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Das Triple zum Fußball-Olymp

Wie stark sind Kompanys Bayern wirklich? Der Vergleich mit legendären FCB-Teams

Trotz hoher Hürden geht der FC Bayern unter Chefcoach Vincent Kompany in dieser Saison unbeirrbar Richtung Triple. Wie sind die Leistungen dieses Teams einzuschätzen?

In der laufenden Spielzeit passiert Unglaubliches: Der FC Bayern zeigt auf dem Spielfeld derart attraktiven Fußball und spektakuläre Leistungen, dass dies nicht nur von neutralen Fußballfans mit überschwänglichem Lob quittiert wird – nein, sogar ausgesprochene FCB-Gegner zollen ihm viel Respekt. Das ist in der Bundesliga-Historie des Rekordmeisters nicht allzu häufig vorgekommen, und hängt natürlich auch mit dem sympathischen Auftreten von Vincent Kompany zusammen.

Olise, Kane und Díaz: Das „Trio infernale“ der wohl besten Bayern-Offensive aller Zeiten.

Der negative Effekt der Lobeshymnen auf die Münchner ist, dass der Rest der Liga wegen seiner „Wehrlosigkeit“ massiv in die Kritik gerät. Im Halbfinale des DFB-Pokals ist dies nun FCB-Gastgeber Bayer Leverkusen beim 0:2 passiert. Ist dies überhaupt gerecht gegenüber den anderen Bundesligisten? Immerhin dominierten die Bayern in ähnlichem Maße auch ihre Champions-League-Gegner. Der Europa-League-Gewinner von 2024, Atalanta Bergamo, war im Achtelfinale mit dem Gesamtscore von 2:10 sogar noch gut bedient. Die Könige der Wettbewerbs aus Madrid mussten sich Kompanys Team eine Runde später zweimal geschlagen geben.

Die Kompany-Bayern müssen sich vor den Triple-Bayern keineswegs verstecken

Vielleicht sollte man folglich lieber mit maßloser Kritik sparen und anstelle dessen die derzeit außergewöhnlichen Leistungen des deutschen Serienmeisters würdigen, der zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte nach 2013 und 2020 das begehrte Triple anstrebt. Obwohl weiterhin hohe Hürden auf dem Weg dorthin anstehen – eine höhere als Titelverteidiger PSG im CL-Halbfinale kann man sich kaum vorstellen – kommt dieser Dreifach-Triumph immer mehr in den Bereich des Möglichen.

So lohnt sich schon jetzt ein Vergleich mit den FCB-Triple-Gewinnern unter Jupp Heynckes (2013) und Hansi Flick (2020). Zusammenhalt und Mentalität dieser drei „Jahrgänge“ (nur Manuel Neuer war jeweils dabei) werden umso häufiger miteinander verglichen, je länger die Spielzeit mit den vielen Siegesserien andauert. Die Parallelen mit diesen beiden legendären Teams, die zu den besten der Europapokal-Geschichte zu zählen sind, sind dabei auffallend.

