelhüter eine uralte Abseits-Verordnung geändert. Ein minimaler Unterschied mit großer Wirkung. Wir klären auf.

München - Auch kurz vor dem DFB-Pokalspiel des FC Bayern München bei Hertha BSC Berlin (Anpfiff Mittwoch 20.45 Uhr) diskutieren Fans noch über die 1:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen. Ein Videobeweis brachte FCB-Trainer Niko Kovac nach dem Spiel auf die Palme. Der 47-Jährige sagte: „Es war ein sehr intensives Spiel. Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt. Die entscheidende Szene war die Abseits-Entscheidung gegen uns.“

Diese Änderung beim Abseits im Fußball hat niemand mitbekommen

Nix mit Bayern-Sieg: Die Leverkusener besiegen den Rekordmeister trotz dessen Führung mit 3:1.

Kingsley Coman (22) hatte Robert Lewandowksi (30) in Szene gesetzt, der zum 2:0 für den deutschen Rekordmeister eingenetzt.

Aber Pustekuchen: Nach Videobeweis nahm Schiri Tobias Stieler (37) den Treffer zurück. Formell korrekt, denn der Bayernstürmer hatte minimal im Abseits gestanden. Das Ende vom Lied: Der FC Bayern verspielte seine Führung und stolperte in Leverkusen.

Abseits-Änderung im Fußball: Wann wird der Ball getroffen?

Was kaum jemand weiß: Seit Beginn dieser Saison wurde die uralte Abseitsregel geändert. War früher entscheidend, wann der Ball den Fuß verlässt, so zählt inzwischen, wann der Ball beim entscheidenden Pass getroffen wird. Der Unterschied mag winzig sein, doch von Bedeutung: „Wir haben uns vor der Regeländerung unzählige Videos angeschaut. In der Super-Zeitlupe ist eindeutig zu erkennen, dass sofort eine Quetschung des Balles entsteht, wenn dieser vom Fuß getroffen wird. Es ist jedoch eine fließende Bewegung, wenn er ihn verlässt, weil das Bein meist lange nachschwingt. Daher ist dabei der genaue Moment oft nicht exakt zu bestimmen", erklärt Lukas Brud gegenüber dem Fachmagazin Kicker. Brud ist Geschäftführer beim International Association Board (IFAB), das ist die oberste Regelbehörde der Welt.

Abseits-Änderung führt zu Förderung des Offensivfußball

DFB-Regelchef Lutz Wagner (hier im Gespräch mit Niko Kovac, links) hält die Änderung der Abseitsregel für eine Förderung des Offensivfußballs.

Auch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) meldete man sich aufgrund der Regeländerung zu Wort. Dr. Jochen Drees, der beim Verband für den Videobeweis verantwortlich ist, sagte: „Bei der Beurteilung einer strafbaren Abseitsposition spielt die Kategorisierung ‚klar und offensichtlich’ keine Rolle.“ DFB-Regelhüter Lutz Wagner sagte: „Je früher der Zeitpunkt der Messung, desto geringer ist besonders bei gegenläufigen Bewegungen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spieler im Abseits steht.“ Die Regeländerung sei demnach eine Förderung des Offensivfußballs.

Matthias Hoffmann

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