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Bundestrainer schwärmt
Wird FCB-Keeper Urbig auch Neuers Nachfolger in der Nationalmannschaft?
Beim FC Bayern plant man mit Jonas Urbig als Nachfolger des fünfmaligen Welttorhüters Manuel Neuer. Wie sieht es aber im DFB-Team aus?
Es herrscht derzeit eine ungewohnte Situation an der Säbener Straße: Während Stellvertreter Jonas Urbig von Julian Nagelsmann zum ersten Mal für die A-Nationalmannschaft nominiert wurde, schuftet die langjährige Nummer 1, Manuel Neuer, für sein Comeback nach einem Muskelfaserriss in der Wade. Möglicherweise das letzte in seiner aktiven Laufbahn. Denn es ist nicht auszuschließen, dass der für viele beste Torhüter der Fußballgeschichte nach dieser Saison seine Fußballstiefel an den berühmten Nagel hängt.
So sollte seine sensationelle Karriere auch mit einem würdigen Schlussakkord enden: Zunächst ist die Rückkehr des am 27. März 40-Jährigen ins Tor des Rekordmeisters bei der Bundesliga-Partie in Freiburg am 4. April geplant, damit er sich dann möglichst in Bestform in den Champions-League-Duellen gegen Real Madrid am 7. und 15. April präsentieren und im Idealfall Kurs auf das dritte Triple nach 2013 und 2020 nehmen kann.
Der designierte Neuer-Nachfolger im Pech
Die Entscheidung über Neuers Bayern-Zukunft sollte eigentlich in der Länderspielpause rund um seinen 40. Geburtstag fallen, neuere Informationen deuteten aber auf ein Verschieben dieser bis in den Mai hinein hin: Entweder noch ein Jahr beim Rekordmeister oder Karriereende, ins Ausland wechseln möchte Neuer nicht mehr. Eine andere Entscheidung hat der Keeper bereits getroffen: Er wird der DFB-Elf für die WM im Sommer nicht zur Verfügung stehen, die medial viel diskutierte Rückkehr kommt nicht mehr infrage.
Um Neuers Erbe im DFB-Tor kämpfen einige Torhüter. Hinsichtlich der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada scheint die Wahl des Bundestrainers schon gefallen zu sein, längerfristig ist das Rennen jedoch vollkommen offen. Eigentlich wären diese Aufgaben für Marc-André ter Stegen vorgesehen gewesen, doch der 33-Jährige hatte in den vergangenen Jahren gewaltiges Verletzungspech. Aktuell fällt er bei seinem Leih-Verein FC Girona wegen einer schweren Oberschenkelverletzung aus, sein WM-Traum als Nummer 1 wird sich wohl abermals nicht erfüllen.
Wie Jonas Urbig den steilen Aufstieg zum Neuer-Nachfolger im Bayern-Tor schaffte
Daher bekommen andere Torhüter eine Chance. Nun in den Testspielen gegen die Schweiz und Ghana sind das Oliver Baumann, Alexander Nübel und erstmals der 22-jährige „Ersatzkeeper“ des FC Bayern, Jonas Urbig. In der Pole-Position ist eindeutig Baumann von der TSG Hoffenheim. Der 35-Jährige stand bei den letzten Länderspielen im Tor und überzeugte jedes Mal. Der Routinier habe es „in der WM-Quali herausragend gut gemacht“ und werde es „auch im März herausragend gut machen“, so Nagelsmann.
Es wäre eine riesige Überraschung, wenn der Kapitän der Kraichgauer beim Turnier nicht im DFB-Tor stehen würde. Der vom FC Bayern bis Saisonende an Stuttgart verliehene Nübel reiht sich in der aktuellen Torhüter-Hierarchie hinter ihm ein. Nach der WM könnten die Karten jedoch völlig neu gemischt werden und Urbig nicht nur zwischen den Pfosten beim Rekordmeister, sondern auch bei der Nationalmannschaft stehen.
Der 22-Jährige könnte zum Shootingstar werden. Durch seine Rolle beim FC Bayern genießt er nun einige Vorteile: Er kam in den letzten beiden Spielzeiten mehrmals in der Champions League zum Einsatz und hat sich in Neuers Schatten hervorragend weiterentwickelt. Mit dem Ball am Fuß ist Urbig der mit Abstand beste der drei Keeper, hat in dieser Disziplin wohl schon seinen Lehrmeister überflügelt, der darin in den vergangenen 15 Jahren Maßstäbe gesetzt hat. Aber auch auf der Linie glänzt er mit starken Reflexen.
Bundestrainer Nagelsmann schwärmt von Jonas Urbig
Nagelsmann schwärmt regelrecht von Urbig: „Er hat für sein Alter eine extrem gute psychische Stabilität bewiesen. Er kam in vielen Spielen rein und hat sofort performt.“ Außerdem habe er „eine super Verbindung zu vielen Spielern“, so der Bundestrainer: „Er kennt viele aus der U-Nationalmannschaft, er kennt diesen großen Bayern-Block, was sehr viel Wert für uns bringt, weil sie einfach eine gute Verbindung zueinander haben.“ Insgesamt attestiert Nagesmann Urbig „eine große Perspektive, wenn alles so weiter verläuft“.
Ob der junge Bayern-Torhüter als Nummer drei oder zwei zur WM fliegt, wird sich noch zeigen. Entwickelt sich Urbig jedoch weiterhin so wie in seinen ersten 14 Monaten beim Rekordmeister, könnte er Neuer sowohl im DFB-Team als auch beim FC Bayern beerben. Nübel, der seit sechs Jahren beim FCB unter Vertrag steht, davon aber fünf Jahre ausgeliehen war, wird diese Rolle dagegen nicht zugetraut. Nicht in der Nationalelf, und auch nicht in München. Nach einheitlichen Medienmeldungen soll er im Sommer erneut verliehen oder – noch wahrscheinlicher – verkauft werden.