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Rekordablöse für VfB-Stürmer
Was der Woltemade-Wechsel über den FC Bayern und die Bundesliga verrät
Nick Woltemade verzichtet auf den FC Bayern und steht wohl kurz vor einem Transfer zu Newcastle United. Was bedeutet das für die Bundesliga?
München / Stuttgart – Aus der Traum von der Verpflichtung von Nick Woltemade: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge steht der Transfer des Stürmer-Stars des VfB Stuttgart zu Newcastle United unmittelbar bevor. Alle Seiten sind sich einig, Woltemade flog schon am Donnerstagabend (28. August) nach England und soll dort am Freitag den obligatorischen Medizincheck absolvieren. Im Anschluss wird der DFB-Stürmer einen langfristigen Vertrag unterzeichnen.
Für Augenreiben sorgte hierzulande nicht nur der Transfer an sich, sondern auch die unglaublichen Ablöse-Konditionen. Ganze 90 Millionen Euro soll der Premier-League-Klub laut Sky für Woltemade ins Schwabenland überweisen, ein neuer Rekord für den England-Klub. 85 Millionen Euro fix, weitere fünf Millionen in Bonuszahlungen. Eine Summe, die die kühnsten Hoffnungen vieler Stuttgarter weit überschreitet.
Woltemade-Transfer zu Newcastle vor dem Abschluss – FC Bayern ausgestochen
Zur Erinnerung: In den wochenlangen Verhandlungen mit dem FC Bayern, der Woltemade unbedingt verpflichten wollte, war noch von deutlich niedrigeren Summen die Rede. Medienberichten zufolge verlangte der VfB rund 75 Millionen Euro vom Rekordmeister. Den Preis erachteten die Bayern für deutlich zu hoch, boten weniger und blitzten mit mehreren niedrigeren Angeboten knallhart ab.
Aus VfB-Perspektive hat sich die knallharte Verhandlungstaktik der Führungsetage mehr als ausgezahlt. Der X-Faktor: Die Premier League. Summen, die selbst der FC Bayern nicht für einen absoluten Wunschspieler ausgeben will, zahlt Newcastle United mit links – und legt mit dem 90-Millionen-Paket sogar noch ordentlich einen drauf.
Vereinzelte Coups und viele Flops: Max Eberls Transferbilanz spricht Bände
Die „Magpies“ wurden 2021 von einem Konsortium des saudi-arabischen Public Investment Fonds (PIF) übernommen, das die finanziellen Möglichkeiten des Vereins komplett neu definierte. Dazu kommt, dass englische Klubs durch enorme TV-Gelder deutlich größere Einnahmen generieren als ihre deutschen Pendants – inklusive des FC Bayern, der in der Bundesliga schon seit langem eine Vormachtstellung eingenommen hat.
Newcastle bietet Bayern – und die Bundesliga – unter den Tisch
Wie locker das Geld auf der Insel in diesen Tagen sitzt, zeigt ein Blick auf die jüngere Ausgabenbilanz von Newcastle United. Transfer-Defizite im dreistelligen Millionen-Bereich waren seit der Saudi-Übernahme mehr Regel als Ausnahme. Mit Anthony Elanga (für 61,4 Millionen Euro von Nottingham), Jacob Ramsey (für 45,15 Millionen von Aston Villa) und Malick Thiaw (für 35 Millionen von AC Mailand) landeten die Engländer schon vor dem Woltemade-Transfer drei hochkarätige Neuzugänge.
Die lockere Ausbootung des FC Bayern im Woltemade-Poker zeigt knallhart, mit welch unterschiedlichen Mitteln in den englischen und deutschen Ligen zuweilen gekämpft wird. Zum Vergleich: Die Gesamt-Transferausgaben von Union Berlin, Borussia Mönchengladbach, Mainz 05, dem FC Augsburg, Werder Bremen, St. Pauli, dem HSV und Heidenheim in diesem Sommer belaufen sich zusammen ebenfalls auf rund 90 Millionen Euro. (mbo)