Die Meisterparty des FC Bayern: Kompany eskaliert vor Fankurve

Vincent Kompany bejubelt die Meisterschaft des FC Bayern
Der FC Bayern gewinnt zum 35. Mal die deutsche Meisterschaft. Trainer Vincent Kompany jubelt euphorisch angesichts dieses Meilensteins. Hier gibt es die besten Bilder der Meisterparty. © IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera
Der FC Bayern jubelt über den Titel
Allen Grund zum Jubeln hatten auch seine Spieler. Nach dem Sieg über den VfB Stuttgart ließen sich von den eigenen Fans feiern. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Konrad Laimer (links) und Jonathan Tah (rechts) jubeln über den Meistertitel
Konrad Laimer zeigt gleich die doppelte Siegerfaust auf dem Feld. Aber auch Jonathan Tah kann über seine erste Meisterschaft im Bayern-Dress jubeln.  © IMAGO/DeFodi.de
Manuel Neuer bejubelt seine 13. Meistertitel
Deutlich mehr Titel hat Manuel Neuer. Der Torwart feiert seine 13. Meisterschaft und zog mit Rekordhalter Thomas Müller gleich.  © IMAGO/Ulrich Wagner
Vincent Kompany lässt sich feiern
Vincent Kompany geht auch beim Feiern vorne weg. Der Trainer des FC Bayern jubelt ausgelassen über die zweite Meisterschaft unter seiner Regie. © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert
Leon Goretzka feiert mit dem Glücksbringer des FC Bayern
Der Kakadu ist das Symbol des Glücks für den FC Bayern. Im vergangenen Jahr hatte der Klub im Feinkostrestaurant „Käfer“ ihre Meisterschaft gefeiert und dabei eine Porzellanfigur mitgenommen. Seither entwickelte er sich zum Maskottchen des Teams. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Der FC Bayern feiert den Meistertitel
Auch Kapitän Joshua Kimmich wusste den Titel gebührend zu feiern. Für ihn war es seine zehnte Meisterschaft mit dem FC Bayern. © IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera
Luis Diaz trägt eine Papp-Meisterschale
Luis Diaz war für den FC Bayern einer der Schlüsselspieler in diesem Jahr. Auch wenn er noch auf die echte Meisterschale warten muss, jubelte er schon mit einer Attrappe.  © IMAGO/Valentin Domgjoni
Ausgelassener Jubel beim Co-Trainer des FC Bayern
Auch am Boden liegend wird gefeiert. © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert
Harry Kane vom FC Bayern strahlt
Auch Harry Kane hat allen Grund zum Feiern. Für den englischen Torjäger gibt es bereits im zweiten Jahr die zweite Meisterschaft, damit füllt sich sein bis dato relativ leerer Trophäenschrank immer mehr. © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert
Der FC Bayern feiert die Meisterschaft
Bei der Party darf natürlich auch die Südkurve nicht fehlen. Entsprechend euphorisch stürmen die Spieler des FC Bayern auf die eigenen Ultras zu. © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert
Alphonso Davies (links) und Dayot Upamecano (rechts) jubeln über die Meisterschaft
Alphonso Davies (links) sowie Dayot Upamecano (rechts) mit seinen Söhnen hatten allen Grund zum Feiern und konnte in der Menge mit den Fans baden. © IMAGO/Mladen Lackovic
Joshua Kimmich bejubelt die Meisterschaft
Die Freude über den Meistertitel ist Joshua Kimmich sichtlich anzumerken.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Lennart Karl und Tom Bischof feiern mit
Obwohl Tom Bischof und Lennart Kart (von links) derzeit verletzt fehlen, ließen sie sich die Meisterparty nicht entgehen. © IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera
Vincent Kompany feiert mit Christoph Freund
Auch Sportdirektor Christoph Freund (rechts) ließ sich nicht entgehen, mit Trainer Vincent Kompany (links) zu feiern.  © IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera
Luis Diaz (rechts) herzt seinen Trainer Vincent Kompany (links)
Luis Diaz (rechts) wusste genau, bei wem er sich für den Titel zu bedanken hatte. Schließlich hat Vincent Kompany (links) das Niveau der Münchner nochmals gesteigert. © IMAGO/Valentin Domgjoni
Meisterfoto des FC Bayern
Bei den Feiern auf dem Feld durfte das obligatorische Meisterbild im Tor und vor der Südkurve nicht fehlen. © IMAGO/Valentin Domgjoni
Berni mit der Meisterschale
Auch Maskottchen Berni ließ sich die Feierlichkeiten nicht entgehen und schnappte sich die „Meisterschale“. © IMAGO/Ulrich Wagner
Torwarttrio des FC Bayern: Sven Ulreich, Jonas Urbig und Manuel Neuer
Sven Ulreich, Jonas Urbig und Manuel Neuer (von links) konnten mit guten bis Weltklasse-Leistungen ihren Anteil zur Meisterschaft beitragen. © IMAGO/Eduard Martin
Alphonso Davies (links) und Jamal Musiala (rechts)
Trotz der langen Verletzungspause konnten sich auch Alphonso Davies (links) und Jamal Musiala (rechts) erfolgreich bei der Meisterschaft einbringen. © IMAGO/Mladen Lackovic
Strahlende Gesichter beim FC Bayern
Auch der Rest des Teams hatte allen Grund zum Lachen. © IMAGO/Eduard Martin
Die Spieler des FC Bayern feiern ausgelassen
Lautstark sangen die Spieler dabei die angestimmten Lieder der Fans und bewiesen Textstärke. © IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera
Die Spieler des FC Bayern lassen sich feiern
Der FC Bayern war die Überflieger-Mannschaft der Bundesliga-Saison. In 30 Spielen gingen sie nur einmal als Verlierer vom Platz. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Minjae Kim, Jonathan Tah und Hiroki Ito feiern
Das Innenverteidiger-Trio Minjae Kim, Jonathan Tah und Hiroki Ito (von links) konnte angesichts des Erfolgs strahlen. © IMAGO/DeFodi.de
Stehende Meisterschale
Auf die echte Meisterschale müssen die Münchner noch warten, denn sie wird erst beim letzten Heimspiel ausgehändigt. Immerhin: Die Attrappe konnte von allein stehen. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul

Während die Flick-Truppe in der Rückrunde der Spielzeit 2019/20 unbezwingbar war und in dem Zeitraum nur ein einziges Mal in allen Wettbewerben (0:0 zu Hause gegen RB Leipzig) unentschieden spielte, leisteten sich die Heynckes-Bayern im Achtelfinal-Rückspiel der Königsklasse gegen den FC Arsenal noch einen fast verhängnisvollen Ausrutscher (1:3), bevor sie national wie international alles in Grund und Boden spielten und schossen.

Aus der Flick-Ära stammt der Europapokal-Rekord mit elf Siegen aus elf Spielen und dabei sagenhaften 43:8 Toren. Seit der ersten Europapokal-Saison 1955/56 gelang keinem Sieger in den verschiedenen Wettbewerben nur ansatzweise eine derartige Bilanz. Unter Heynckes stellten die Münchner den bis heute bestehenden Bundesliga-Rekord mit 91 Punkten und 98:18 Toren (+80) auf. Mit vier Siegen könnten die Kompany-Bayern diese Marke knacken.

Das mit Abstand torhungrigste dieser drei FCB-Teams ist das aktuelle. Die bereits erreichten 163 Tore (darunter der BL-Rekord mit 109 Treffern) konnten die Triple-Mannschaften nicht einmal bis zum Saisonfinale erzielen.

Interessant: Kompanys Bayern haben in ihren bislang 48 Pflichtspielen einen sagenhaften Punkteschnitt von 2,71 erzielt: 42 Siege, 4 Unentschieden, 2 Niederlagen. Dieser ist besser als der der Teams von 2013 und 2020 nach derselben Anzahl an Spielen: 2,65 und 2,52. Folgt in den kommenden Wochen das dritte Triple der Vereinsgeschichte (einmalig in Europas Topfußball), dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Bayern damit nicht nur ihren eigenen Saisonrekord (aus 2012/13) übertreffen. Der Wert wäre auch der beste aller Triple-Gewinner der europäischen Fußballgeschichte seit Celtic Glasgow 1967. Der Weg dorthin ist noch dornig, aber durchaus machbar.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

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